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  • Wochenrückblick

BMW - stark trotz Dieselkrise

, von Kai Beller

Trotz aller Bekenntnisse zur E-Mobilität: Geld verdient ein Autobauer wie BMW woanders. Außerdem: Adidas und Apple

BMW-Chef Krüger mit einem 5er BMW mit Hybridantrieb © Getty Images
BMW-Chef Krüger mit einem 5er BMW mit Hybridantrieb

Bei der aufgeregten Dieseldebatte gerät schon fast in Vergessenheit, dass die deutschen Autobauer allem Krisengerede zum Trotz Autos verkaufen – und das nicht zu knapp. Ein gutes Beispiel dafür ist BMW. Der Münchner Konzern hat erstmals in einem Halbjahr mehr als eine Million Autos ausgeliefert. „Wir gehen davon aus, dass die BMW Group mit ihren drei Premiummarken 2017 einen neuen Absatzrekord erzielen und der führende Anbieter von Premiummobilität bleiben wird“, sagte Vorstandschef Harald Krüger mit Blick auf das Gesamtjahr.

Vor allem die neue Modelle der 5er Reihe trugen im zweiten Quartal zum Wachstum bei Absatz, Umsatz und Ergebnis bei. Der neue 5er begeistere die Kunden, so Krüger. Und auch für BMW gilt, dass sich SUVs besonders gut verkaufen. Vom Modell X1 wurden im ersten Halbjahr 137.000 Autos verkauft – 45,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Den X1 gibt es mit Benzin- und Dieselmotoren.

Natürlich betont auch BMW wieder sein Bekenntnis zur Elektromobilität. Seit dem Marktstart des i3 vor vier Jahren sei das Unternehmen „Pionier der Elektromobilität“ und werde diesen Weg weitergehen. Der Absatz von E-Autos und Hybridmodellen konnte im ersten Halbjahr um 80 Prozent auf rund 42.600 Autos gesteigert werden. „Wir bleiben klar auf Kurs, in diesem Jahr erstmals mehr als 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge an Kunden auszuliefern“, sagte Krüger.

Noch laufen die Geschäfte mit Verbrennungsmotoren rund. BMW steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 7,4 Prozent auf 49,3 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Vorsteuergewinn legte um 7,6 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro zu. Und die operative Marge lag über der Marke von neun Prozent. Ein kränkelndes Unternehmen ist BMW wahrlich nicht.

Der Liebling der Investoren sitzt jedoch in Kalifornien. Dort hat der E-Autopionier Tesla jüngst mit der Auslieferung seines Model 3 begonnen: Die ersten 30 Fahrzeuge wurden an ihre Halter übergeben. Tesla will nun die Produktion bis Dezember dieses Jahres auf 5000 Autos pro Woche hochfahren.

Nach wie vor schreibt der Autohersteller rote Zahlen: Im vergangenen Quartal betrug der Verlust 336 Mio. Dollar nach 293 Mio. Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg auf 2,7 Mrd. Dollar, was mehr als doppelt so viel war wie im Vorjahr. Die Investoren glauben weiter an Tesla: Die Aktie machte einen Sprung nach oben.

Adidas glänzt gegen Nike

Adidas-Chef Kasper Rorsted © dpa
Adidas-Chef Kasper Rorsted gibt viel Geld fürs Marketing aus

Auf dem Sportartikelmarkt war Adidas lange Zeit in der Defensive. Doch der neue Vorstandschef Kasper Rorsted hat dem Traditionsunternehmen neuen Schwung verliehen. Dank der großen Nachfrage nach Schuhwerk und Sportkleidung konnte Adidas seinen Umsatz im zweiten Quartal um 20 Prozent auf 5 Mrd. Euro steigern. Hauptkonkurrent Nike hat dagegen Probleme: Beim Weltmarktführer betrug das Umsatzwachstum zuletzt lediglich fünf Prozent.

Mit einer groß angelegten Marketingkampagne in Nordamerika nahm Rorsted Nike und Under Armour in ihrer Heimat Marktanteile ab. In den USA und Kanada stieg der Konzernumsatz um 26 Prozent, während die Konkurrenten stagnierten. Und Rorsted will mehr: „Wir werden weiter aggressiv in das Marketing investieren“, sagte er. Die Ausgaben sollen proportional zum Wachstum bis 2020 weltweit um 700 bis 800 Mio. Euro steigen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Adidas seine Prognose angehoben. Erwartet wird nun ein Umsatzplus im fortgeführten Geschäft von 17 bis 19 Prozent. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als bisher geplant. Der Gewinn soll mit 26 bis 28 Prozent sogar etwa doppelt so stark steigen.

Apple ist mehr als nur das iPhone

Apple-Logo
Apple bleibt eine Gelddruckmaschine

Traditionell ist das abgelaufene Quartal das schwächste in Apples Geschäftsjahr. Doch in diesem Jahr konnte der iPhone-Hersteller den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleich um 7,2 Prozent steigern. Rund 41 Millionen iPhones verkaufte der IT-Konzern im Juni-Quartal, obwohl im Herbst ein neues Modell auf den Markt kommen soll. Daneben konnte Apple auch mehr Mac-Computer und seit geraumer Zeit auch wieder mehr iPad-Tablets verkaufen. Neue Geräte kurbelten hier den Umsatz an.

Aber Apple macht eben nicht nur Umsatz, sondern auch Gewinn: 8,7 Mrd. Dollar und das in drei Monaten. Der IT-Konzern bleibt eine Gelddruckmaschine und muss trotzdem den Titel des profitabelsten Unternehmens der Welt abgeben: Konkurrent Samsung übertraf Apple beim Vorsteuergewinn: 12,6 Mrd. Dollar zu 10,5 Mrd. Dollar.

Doch das ist vermutlich nur eine Momentaufnahme: Mit einem neuen iPhone können die Amerikaner die Verhältnisse im Herbst wieder zurechtrücken.


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