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Mindestlohn - Jobkiller oder Segen?

, Capital-Redaktion

Die Unstatistik bringt die Wahrheit hinter den Zahlen ans Tageslicht. Diesmal: Beschäftigungseffekte des Mindestlohns

Geldscheine Hände

Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. 
Alle „Unstatistiken“ finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de. Jüngst erschienen im Campus Verlag ist das Buch „Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet - Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik“


Gegner und Befürworter des Mindestlohns streiten derzeit um die Beschäftigungseffekte der Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde. „Die Horrorstorys haben sich nicht bewahrheitet“, sagt etwa Arbeitsministerin Andrea Nahles von der SPD. Der Mindestlohn sei kein Jobkiller, die Beschäftigung habe sogar zugelegt. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer behauptet dagegen, dass der Mindestlohn 120.000 Mini-Jobs vernichtet habe.

Die Unstatistik hält beide Argumente aus statistischer Sicht für nicht aussagekräftig. Weder die Entwicklung der Gesamtbeschäftigung, noch die Beschäftigungsentwicklung in einzelnen Branchen oder die Entwicklung bei den Minijobs könne für sich genommen einen Hinweis auf die Beschäftigungseffekte des Mindestlohns geben.

Behauptungen sind reine Spekulation

„Dazu müsste  die beobachtete Beschäftigungsentwicklung einer hypothetischen Entwicklung ohne Mindestlohn gegenübergestellt werden“, schreiben die Unstatistiker. Notwendig sei eine recht aufwendige wissenschaftliche Auswertung, was aber angesichts der derzeitigen Datenlage nicht möglich sei. „Damit sind alle Aussagen zur Wirkung des Mindestlohns zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation“, lautet die Schlussfolgerung der Unstatistik.

Es bleibe abzuwarten, wie Befürworter und Gegner argumentieren werden, wenn die Arbeitslosigkeit in der nächsten Rezession steigt. Die Gegner werden dann wohl behaupten, dass die Arbeitslosigkeit ohne Mindestlohn nicht so stark angestiegen wäre. Dagegen würden die Befürworter vermutlich erklären, dass die Zahl der Arbeitslosen ohne Mindestlohn noch stärker angestiegen wäre. „Auch diese beiden Behauptungen sind ohne eine eingehende wissenschaftliche Untersuchung kaum mit glaubwürdigen Fakten zu untermauern.“


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