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So werden Sie zum Profi‑Netzwerker

, Madeleine Hofmann

„Vitamin B“ hat in der Arbeitswelt noch niemandem geschadet. Doch so wirklich Spaß am Kontakteknüpfen finden wenige. Dabei entscheidet in vielen Branchen das Netzwerk über den weiteren Verlauf der Karriere. Mit diesen Tipps werden Sie zum Super-Networker.

So werden Sie zum Profi-Netzwerker. © Getty Images
So werden Sie zum Profi-Netzwerker.

Für den Aufbau eines Netzwerks ist es nie zu spät. Generell gilt zwar: Nicht erst ein Netzwerk zulegen, wenn man es dringend braucht. Doch der Anfang ist nicht so schwer wie häufig gedacht. Jeder Mensch verfügt schließlich über einen Freundeskreis, Bekannte aus Vereinen, ehemalige Mitschüler und Kollegen, die gerne mal wieder mit Ihnen Mittagessen oder Tennis spielen gehen. Mit den folgenden zehn Tipps bauen Sie Ihr „Basis-Netzwerk“ zu einem professionellen Geschäftsnetzwerk aus. Viel Spaß!

Die richtigen Events auswählen

Viele Veranstaltungen eignen sich zum Networking, zum Beispiel Diskussionsrunden, Informationsabende, Vorträge, Messen und Business-Frühstücke. Von den wichtigen Veranstaltungen Ihrer Branche erfahren Sie, in dem Sie sich für branchenbekannte Newsletter eintragen und in sozialen Netzwerken aktiv sind. Wenn Sie sich für ein Event angemeldet haben, sollten Sie auch hingehen – oder zumindest absagen. Sonst hinterlassen Sie ohne Ihre Anwesenheit einen schlechten Eindruck.

Vorbereitet sein

Sie profitieren mehr von einer Netzwerk-Veranstaltung, wenn Sie vorher wissen, wen Sie dort treffen werden. Wollen Sie Ihr bestehendes Netzwerk pflegen oder neue Kontakte knüpfen? Im zweiten Fall entscheiden Sie am besten im Voraus, welche Personen für Sie am wichtigsten sind. Recherchieren Sie zu ihnen einige Fakten, dann finden Sie leichter einen Gesprächseinstieg, gemeinsame Interessengebiete und vermeiden womöglich Fettnäpfchen – zum Beispiel wenn der Gesprächspartner vor kurzem das Unternehmen gewechselt hat.

Nur Mut

Sie haben sich genau überlegt, wen Sie heute ansprechen wollen und beobachten diese Personen nun schon den ganzen Abend, ohne es zu wagen, ein Gespräch zu beginnen? Dann nichts wie los: Gesellen Sie sich am Buffet dazu, loben Sie den Vortrag, den die Person gerade gehalten hat und erklären Sie, warum Sie sich auch für dieses Thema interessieren. Schon sind Sie im Gespräch. Bitte nicht: Eine Person auf Schritt und Tritt verfolgen ohne sie anzusprechen. Andere Personen ignorieren oder schroff abweisen, weil man Sie nicht so wichtig findet. Offensichtlich durch zu viele Komplimente bei einer Person einschleimen. Einen negativen Gesprächseinstieg à la „das Buffet ist aber sparsam ausgefallen“ wählen.

Aufmerksam sein

Es ist selbstverständlich, dem Gegenüber zur Vorstellung die Hand zu geben. Doch auch während des Gesprächs sollten Sie ihm oder ihr Ihre volle Aufmerksamkeit schenken. Das heißt: Blickkontakt mit dem Gesprächspartner, nicht mit dem Handy oder einem Bekannten an der Bar. Achten Sie außerdem darauf, fest und aufrecht zu stehen. Wenn Sie hibbelig an Ihrem Ring drehen oder von einem Bein aufs andere tippeln, wird auch der Gesprächspartner nervös. Und schließlich: Egal wie angestrengt oder aufgeregt Sie sind – vergessen Sie nicht zu lächeln.

Kein falsches Interesse

Versuchen Sie, eine offene, lockere Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Überlegen Sie hierfür, was Sie selbst an Gesprächen mögen. Sie werden nicht weit kommen, wenn Sie Ihrem Gegenüber unentwegt klarmachen, was für ein toller Hecht Sie sind. Seien Sie stattdessen offen und interessiert. Stellen Sie Fragen, die zeigen, dass Sie nicht auf Neuigkeiten oder ein Jobangebot erpicht sind, sondern, dass Sie aufmerksam zuhören und wirklich Interesse an der Person haben. Vielleicht entdecken Sie auf diese Weise Gemeinsamkeiten, auf denen eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann. 

