• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Unstatistik

337 Prozent wärmer

, Capital-Redaktion

Die Unstatistik bringt die Wahrheit hinter den Zahlen ans Tageslicht. Diesmal: Temperaturmessung in Prozent

Thermometer © Getty Images
Keine Frage, der Winter war mild - aber in Prozent gemessen war er noch milder

Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. 
Alle „Unstatistiken“ finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de. Jüngst erschienen im Campus Verlag ist das Buch „Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet - Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik“


„In den letzten 30 Tagen war es in Wien um 337 Prozent (!) wärmer als üblich“, meldete das Wetter-Portal „Wetter.at“ am 7. Februar. Vom wärmsten Winter aller Zeiten war die Rede. Wobei die Temperaturen normalerweise nicht in Prozent gemessen werden. „Wie fühlen sich 337 Prozent wärmer an?“, fragt die Unstatistik.

In Grad Celsius gemessen wirkt der Anstieg gleich viel weniger drastisch. „Statt 0,8 Grad kletterten die Thermometer im Schnitt auf 3,5 Grad“, heißt es bei Wetter.at. Das ist also ein Anstieg um 2,7 Grad.

Relative Zahlen beeindrucken die Menschen stärker

Warum greift das Wetter-Portal dann zu so einem Trick? „Beschreibt man Veränderungen (egal, ob Anstiege oder Abfälle) in relativen statt absoluten Zahlen, so kann man damit rechnen, dass mehr Menschen beeindruckt sind“, erläutern die Unstatistiker. Das sei zuletzt anlässlich der Wursthysterie zu erkennen gewesen. „Aber ein relativer Anstieg ist immer relativ zum Ausgangspunkt.“ Wenn man in Wien nicht mit Celsius, sondern mit Fahrenheit gerechnet hätte, wären relative Angaben weniger beeindruckend: Dann wäre es in der österreichischen Hauptstadt nur noch 15 Prozent wärmer gewesen.

Die Unstatistik schließt mit einer sarkastischen Bemerkung: „Laut dem befragten Klimaexperten wird es in Zukunft mit Sicherheit noch viel wärmer werden. Also können wir im Januar nächsten Jahres vielleicht auf 500 Prozent mehr Wärme hoffen und das T-Shirt hundertprozentig durch Bikini und Badehose ersetzen.“


Artikel zum Thema
Autor
  • Bilderstrecke
Die Top 10 der Konsumgüterriesen

Die großen Konsumgüterkonzerne wachsen kaum noch. Doch viele der Branchenriesen können ihren Platz behaupten - vorerst.MEHR

  • Geldanlage
Die Top-Zinsen für Tages- und Festgeld

Der Capital-Zinsticker: Wir zeigen Ihnen wieder die lukrativsten Angebote für Tages- und Festgeld auf einen Blick.MEHR

LESERKOMMENTARE

 

Kommentare Einblenden

Datenschutz

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird von der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Moderation

Die Kommentare werden von Capital moderiert. Das heißt, Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Kritik und auch in der Sache harte Diskussionen sind willkommen, Beleidigungen werden wir dagegen nicht zulassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Netiquette.