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10 Tipps für smarte Teamarbeit

, Frank Kühn und Michael Kempf

Wer Smart Factories will, kommt an Smart Teamwork nicht vorbei. Frank Kühn und Michael Kempf erklären, wie es funktioniert.

Teamarbeit
Alleine geht es nicht, denn gute Teamarbeit ist ein Wettbewerbsvorteil

Frank Kühn (l.) berät Unternehmen bei strategischen Projekten, Transformationsprozessen und Exzellenzprogrammen. Michael Kempf berät Unternehmen, Organisationen und Management-Teams bei Übergangsprozessen. Beide verfügen über Managementerfahrung in der Wirtschaft.Frank Kühn berät Unternehmen bei strategischen Projekten, Transformationsprozessen und Exzellenzprogrammen. Michael Kempf berät Unternehmen, Organisationen und Management-Teams bei Übergangsprozessen. Beide verfügen über Managementerfahrung in der Wirtschaft. Kontakt: frank@kuehn-cp.com und michael@kempf-cp.com


Die Vision: Smart Factories und Industrie 4.0. Das Umfeld: digital, schnell, volatil. Die Erfahrung bisher: stockende Abläufe, scheiternde Fusionen, lähmende Konflikte, tägliche Querelen. Was in den Unternehmen behindert Performance und Veränderung? Oft heißt es: mangelnde Verständi­gung, aneinander vorbei arbeiten, Grabenkämpfe.

In den Stellenausschreibungen verlangen wir Teamfähigkeit, realisieren sie aber noch zu selten im Management der Unternehmen. Teamgeist ist eine spürbare Haltung, die das Unternehmen durchdringen muss, auf allen Ebenen und über alle Bereiche. Diese Haltung wird nicht nur spürbar zwischen Kollegen, sondern auch zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, Erfahrenen und Lernenden, zwischen Unternehmen, die kooperieren wollen.

Diese Haltung schafft Verbundenheit, sie unterstützt die Motivation, dabei zu sein. Damit tun wir uns schwer. Das zeigt sich in regelmäßigen Befragungsergebnissen zu Mitarbeiter-Engagement (58 Prozent) und emotionaler Bindung (12 Prozent). Der jährliche Schaden für unsere Wirtschaft beträgt laut Kranken­kassen 120 Mrd. Euro. 30 Prozent der jungen Mitarbeiter verlas­sen solche Organisationen schnell wieder und mit ihnen ein Teil der Zukunft. Für Industrie 4.0, smarte Unternehmen und den Erfolg im globalen Wettbewerb brauchen wir aber die Besten: Gute Teamarbeit ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil.

Ein 10-Punkte-Programm, schnell und wirksam

In Teamarbeit investieren (nicht nur in Strategie- und Strukturpapiere)

Das heißt nicht nur in die Konzepte kluger Köpfe investieren, sondern auch in die gemeinsame Umsetzung. Gute Strategie-, Geschäfts- und Veränderungsprozesse planen die Teamarbeit aktiv ein. Damit Sinn und Zielsetzung auch bei den Mitarbeitern ankommen.

Verhalten in der Teamarbeit konkret vereinbaren (nicht nur Feedback geben)

Wenn wir gemeinsam etwas schaffen wollen, hilft es, sich auf einige Regeln zu einigen: Was ärgert und behindert uns? Worauf wollen wir achten, damit es gut geht? Wenn es nicht klappt: Regeln überprüfen und neu vereinbaren. Den Erfolg spüren wir in besserer Performance.

Auf Teamarbeit in alltäglichen Lösungen achten (keine einsamen Konzepte)

Bei wichtigen Konzepten und Präsentationen fragen, wer eingebunden war und mitgemacht hat. Gemeinsame Arbeit verhilft auch zu besserer Qualität und Akzeptanz. Das Resultat: Weniger Widerstand und Schleifen, höhere Schnelligkeit.

