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Jeff Bezos' Traum vom All

, von Kai Beller

Amazon-Chef Bezos steckt Milliarden in seine Raketenschmiede Blue Origin. Außerdem: Reimann-Zukauf und Trumps Twitter-Folgen

Jeff Bezos posiert vor einer Raumkapsel © Getty Images
Jeff Bezos posiert vor einer Raumkapsel seiner Firma Blue Origin

Zwei Milliardäre träumen von der bemannten Raumfahrt. Der eine von ihnen, Amazon-Chef Jeff Bezos, hat in dieser Woche verkündet, dass er jährlich Aktien seines Unternehmens im Wert von 1 Mrd. Dollar verkaufen werde, um seine ehrgeizigen Weltraumpläne zu finanzieren. Bezos kann sich das leisten: Mit einem Vermögen von aktuell 78 Mrd. Dollar gilt er laut dem Forbes-Magazin als zweitreichster Mensch der Welt.

Bereits 2018 will Bezos Weltraumtouristen ins All befördern, die dort einige Minuten Schwerelosigkeit erleben dürfen. „New Shepherd“ lautet der Name der Rakete, die sechs Passagiere auf eine Höhe von 100 Kilometern bringen soll, wo sich die Touristen die Erde von oben aus anschauen können. Geplant ist, Rakete und Kapsel wiederzuverwenden. Das hält die Kosten im Rahmen, hofft Bezos zumindest. Eine Crew ist für den Weltraumtrip nicht nötig.

Für Bezos’ Weltraumunternehmen Blue Origin sind diese Flüge nur ein erster Schritt. Mit der Rakete „New Glenn“ will der Amazon-Chef in den 2020er-Jahren Satelliten ins All befördern. Später sind auch bemannte Flüge mit der ebenfalls wiederverwendbaren Rakete geplant. Und Bezos träumt bereits von der Besiedlung des Mondes.

Mit seiner Raumfahrtbegeisterung trifft sich der Milliardär mit Elon Musk, der mit seiner Raketenschmiede Space X schon einen Schritt weiter ist. Vor kurzem schickte das Unternehmen erstmals eine wiederverwendbare Falcon 9-Rakete in den Weltraum. Und Musk denkt bereits über Mars-Missionen nach.

Entschieden ist das Rennen der Milliardäre aber keineswegs. Die Raketenentwicklung ist kostspielig und mit Rückschlägen geplagt. Am Ende könnte das Geld entscheiden und da ist Bezos besser aufgestellt als Musk.

Panera Bread: Familie schlägt wieder zu

Panera Bread © Getty Images
Panera Bread: Die Bäckereikette setzt auf ein gesundheitsbewusstes Publikum

Der Name JAB Holdings dürfte vielen Menschen unbekannt sein. Auch die Bäckereikette Panera Bread ist hierzulande kein großer Name. Dass die Luxemburger JAB Holding 7,5 Mrd. Dollar für die Übernahme der börsennotierten Bäckerei mit 2000 Filialen bezahlt, macht die Sache dann schon interessanter. Noch spannender wird es, wenn man weiß, dass sich hinter der Luxemburger Holding die Familie Reimann verbirgt.

Renate Reimann Haas, Wolfgang Reimann, Stefan Reimann-Andersen und Matthias Reimann-Andersen gehören zu den reichsten Deutschen – und zu den unsichtbarsten. Keine öffentlichen Äußerungen, keine Fotos und schon gar keine Skandale. Die Reimanns haben sich komplett abgeschirmt, was sie nicht am Geschäftemachen hindert. Bekannte Marken wie Calgon, Sagrotan, Jacobs, Senseo, Wella sowie Jimmy Choo, Belstaff und Bally gehören zum Reimann-Imperium, das jetzt Zuwachs bekommt.

Für Panera Bread zahlt JAB 315 Dollar je Aktie, das entspricht einem Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs von Ende März. Der Aktienkurs der Bäckereikette ist in den vergangenen drei Jahren um knapp 90 Prozent gestiegen. Panera sei eines der erfolgreichsten Restaurant-Unternehmen der Geschichte, sagt Gründer und CEO Ron Shaich. Die Firma wird wohl länger unter dem Dach von JAB bleiben, denn der Investor hat bei allen seinen Beteiligungen einen langfristigen Horizont.

Panera Bread Aktie

Panera Bread Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Trump: "Ich bereue nichts"

Smartphone-Bildschirm mit Trump-Tweets © Getty Images
Mit seinen Tweets greift Trump in die Wirtschaft ein

Donald Trumps Twitter-Leidenschaft ist berühmt und in der Wirtschaft auch berüchtigt. Er drohte Konzernen mit Strafzöllen, um sie davon abzuhalten Fabriken in Mexiko hochzuziehen. Bei einigen wirkten die Tweets des US-Präsidenten einschüchternd. Der „Financial Times“ sagte Trump diese Woche, dass er nichts bereue, was er über Twitter verbreitet habe. „Wenn man Hunderte von Tweets absetzt, und hin und wieder geht mal einer daneben, ist das nicht so schlimm“, so der Präsident. „Ohne Tweets wäre ich nicht hier.“

Trump wird seiner Leidenschaft also weiter nachgehen. Und die Welt um ihn herum wird aufmerksam registrieren, was der mächtigste Mann der Welt da verbreitet. Auch Mexikos Notenbankpräsident Agustin Carstens muss die Tweets im Auge behalten. Er gestand in dieser Woche, dass er wegen einiger Kurznachrichten des Präsidenten, die Geldpolitik der Zentralbank geändert habe. „Ich sage es so, in einfachen Worten: Nach zwei Tweets von 'Sie-wissen-schon-wer' war der Effekt verflogen“, sagte Carstens.

Die Äußerung bezog sich auf den Versuch der Mexikaner, mit massiven Dollarverkäufen die Abwertung des Peso einzudämmen. „Genau zu diesem Zeitpunkt sind wir darauf gekommen, anstatt harter Währung wie Dollar besser zu einem System von Sicherungsgeschäften überzugehen“, so Carstens. Die Landeswährung war nach Trumps Wahlsieg abgestürzt, weil der neue Präsident eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen und hohe Importzölle auf Güter aus dem Nachbarland erheben will. Vom Trump-Schock hat sich der Peso mittlerweile erholt und die Verluste wieder wettgemacht.


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