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Für Millennials ist Co‑Working tot

, von Jens Brambusch

Pflanzen im Büro statt Co-Working. Eine Studie bringt Erstaunliches zutage. Junge Berufsttätige sind extrem spießig, wenn es um ihren Arbeitsplatz geht

Angeblich unbeliebt: Co-Working wie hier im Surfoffice auf Gran Canaria © Mustafah Abdulaziz
Angeblich unbeliebt: Co-Working wie hier im Surfoffice auf Gran Canaria

Überraschendes Ergebnis einer Studie unter jungen Beschäftigten: „Das Trendthema Co-Working ist weder ein aktueller Trend noch „The next big thing“. Das behauptet United Research. Anfang des Jahres hat der Hamburger Marktforscher 1.020 berufstätige Personen zwischen 17 und 28 Jahren befragt, die in deutschen Städten ab 100.00 Einwohnern leben. Die Studie widmete sich dem Thema, wie sich Millennials, oder auch Generation Y genannt, den idealen Arbeitsplatz vorstellen. Die Hälfte der Befragten hat von Co-Working bislang keine Kenntnis genommen, ein weiteres Viertel kennt zwar den Begriff, ist sich aber nicht sicher, was sich genau dahinter verbirgt. Nur jeder Vierte der Befragte wusste Co-Working einzuordnen. Auftraggeber der Studie war ausgerechnet die Work Space Community „Friendsfactory“.

83 Prozent der Befragten gaben an, dass sie keinen Bock haben, ihren Arbeitsplatz mit anderen zu teilen oder mit dem Laptop und einem Kaffeebecher auf dem Sofa zu arbeiten, während andere daneben Kicker spielen. „Co-Working ist tot“, resümiert Gregor Gebhardt, der Gründer von Friendsfactory. Vielmehr wollten die Millennials ein eigenes, abschließbares Büro, vor der Tür aber ein inspirierendes Umfeld zum Netzwerken und Austauschen.

Konservativ bis spießig

Laut der Studie favorisieren 45 Prozent der jungen Beschäftigten ein klassisches Büro mit ein oder zwei Arbeitsplätzen, nur 14 Prozent bevorzugen ein Großraumbüro mit einem festen Arbeitsplatz und verschwindend geringe drei Prozent wollen in einem Großraumbüro mit flexiblen Arbeitsplätzen arbeiten. 30 Prozent sehen Homeoffice als das ideale Arbeitsumfeld.

Die befragten jungen Großstädter sind erstaunlich konservativ, was ihre Arbeitswünsche anbelangt. Oder wie es Gebhardt nennt: „Spießig“. Das digitale Nomadentum, ein Synonym für die schöne neue Arbeitswelt, dient nur wenigen als Ideal. Die Mehrheit der jungen Berufstätigen schätzt laut der Studie Beständigkeit, konzentriertes Arbeiten und ihre eigene DNA am Arbeitsplatz. Einen eigenen Schreibtisch wünschen sich 91 Prozent der Befragten. Dazu ausreichend Platz, Pflanzen und ergonomische Möbel. Und natürlich eine moderne, technische Ausstattung. Am wichtigsten aber ist den Millennials eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Und die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

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