• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Wochenrückblick

Trump spielt mit dem Feuer

, von Kai Beller

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA macht die Aktienmärkte nervös. Außerdem: Schulz' E-Auto-Quote und Lego-Chefwechsel

© Getty Images
Krieg der Worte: Donald Trump und Kim Jong-un sorgen für Krisenstimmung

Donald Trump bewegt mal wieder die Kurse. Seine Drohungen gegen das kommunistische Nordkorea schicken die Aktienindizes weltweit auf Talfahrt. Insgesamt 1 Billion Dollar habe der Krieg der Worte zwischen den USA und Nordkorea die Anleger weltweit gekostet, hat die Nachrichtenagentur Reuters errechnet.

Der US-Präsident hatte dem Regime in Pjöngjang mit „Feuer und Zorn“ gedroht, wie es die Welt noch nie erlebt habe. Klein beigeben ist aber nicht die Sache des Machthabers Kim Jong-un: Er drohte stattdessen mit einem Präventivschlag gegen den US-Militärstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam, der sich in Reichweite nordkoreanischer Raketen befindet. Seit Monaten provoziert das abgeschottete Land den Westen mit Raketentests. Außerdem treibt es ein Atomprogramm voran.

Die Bereitschaft zur verbalen Abrüstung war zunächst nicht zu erkennen. Im Gegenteil, Trump sagte am Donnerstag, dass seine Drohungen wohl nicht hart genug gewesen seien, Nordkorea solle sich vorsehen, sonst bekäme es Probleme, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten.

Die unverhohlenen Kriegsdrohungen machen die Investoren nervös. Der deutsche Leitindex rutschte unter die Marke von 12.000 Punkten. Auch andere Aktienindizes gaben deutlich nach. Der Goldpreis zog dagegen deutlich an. Die Unsicherheit ist auch an den Volatilitätsindizes abzulesen, die sprunghaft zulegten.

Von Panik sind die Märkte aber noch weit entfernt. Experten wiesen daraufhin, dass eine Korrektur überfällig war. Die Krise um Nordkorea sei lediglich der Auslöser für Gewinnmitnahmen gewesen. Auch der im Sommer üblich dünne Handel trage zu größeren Kursausschlägen bei.

Ob die Gelassenheit anhält, wenn der Konflikt noch heißer wird? China, der einzige Verbündete Nordkoreas, rief zur Mäßigung auf – und bezog über ein Staatsmedium eine klare Position. „China sollte klarmachen, dass es neutral bleiben wird, sollte Nordkorea als erster Raketen starten, die den Boden der USA bedrohen, und die USA dafür Vergeltung üben“, hieß es in einem Leitartikel der staatlichen „Global Times“. „Wenn die USA und Südkorea ihrerseits angreifen und versuchen, die nordkoreanische Führung zu stürzen und den politischen Rahmen auf der koreanischen Halbinsel zu verändern, dann wird China sie davon abhalten.“

Schulz fordert E-Auto-Quote

Martin Schulz
Auf der Suche nach einem Wahlkampfthema ist Martin Schulz beim E-Auto angelangt - Foto: Getty Images

Auf der verzweifelten Suche nach einem zündenden Wahlkampfthema fordert SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nun eine verbindliche Quote für Elektroautos in Europa. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, ist die Quote Teil eines Fünf-Punkte-Plans zur Zukunft des Automobilstandorts Deutschland. Schulz will den Durchbruch der Elektromobilität mit der Quote beschleunigen.

„Die deutsche Autoindustrie muss beim Thema Elektroautos deutlich besser werden“, sagte Schulz. Viel zu lange sei der E-Autopionier Tesla hierzulande belächelt worden. Eine solche Hochnäsigkeit könne sich die deutsche Autoindustrie nicht mehr leisten. Schulz fordert Investitionen in den Aufbau einer eigenen Batterie- und Zellproduktion in Deutschland.

Infografik: Die Kaufprämie für Elektroautos im Praxischeck | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Er will die Hersteller aber auch mit Kontrollen der Emissionsgrenzwerte stärker in die Pflicht nehmen. „Wir werden der Industrie deutlich mehr Druck machen“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der SZ. Sollte sich herausstellen, dass die beim Diesel-Gipfel vereinbarten Maßnahmen nicht ausreichten, „müssen technische Umrüstungen her - natürlich auf Kosten der Hersteller“. Bisher haben sich die Hersteller lediglich zu Softwareupdates bereit erklärt. Technische Umrüstungen wären natürlich viel kostspieliger.

Lego wechselt schon wieder den Chef

Lego
Bei Lego nimmt wieder ein Däne das Ruder - Foto: Getty Images

Bali Padda war der erste Nicht-Däne auf dem Chefsessel bei Lego. Nach nur acht Monaten an der Spitze des Spielzeugherstellers wird der 61-jährige Brite durch einen Dänen ersetzt. Der zehn Jahre jünger Niels Christiansen leitet ab Oktober die Geschicke des für seine Bausteine berühmten Unternehmens. Stallgeruch hat der neue Mann aber nicht: Christiansen war bis Juni Chef des Industrieunternehmens Danfoss. Er soll Lego fitmachen für die Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt.

Zuletzt lief es nicht mehr ganz so gut beim weltweit zweitgrößten Spielzeughersteller. Nach Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten kletterte der Gewinn im Vorjahr nur noch leicht um 200 Mio. Dänische Kronen auf 9,4 Mrd. Kronen. Padda sagte im Frühjahr, dass die Jahre mit „übernatürlichem Wachstum“ vorüber seien. Lego hatte im vergangenen Jahr aber auch Probleme, die Nachfrage zu bedienen. Padda war zu der Zeit Chief Operating Officer.

Von einem Zusammenhang wollte Jorgen Vig Knudstorp allerdings nicht sprechen. Knudstorp war Paddas Vorgänger und ist jetzt Aufsichtsratsvorsitzender und Chef der Lego-Brand-Gruppe, die alle Geschäfte der Marke Lego unter ihrem Dach bündelt. Er stellte den Chefwechsel als ganz normalen Vorgang dar. Es sei wegen Paddas Alter ohnehin keine lange Amtszeit vorgesehen gewesen. Nun gehe es eben etwas schneller. Padda bleibt als Berater dem Unternehmen erhalten.

Für Christiansen gab es nur Lob. „Niels Christiansen hat einen traditionellen Industriekonzern zu einem Technologieführer weiterentwickelt“, sagte Knudstorp. „Von seiner Erfahrung mit Digitalisierung und Globalisierung wird Lego profitieren.“

Newsletter: „Capital- Die Woche“

Jeden Freitag lassen wir in unserem Newsletter „Capital – Die Woche“ für Sie die letzten sieben Tage aus Capital-Sicht Revue passieren. Sie finden in unserem Newsletter ausgewählte Kolumnen, Geldanlagetipps und Artikel von unserer Webseite, die wir für Sie zusammenstellen. „Capital – Die Woche“ können Sie hier bestellen:


Artikel zum Thema