Bereichsübergreifende Prozesse gemeinsam optimieren (keine Silo-Lösungen)

Zur Optimierung von Durchlaufzeiten und Kosten heißt es über Abteilungsgrenzen hinweg gut zusammenzuarbeiten. Weil es hier auch um Einfluss und Macht geht, kann eine klare Ansage des Vorstands nötig sein. Das Ergebnis: Mehr gegenseitiges Verständnis und reibungslosere Abläufe.

Kritische Situationen als Team meistern (keine Einzelgefechte und -positionierungen)

Das gilt auch hierarchieübergreifend, in der Linie wie in Projekten. Also auch Experte und Vorstand vereinbaren: Wie wollen wir es mit unserer Präsentation morgen in der Vorstandssitzung machen? Wer steigt ein? Wer trägt vor? Wer macht das Schlusswort? Das stärkt Effizienz und Wirksamkeit.

Vertrauen in Teamarbeit vorleben (nicht eigene Vorstellungen durchdrücken)

Vorschläge von denen berücksichtigen, die es mit ihrer Erfahrung und Kompetenz wissen müssen, fachlich und planerisch. Nicht den eigenen Illusionen in die Falle gehen, sondern gemeinsam zu realistischeren Einschätzungen kommen und weniger Enttäuschungen erleben.

Foren für Austausch und Miteinander schaffen (nicht nur Einzelwissen belohnen)

Coffee Talks, Weeklies und Daily Start-ups, Besuche zwischen Abteilungen, in denen alle gemeinsam erkennen, worum es geht und warum es wichtig ist, an einem Strang zu ziehen. Den Willen für das Miteinander vorleben. Das reduziert Widerstände und Doppelarbeiten.

Widerstand gegen Teamarbeit positiv ansprechen (keine Konflikte verleugnen)

Woher kommen Angst, Ärger, Skepsis? Welche ärgerlichen Erfahrungen haben die Kollegen gemacht? Interessieren Sie sich ehrlich und vertrauensvoll dafür. Schaffen Sie damit ein gutes und persönliches Beispiel für Achtsamkeit im Team und holen die Leute zurück ins Boot.

Partner und Berater passend wählen (nicht nur Best-Practice-Anbieter)

Die einen liefern raffinierte Strategien und Best Practices, die anderen unterstützen die Umsetzung in der Organisationsrealität. Wie wird die Teamhaltung wirkungsvoll gefördert? Veränderung beginnt immer sofort, hier und jetzt, und das sollte gemeinsam sein.

Teamarbeit in der Personalführung verankern (nicht nur als Einzelinitiative)

In Beurteilungskriterien, persönlichen Vereinbarungen, kollegialen Feedback-Prozessen. Nicht nur Teamarbeit als Worthülse verwenden, sondern auch im Führungsprozess glaubhaft machen. Sonst verkommt die Absicht zum Witz: Team – toll ein anderer macht’s.

Warten hilft nicht

Niemand weiß, wie es in der Zukunft zugehen wird, Unternehmen und Veränderungen sind im­mer weniger planbar. Warten hilft nicht. Wir müssen uns mit unseren Teams auf unsichereres Terrain wagen. Dafür müssen wir auch unser persönliches Teamdenken und –handeln vorleben: Wie sehe ich mich darin, wie bringe ich mich ein, was würden mir andere auf diese Fragen antworten?

Verlässliches Miteinander ist dringender denn je, erscheint aber immer ober­flächlicher und fragiler. Steigende Informationsflut, zunehmende Unverbindlichkeit in den Unter­nehmen, unabsehbarer Wandel von Strukturen, kurzfristigere Wechsel zwischen Arbeits­plätzen, die soziale Schere in der Gesellschaft: das alles lässt Zusammenhalt schwerer entstehen.

Mit guter Teamarbeit gelingen die Dinge besser. Das gilt im Unternehmen, und darüber hinaus, zum Beispiel in Think Tanks und Labs, Communities und Plattformen. Es ist so viel Motivation, Wissen und Kreativität in der Welt, die nach Öffnung und Austausch verlangt.

Wir müssen die Herausforderungen im Unternehmen gemeinsam angehen. Taylorismus und hierarchische Machtfantasien, Command and Control haben ausgedient. We like Teamarbeit: Damit werden wir schneller und erfolgreicher.  


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