Im Gedächtnis bleiben

Sich selbst vorzustellen ist die leichteste Übung? Nicht, wenn Sie sichergehen wollen, dass man Sie im Gedächtnis behält. Wenn man nur wenig Zeit hat, eine Person von seinen Fähigkeiten zu überzeugen, ist man besser vorbereitet. Deshalb: Üben Sie eine etwa zweiminütige Vorstellung, einen Elevator Pitch, der sich aufs Wesentliche konzentriert. Er sollte Ihre Kompetenzen verkaufen und Sie für Ihr Gegenüber interessant machen. Haben Sie außerdem immer eine Visitenkarte zur Hand. Packen Sie vor der Veranstaltung einen großzügigen Vorrat ein und platzieren Sie die Kärtchen außerdem so gut erreichbar, dass Sie auch dann noch schnell zur Hand sind, wenn Sie gleichzeitig ein Getränk und einen Notizblock in den Händen balancieren.

Geben, nicht nur nehmen

Eine wichtige Regel: Networking beruht auf Gegenseitigkeit. Greifen Sie also nicht nur auf einen Kontakt zurück, um ihm einmalig einen Gefallen abzuringen. Im Idealfall entsteht eine Beziehung von langer Dauer, die auf gegenseitigem Geben und Nehmen beruht. Empfehlen Sie beispielsweise einen Kontakt aus Ihrem Netzwerk an einen neuen Kontakt weiter. So stellen Sie Vertrauen zu Ihrem neuen Kontakt her - und können sicher sein, dass er Ihnen auch gerne weiterhilft.

Wissen, wann Schluss ist

Sie haben stundenlang Small Talk geführt und sind einfach nur erledigt? Niemand hat gesagt, dass Networking ein Kinderspiel ist. Trotzdem: Den besten Eindruck hinterlassen Sie, wenn Sie wach und aufmerksam sind. Spüren Sie, dass Sie verausgabt sind, ziehen Sie sich kurz zurück – zum Beispiel um Visitenkarten zu sortieren oder sich frisch zu machen. Wenn kleine Pausen nicht helfen, sollten Sie nach Hause gehen. Man muss nicht auf jeder Veranstaltung der oder die Letzte sein.

Fleißarbeit erledigen

Sie haben tüchtig Small Talk geführt und Visitenkarten eingesammelt? Glückwunsch! Doch jetzt geht es darum, die harte Arbeit in langfristige Kontakte zu verwandeln. Übertragen Sie die neuen Kontaktdaten in Ihr Adressbuch, verknüpfen Sie sich auf Business-Onlineportalen wie Xing und LinkedIn mit Ihren neuen Kontakten, oder schreiben Sie direkt eine E-Mail, falls Sie beim ersten Gespräch bereits über konkrete gemeinsame Projekte gesprochen haben. Generell zählt im Geschäfts- wie im Privatleben: Kontakte müssen gepflegt werden. Organisieren Sie also Folgetreffen – entweder unter vier Augen, zum Beispiel beim Business-Lunch, oder bei weiteren thematisch passenden Veranstaltungen.

Weniger ist mehr

Sie sind schon ein richtiger Profi und können gar nicht mehr genug von Netzwerk-Veranstaltungen bekommen? Passen Sie auf, dass Sie nicht den Überblick verlieren. Damit Ihr Netzwerk funktioniert, muss es aktiv gepflegt werden. Und das klappt nur, wenn Sie noch im Stande sind, sich mit jedem gelegentlich auszutauschen. Verzichten Sie also lieber auf zu viele oberflächliche Kontakte und kümmern Sie sich verstärkt um die „echten“.

Optimal ist Ihr Netzwerk aufgebaut, wenn es zwei Arten von Kontakten vereint: Menschen, die sich in einer ähnlichen Jobsituation befinden wie Sie, und Menschen, die dort sind, wo Sie hinwollen. Mit ersteren können Sie sich über gemeinsame Probleme und Erfahrungen austauschen. Sie können sich gegenseitig dabei unterstützen, voran zu kommen. Die andere Gruppe könnte Ihnen als „Mentoren-Pool“ dienen, denn im Job erfahrenere Menschen können Ihnen viele Tipps und Insiderwissen mitgeben.

Lesen Sie in der neuen Capital, wie Networking-Profi Claude Grunitzky gezielt die richtigen Leute kennenlernt. Online können Sie außerdem ein Interview mit Dieter Rickert lesen, Deutschland bekanntestem Headhunter und ein Gespräch mit Sandra Navidi, die ein Buch über die Netzwerke der Finanzelite geschrieben hat.

Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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