• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Management

9 Tipps für mehr Kreativität im Team

, Martin Eppler

Nie mehr Brainstorming - und weitere Erkenntnisse für mehr Kreativität im Team. Von Martin Eppler

Teamarbeit
Brainstorming ist von gestern, es gibt andere Formen der kreativen Zusammenarbeit

Martin J. Eppler ist Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen. Er ist Mitautor der Bücher „Creability – gemeinsam kreativ“ und „Dynagrams – Denken in Stereo“, die beide im Schäffer Poeschel Verlag erschienen sind.


Es gibt kaum einen Managementbereich, bei dem die Kluft zwischen aktuellem Forschungsstand und gelebtem Praxiswissen größer ist als bei Teamkreativität: Obwohl wir zum Beispiel aus Dutzenden von Studien wissen, dass sich Brainstorming nicht für die Ideenentwicklung in Teams eignet, nutzt ein Großteil der Manager nur diese eine Methode.

Es ist Zeit, Brainstorming in Rente zu schicken (es wurde in den 50er-Jahren erfunden) und es mit besseren Methoden wie Flip-Flop, Erfolspfade oder dem Assozationsbanditen zu ersetzen (diese Vorlagen sind kostenfrei verfügbar unter www.creability.ch). Im Gegensatz zu Brainstorming führen diese Methoden rasch zu vielfältigen und umsetzbaren Ideen. Bei der Flip-Flop-Technik fragt man beispielsweise die Gruppe, wie man die Situation verschlechtern kann und kommt so auf hilfreiche Ideen, wenn man die destruktiven Ideen in ihr Gegenteil verwandelt – zudem erfährt man, was man stoppen sollte, da es kontraproduktiv ist.

Brainstorming liefert keine Impulse

Warum schadet das klassische Brainstorming der Gruppenkreativität? Da Kritik tabu ist, werden Ideen kaum verbessert oder umsetzbar gemacht. Ideen werden sofort mitgeteilt – statt sie zunächst für sich zu notieren – und stören alle anderen beim Ersinnen guter Ideen. Sie beeinflussen damit auch vorschnell andere Teilnehmer und führen zum gleichgeschalteten Denken in Mono statt zu einem „Denken Stereo“. Brainstorming liefert auch keinerlei Impulse, anders über ein Problem nachzudenken und die Perspektive zu wechseln. Gute Kreativitätstechniken leisten jedoch genau das.

Neben der Erkenntnis, dass wir Brainstorming aus Besprechungen verbannen sollten, liefert die Forschung über Gruppenkreativität weitere nützliche Tipps. Hier eine kleine Synthese mit neun praktischen Erkenntnissen aus der Wissenschaft und wie man sie für die eigene Kreativarbeit nutzen kann.

Sind diese Tipps zu umfangreich, empfehlen wir Ihnen als Quintessenz: Nutzen Sie die Kraft der Stille in Kreativ-Besprechungen, in dem Sie Ideen zunächst individuell ausformulieren lassen. Machen Sie dann eine sogenannte ‚Rapid Fire‘-Runde, bei der jeder seine beste Idee in maximal 20 Sekunden vorstellt. Das aktiviert auch introvertierte Teilnehmer und führt dazu, dass in kurzer Zeit viele verschiedene Ideen genannt und auch wirklich gehört werden.

Newsletter: „Capital- Die Woche“

Jeden Freitag lassen wir in unserem Newsletter „Capital – Die Woche“ für Sie die letzten sieben Tage aus Capital-Sicht Revue passieren. Sie finden in unserem Newsletter ausgewählte Kolumnen, Geldanlagetipps und Artikel von unserer Webseite, die wir für Sie zusammenstellen. „Capital – Die Woche“ können Sie hier bestellen:


Artikel zum Thema