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Die fünf grössten Backup-Irrtümer

, Holger Felgner

Brände, Einbrüche oder Hacker gehören zu den typischen Ängsten von Firmen. Verlorene Daten nicht. Das sollten sie aber. Von Holger Felgner

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Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung der Datensicherung

Holger Felgner ist CEO der Göppinger IT-Firma TeamViewer, die unter anderem ein stark verschlüsseltes und gesichertes Backupverfahren für Unternehmen anbietet.Holger Felgner ist CEO der Göppinger IT-Firma TeamViewer, die unter anderem ein stark verschlüsseltes und gesichertes Backupverfahren für Unternehmen anbietet.


Viele Firmen und Privatanwender halten eine fortlaufende Datensicherung entweder für zu schwierig, zu langwierig oder sogar für unnötig. So gehen Daten immer noch viel zu oft verloren – aus Versehen, aus Absicht oder durch technisches Versagen. Jedes dritte Unternehmen sah sich bereits mindestens einmal mit Datenverlust oder anderen Datenschutzvorfällen konfrontiert. Grund genug, fünf immer wieder formulierte Backup-Irrtümer einmal aus der Welt zu schaffen.

Irrtum 1: „Datenverlust ist halb so schlimm“

Jeder, der schon einmal um die Wiederherstellung seines gesamten Bildarchivs bangen musste, weiß, welche dramatische Bedeutung Datenpannen mit sich bringen können. Und was im Privatleben zumeist „nur“ ideellen Wert mit sich trägt, kann für Firmen massive finanzielle Zusatzkosten bedeuten – oder sie im schlimmsten Fall sogar in die Insolvenz treiben. Die Gesamtkosten einer einzigen Datenpanne liegen in deutschen Firmen durchschnittlich bei 3,42 Mio. Euro, zeigt eine Umfrage des Ponemon-Instituts. Glücklich der, der für diesen Notfall rechtzeitig Rücklagen gebildet oder die Daten am besten noch anderweitig gespeichert hat.

Irrtum 2: „Ein Backup dauert ewig“

Manches Unternehmen mag Datensicherungen aus zeitlichen Gründen meiden: Gerade in mittelständischen Firmen, in denen viele verschiedene Aufgaben auf den Schultern weniger Mitarbeiter lasten, werden lästige Sicherheitsmaßnahmen wie das Backup gerne zugunsten dringender operativer Tätigkeiten verschoben. Dahinter steckt auch die Annahme, dass Datensicherungen sowohl lange dauern als auch viel Speicherplatz benötigen. Doch so aufwendig ist meist nur die initiale Sicherung. Erheblich verkürzten lässt sich die Zeit für weitere Iterationen durch Datenkomprimierung, das Identifizieren redundanter Datensätze und inkrementelle Sicherungen, die nur neu hinzugekommene Daten speichern.

Irrtum 3: „Google Drive, Dropbox und andere Dienste sind geeignete Backup-Werkzeuge”

Ein Online-Backup ist meist schnell und praktisch, die Daten sind hinterher von überall verfügbar. Im Privaten ist es daher nur naheliegend, sich auf bekannte Online-Speicher wie Google Drive und Dropbox zu verlassen, in denen Daten hin- und hergeschoben und so bestenfalls manuell gesichert werden. Firmen sollten die Messlatte jedoch deutlich höher legen: Mit einem automatisierten Backup-Ansatz, zusätzlichen Funktionen wie E-Mail- oder Kalendersicherung sowie einer starken Verschlüsselung können sie sichergehen, auch sensible Unternehmens- und Kundendaten gut gesichert zu haben. Zudem lassen sich so die Datensicherungen vieler verschiedener Endgeräte zentral verwalten und steuern.

Irrtum 4: „Ein Online-Backup ist ohne das Internet vollkommen nutzlos“

Natürlich ist das Internet essenzieller Teil eines Online-Backups; doch verliert es auch ohne Netz nicht seinen Sinn. Heute gibt es hybride Mischformen, die neben der externen Sicherung die Daten zusätzlich noch lokal speichern – und sie so auch ohne Internetverbindung wiederherstellen können. Firmen gewinnen so eine doppelte Sicherheitsschicht. Denn neben der Sicherung im Rechenzentrum haben sie eine lokale Kopie des Datenbestands, den sie bei Bedarf sogar schneller als das Online-Pendant wiederherstellen können.

Irrtum 5: „Daten lassen sich nur schwer wiederherstellen“

Deutsche Anwender scheinen gebeutelt von traditionellen Datensicherungen, mit denen sie im Notfall nicht zurechtkommen: Für mehr als die Hälfte der Befragten einer aktuellen Statista-Umfrage würden Backup und Disaster-Recovery von anwenderfreundlicheren Technologien profitieren. Ein Online-Backup greift dem Anwender heute in Notfällen meist sehr unkompliziert unter die Arme und ermöglicht mit einem Mausklick die Wiederherstellung der alten Daten. 

Allerdings tut blindes Vertrauen in eine Software nur selten gut. Ein regelmäßiges „Proben des Ernstfalls“ inklusive Datenwiederherstellung ist daher jedem Unternehmen zu empfehlen. 


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