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G20: Gipfelpolitik, Proteste und Glamour

, Capital-Redaktion

Die Woche stand ganz im Zeichen des G20-Gipfels, der von diplomatischen Drahtseilakten und gewaltsamen Protesten geprägt ist.

Zum ersten Mal findet ein G20-Gipfel in Deutschland statt. Nach dem Begrüßungsdefilee trafen sich die 20 Staats- und Regierungschefs zu ihrer ersten Beratungsrunde. Es ging um den internationalen Terrorismus.

Auch problematische Gäste reisen zum Gipfel an. Russlands Präsident Wladimir Putin ist einer von ihnen. Immerhin zur Begrüßung lächeln der Kremlchef und die Bundeskanzlerin.

Donald Trump ist ebenfalls kein einfacher Gast für Merkel. Der US-Präsident redet dem Protektionismus das Wort. Bei den ersten Treffen mit der Kanzlerin hatte er den deutschen Außenhandelsbilanzüberschuss scharf kritisiert.

Für Trump begann die Gipfelwoche mit einem Besuch in Polen. In einer Rede in Warschau beschwor er die Einigkeit des Westens und bekannte sich zur Beistandsverpflichtung der Nato.

Bereits am Mittwoch empfing Merkel den chinesischen Staatschef Xi Jinping, der sich zuletzt als Anhänger des freien Welthandels präsentiert hat. Als Gastgeschenk gab es zwei Pandabären für den Berliner Zoo. „Ich bin überzeugt, dass die beiden neue Botschafter unserer Freundschaft werden können“, sagte Xi.

Die Beziehungen der EU zur Türkei sind angespannt. Die Bundesregierung untersagte einen Auftritt von Präsident Recep Tayyip Erdogan, der darauf von Nazi-Methoden sprach. Mit Merkel hat er sich trotzdem getroffen. Und bei der Ankunft begrüßte er türkische Landsleute.

Dass es rund um den Gipfel zu Protesten kommen würde, war klar. Für linke und autonome Gruppen bietet das Treffen eine willkommene Gelegenheit ihre antikapitalistische Haltung zu zeigen.

Auch die Sicherheitskräfte sind mit einem massiven Aufgebot vor Ort. Schon im Vorfeld zeigten sie Präsenz, auch um Terrorgefahren einzudämmen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag eskalierte die Lage. Feuerwerkskörper flogen, Autos wurden angezündet - die Polizei ging massiv gegen die Demonstranten vor. Am Freitagvormittag sind dichte Rauchwolken über der Stadt zu sehen.

Sogar der noble Vorort Blankenese wird nicht verschont. Auch hier brennen Autos aus.

Das Künstlerkollektiv „1000 Gestalten“ demonstrierte mit lehmverschmierten Zombies. „Die Lehmgestalten stehen für eine Gesellschaft, die sich ihrer Hilflosigkeit vor den komplexen Zusammenhängen der Welt ergeben hat und in der der Einzelne nur noch für das eigene Vorankommen kämpft“, so die Veranstalter.

Für ein wenig Glamour rund um den Gipfel sorgte das Global Citizens Festival - unter anderem mit einem Auftritt von Coldplay. Es ging aber auch um Politik. Die Organisation will Politiker an die Erfüllung ihrer Versprechen erinnern.

In diesen Rahmen passt auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit seiner Frau, der wie etliche andere Politiker ein Statement abgeben durfte. Als Trump-Antipode hat der Kanadier gute Karten beim Publikum.


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