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  • Wochenrückblick

Die Opec meldet sich zurück

, von Kai Beller

Zum ersten Mal seit 2008 hat sich die Opec auf eine Drosselung der Ölförderung geeinigt. Außerdem: Starbucks, Mnuchin und eine neue Handelsplattform

Opec-Logo auf einem Fähnchen
Nach langem Streit hat sich die Opec in Wien auf eine Senkung der Ölförderung geeinigt - Foto: Getty Images

Der Ölpreis ist in dieser Woche sprunghaft gestiegen. Hintergrund war eine Kürzung der Fördermengen durch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec). Die tägliche Fördermenge soll in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) geringer ausfallen als bisher. Katars Ölminister Mohammed Bin Saleh Al-Sada sprach bei dem Opec-Treffen in Wien von einem großen Erfolg.

Das Ölkartell hatte sich bereits im September im Grundsatz auf eine Reduzierung der Fördermenge geeinigt. Jetzt folgt die Umsetzung. Seit 2008 hatten sich die Ölförderländer nicht mehr auf eine Drosselung einigen können. Vor allem Saudi-Arabien war an niedrigen Preisen interessiert, um die US-Konkurrenz wieder aus dem Markt zu drängen. Dort gab es wegen der Fracking-Fördermethode einen regelrechten Ölboom. Weil diese Produktionsmethode teurer ist als die herkömmliche Ölförderung mussten viele Unternehmen wegen des niedrigen Preises wieder aufgeben.

Der Preisverfall belastete aber auch Ölexporteure wie beispielsweise Venezuela, die auf eine Senkung drängten. Andere Länder wie der Iran nach dem Ende der Sanktionen wehrten sich gegen Kürzungen der Fördermengen. Teheran ließ sich dann aber auf eine Kappung seiner Förderung ein.

Den größten Teil der Fördersenkung müssen Saudi-Arabien und die anderen Golf-Staaten tragen (Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait und Katar). Allein die Saudis fahren ihre Förderung um rund 500.000 Barrel pro Tag zurück. Auch Nicht-Opec-Länder wie Russland wollen weniger Öl fördern. Allerdings ist noch nicht klar, was die Zusagen aus Moskau bedeuten. In einigen offiziellen Kommentaren vor der Opec-Tagung war von einem Einfrieren des Produktionsniveaus die Rede und nicht von einer Reduzierung.

Der Ölpreis schoss bereits in Erwartung des Opec-Beschlusses nach oben. Auch die Aktien der großen Ölkonzerne profitierten, während die Titel der Fluggesellschaften nachgaben. Am Freitag gab der Ölpreis wieder etwas nach, unter dem Strich steht aber ein Plus von mehr als zehn Prozent für die Nordseesorte Brent.

Trumps Finanziminister heißt Mnuchin

Steven Mnuchin
Auf der Rolltreppe nach unten, auf der Karriereleiter nach oben: Steven Mnuchin wird US-Finanzminister - Foto: Getty Images

Der Nebel um die Regierungsmannschaft Donald Trumps lichtet sich nur langsam. Immerhin steht seit dieser Woche fest, dass Steven Mnuchin Finanzminister wird. Er war bereits in Trumps Wahlkampfteam für die Finanzen zuständig. Und er wird erneut ein US-Kassenwart sein mit Goldman-Sachs-Vergangenheit. Insgesamt 17 Jahre arbeitete Mnuchin für die Investmentbank. Danach war er zwischenzeitlich für den Investor George Soros tätig und produzierte Filme wie „Avatar“ und die „X-Men“-Reihe.

Der Finanzprofi, der über keine politischen Erfahrungen verfügt, wird die nicht ganz einfache Aufgabe haben, Trumps Steuerpläne umzusetzen. Der neue Präsident hat im Wahlkampf die größte Steuerreform seit Ronald Reagan versprochen. Das wird viel Geld kosten, Mnuchin muss sehen, wie die teuren Vorhaben finanziert werden können.

Für Trump ist der künftige Finanzminister aber noch aus einem weiteren Grund wichtig. Als ehemaliger Banker ist Mnuchin gut vernetzt an der Wall Street. Denn bald muss er sich um die Finanzregulierung kümmern, die Trump reformieren will.

Schultz zieht sich bei Starbucks aus der ersten Reihe zurück

Howard Schultz
Starbucks-CEO Howard Schultz gibt 2017 seinen Posten, bleibt der Kaffeekette aber erhalten - Foto: Getty Images

Howard Schultz hat die Kaffeekette groß gemacht. Im Jahr 2000 zog er sich zurück und kehrte acht Jahre später an die Spitze des Unternehmens zurück. Zu diesem Zeitpunkt ging es Starbucks nicht gut, doch Schultz führte den Konzern zu alter Stärke zurück. Nach wiederum acht Jahren legt das Starbucks-Urgestein die Geschicke des Unternehmens nun in die Hände des Chief Operating Officers Kevin Johnson.

Der neue Mann hat in der IT-Branche unter anderem bei Microsoft Karriere gemacht, bevor er zu Starbucks wechselte. Analysten zeigten sich von der Personalrochade wegen Johnsons Vergangenheit wenig überzeugt. Die Starbucks-Aktie stand auf den Verkaufslisten. Der neue CEO steht vor großen Herausforderungen: Nach Jahren stürmischen Wachstums konnte die Kaffeekette die Investoren zuletzt wenig überzeugen.

Schultz wird Starbucks als Chairman erhalten bleiben und ein neues Projekt in Angriff nehmen, das dem Konzern wieder höhere Wachstumsraten bescheren soll. Geplant ist eine Kette von Edelfilialen unter dem Namen Starbucks Reserve Roasteries. Die Idee stammt von Schultz selbst, es habe dazu keine Marktforschung gegeben, sagte er dem Wall Street Journal.

Der Kaffeekonzern verlässt sich also ganz auf den unternehmerischen Instinkt seines scheidenden Chefs. Wenn es funktioniert, strahlt der Name Schultz heller als ohnehin schon. Scheitert er, bekommt das Denkmal ein paar Kratzer und Starbucks ein Problem.

Handelsplattform für Computerspieler

Computerspiel Sims
Auch beim Computerspiel Sims gibt es virtuelle Gegenstände zu kaufen - Foto: Getty Images

Die Deutsche Börse wagt sich auf ungewöhnliches Terrain vor. Gemeinsam mit der Fintechfirma Naga gründet der Börsenbetreiber eine Handelsplattform für sogenannte Ingame-Items. Das können Gegenstände wie Waffen oder Kleidungsstücke sein, die den Nutzer in einem Spiel weiterbringen. Beim Strategiespiel Sims sind das etwa Möbelstücke.

Bisher gebe es keine regulierte Plattform für den Handel mit solchen Dinge, sagte Naga-CEO Yasin Qureshi. Dem Markt wird ein jährliches Volumen von 46 Mrd. Dollar zugeschrieben bei einem Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Über die Switex-Plattform sollen die Gamer künftig ihre virtuell erworbenen Gegenstände versilbern können. Ziel sei es, mit Unterstützung der Börse einen Standard für den Handel zu entwickeln. Der Startschuss ist für das zweite Quartal 2017 geplant.


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