• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Unstatistik

Glyphosat: Vergiftete Meldungen

, Capital-Redaktion

Die Unstatistik bringt die Wahrheit hinter den Zahlen ans Tageslicht. Diesmal:  Krebsrisiko durch Glyphosat

Landwirtschaft © Pixabay
Ist das Pflanzenschutzmittel Glyphosat wirklich krebserregend?

Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. 
Alle „Unstatistiken“ finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de. Jüngst erschienen im Campus Verlag ist das Buch „Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet - Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik“


Es ist das meistverkaufte Pestizid der Welt, doch im Sommer läuft seine Zulassung in der EU aus: Glyphosat. Um über eine Verlängerung der Zulassung entscheiden zu können, müssen nun die Risiken des Pflanzenschutzmittels neu eingeschätzt werden. Aktivisten schlagen Alarm, denn die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) behauptet, das Mittel sei „wahrscheinlich krebserregend“.

Die Unstatistiker stellen die Schreckensmeldung jetzt richtig: Obwohl Glyphosat im Urin von Menschen nachgewiesen wurde, heiße das nicht, dass das Mittel automatisch auch krebserregend sei. Dem Umweltbundesamt zufolge liege der höchste gemessene Wert noch immer um den Faktor 1000 unter dem Wert, den die EU-Lebensmittelbehörde für vertretbar hält. Zudem habe das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) klargestellt, dass es keinen Nachweis der Krebsgefahr von Glyphosat gibt. Eine Aussage, für die der Präsident des BfR sich Vorwürfe aus der Bio-Szene gefallen lassen muss: Sein Institut verharmlose und handle unverantwortlich.

Weniger Rauchen statt Panikmache

Wer an die Schreckensnachricht glauben will, hält an den Aussagen der IARC fest – die hat allerdings auch Kaffee, Mate, Sonnenlicht und Schichtarbeit als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft und behauptet, Wurstkonsum erhöhe das Risiko einer Darmkrebs-Erkrankung. Die Unstatistiker warnen davor, sich von der Panikmache des IARC mitreißen zu lassen: Dann müsse man sich bald vor allem fürchten. Dabei liege die größte Gefahr immer noch in unserer eigenen Verantwortung: 20 bis 30 Prozent aller Krebserkrankungen sind die Folge von Zigaretten rauchen.


Artikel zum Thema
Autor
  • Geldanlage
Die Top-Zinsen für Tages- und Festgeld

Der Capital-Zinsticker: Wir zeigen Ihnen wieder die lukrativsten Angebote für Tages- und Festgeld auf einen Blick.MEHR

  • Wiedervorlage
Gesetze im Test: Abwrackprämie

Was haben Gesetze bewirkt, nachdem sie verabschiedet wurden? Diesmal im Test: die Abwrackprämie für alte AutosMEHR

LESERKOMMENTARE

 

Kommentare Einblenden

Datenschutz

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird von der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Moderation

Die Kommentare werden von Capital moderiert. Das heißt, Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Kritik und auch in der Sache harte Diskussionen sind willkommen, Beleidigungen werden wir dagegen nicht zulassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Netiquette.