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Der Microsoft-Veteran

, Kai Beller

Satya Nadella wird neuer Chef des Softwareriesen Microsoft. Der Nachfolger Steve Ballmers steht nicht für eine Revolution sondern eher für eine behutsame Neuausrichtung des Unternehmens. 

Satya Nadella © Microsoft
Seit 22 Jahren bei Microsoft: Satya Nadella

Microsoft hat die Suche für die Nachfolge von CEO Steve Ballmer abgeschlossen. Satya Nadella heißt der neue Mann, der bei dem Redmonder Konzern Karriere gemacht hat. Bislang arbeitete er aber eher im Hintergrund als Verantwortlicher für das Cloud Computing, wo er sehr erfolgreich war. Jetzt soll er die Neuausrichtung des Unternehmens voranbringen, das immer noch mit dem PC-Betriebssystem Windows und seinen Office-Produkten identifiziert wird. Nadella muss Microsoft neu aufstellen, um besser gegen die Konkurrenz von Google, Apple und Amazon auszusehen. Microsoft-Gründer Bill Gates wird ihm dabei als technischer Berater zur Seite stehen und nicht länger den Aufsichtsrat führen. Kein Wunder, dass Gates voll des Lobes ist für den Ballmer-Nachfolger:

„Satya is a proven leader with hard-core engineering skills, business vision and the ability to bring people together. His vision for how technology will be used and experienced around the world is exactly what Microsoft needs as the company enters its next chapter of expanded product innovation and growth.”

Aber ist Nadella tatsächlich das frische Blut, das sich Ballmer bei der Ankündigung seines Rückzugs für Microsoft gewünscht hatte? Der neue Chef ist eher ein Mann mit Stallgeruch, der seit 22 Jahren im Unternehmen arbeitet. Von einer „konservativen Wahl“, schrieb Businessweek als erste Meldungen über seiner Ernennung die Runde machten. Seine Erfolge seien  ansehnlich, schreibt Julie Bort auf Businessinsider:

  • „Nadella was the one that helped bring some of Microsoft's most popular technologies, like its database, Windows server and developer tools, to the cloud. 
  • That cloud, called Azure, has gained respect as an alternative to Amazon's cloud among the industry.
  • He also helped Microsoft bring a cloud version of Microsoft Office to the cloud, Office 365. Microsoft says Office 365 one of its fastest growing products ever.
  • Cloud revenue grew to $20.3 billion in the last fiscal year (ended in June), from $16.6 billion when he took over in 2011.“

Nadella auf vertrauten Pfaden

Revolutionäres ist von Nadella nicht zu erwarten. Das machte der neue CEO auch nach seiner Ernennung klar:

„The opportunity ahead for Microsoft is vast, but to seize it, we must focus clearly, move faster and continue to transform. A big part of my job is to accelerate our ability to bring innovative products to our customers more quickly.“

Laut Wall Street Journal ist Microsoft eher für schnelle Adaptionen bekannt und nicht zu sehr als Trendsetter. Auch Businessweek-Autor Ashlee Vance sieht den neuen Mann auf vertrauten Wegen:

„What Nadella is not is the radical agent of change or the inspirational visionary that some investors and outsiders have been hoping for. He seems likely to keep pushing on Microsoft’s data center-focused cloud journey and unlikely to take any drastic measures around consumer products.“

Businesskunden sind die großen Stützen

An den Herausforderungen kommt Nadella aber nicht vorbei. Beim Cloud-Computing konkurriert Microsoft mit Google und Amazon, bei Tablets und Smartphones mit Apple, Samsung und wiederum Google und bei den Spielekonsolen mit Sony und Nintendo. Die Financial Times sieht den Konzern gut gerüstet für den Wettbewerb, vor allem weil das Geschäft mit Business-Kunden sehr gut laufe:

„It grew at 10 per cent in the latest quarter, a clip its rivals IBM and Oracle only dream of. It is not very cyclical, and its profits do not depend on having the next cool gadget.“

Das Wall Street Journal weist dagegen auf die Kehrseite hin: Das Unternehmen habe potenzielle Wachstumsbereiche verschlafen, die durch den Trend entstanden seien, mehr und mehr Computeraufgaben im Web, auf Tablets und Smartphones zu erledigen. Die Websuchmaschine Bing und die Spielekonsole Xbox trügen kaum zum Gewinn bei.

Was es künftig nicht mehr geben wird bei Microsoft sind Auftritte nach Ballmers Art. Ein Youtube-Nutzer drückte bereits sein Bedauern aus: „That new dude seems to be really boring from the pictures.” Und weil es so schön war, hier zum Abschied ein Zusammenschnitt der bizarrsten Ballmer-Auftritte.


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