• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Bilderstrecke

Ceconomy - im Reich der Kunstnamen

, Capital-Redaktion

Das Baby braucht einen Namen: etwa Ceconomy oder Covestro. Viele Firmen setzen auf Kunstworte als Namen. Wir zeigen Beispiele aus aller Welt

Ceconomy ist das jüngste Beispiel für den Trend zu Kunstnamen. In Ceconomy stecken die Begriffe Consumer Electronics und Economy. Das Unternehmen geht aus der Aufspaltung des Handelskonzerns Metro hervor und umfasst vor allem die Media-Saturn-Gruppe. 

Auch der Energieversorger RWE signalisierte mit der Aufspaltung des Konzerns einen Neubeginn. Die Tochtergesellschaft Innogy soll sich auf Erneuerbare Energien konzentrieren. Der Begriff ist zusammengezogen aus Innovation und Energy.

Der Bayer-Konzern gliederte 2015 seine Kunststoffsparte aus: Covestro heißt das neue eigenständige Unternehmen. Der Name sei hergeleitet von "Co" für Collaboration, "vest" für Investieren und "stro" für "strong" also Stärke. Ob das wirklich jemand herleiten kann?

Bayer kennt sich aus mit fantasievollen Firmennamen: Der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess wurde 2004 ausgegliedert. Der Name ist zusammengesetzt aus dem französischen Wort "lancer" und dem englischen "success". An der Namensfindung wirkten Mitarbeiter und eine Agentur mit.

Der Wohnungskonzern Vonovia hieß früher Deutsche Annington. Mit der Umbenennung strebte der Konzern auch einen Imagewechsel an. Vonovia sei ein Kunstname ohne ursprüngliche Bedeutung, hieß es. Das Thema Wohnen solle aber im Namen anklingen.

Mit einem neuen Namen sollte KarstadtQuelle in die Zukunft starten. Eine Düsseldorfer Agentur hatte sich den Namen Arcandor ausgedacht. "Der Name soll Wert, Verlässlichkeit, Treue oder Mut assoziieren, gleich in welcher Sprache", sagte Konzernchef Thomas Middelhoff. Zwei Jahre später war der Konzern pleite.

Der Energiekonzern Eon - offizielle Schreibweise E.ON - entstand aus der Fusion von Veba und Viag. Das "E" stehe für Energie und das "ON" für das Streben nach Innovation und Expansion. Abgeleitet sei der Begriff vom griechischen Begriff "Aeon" für Ewigkeit. Die endet allerdings bald, denn Eon spaltet sich auf.

Auch Infineon hat "aeon" als Namensbestandteil. Der erste Teil des Firmennamens geht englischen Begriff für Grenzenlosigkeit "infinity" zurück. Das Chip-Unternehmen entstand 1999 durch die Ausgliederung aus dem Siemens-Konzern. 

Während sich Infineon am Markt etabliert hat, scheiterte der eigene Ableger Qimonda – trotz der "universellen Namenseigenschaften": Als key-monda "Schlüssel zur Welt" sollte es im westlichen Kulturkreis verstanden werden. 2009 war Qimonda pleite – allerdings nicht wegen des Namens.

Als erfolgreicher erwies sich Evonik. Der aus der RAG AG hervorgegangene Spezialchemiekonzern wurde 2007 umbenannt. Erfunden hat den Namen der Werbeprofi Manfred Gotta, von dem auch Markennamen wie Megaperls und Smart stammen. Gotta hat auch den neuen Namen der Citibank kreiert: Targobank.

Umfirmierungen sind keine deutsche Spezialität. In den USA wurde 2003 aus Philip Morris Companies die Altria Group - auch so ein Kunstwort. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, es wolle mit der Umbenennung sein gesundheitsschädliches Tabakgeschäft verstecken.

Mondelez hieß früher Kraft Foods. Die Umbenennung erfolgte 2012 nach der Aufspaltung des Konzerns. Der Begriff, der auf einen Mitarbeiterwettbewerb zurückgeht, soll für "mondo" die Welt und deliziös stehen. 

Aus Andersen Consulting wurde das Beratungsunternehmen Accenture. Die Umbenennung wurde notwendig, nachdem sich die Beratungssparte von der Holding getrennt hatte. Accenture ist ein sogenanntes Kofferwort, bei dem die Wörter "Accent on the Future" zusammengepackt wurden.

Der Name Verizon entstand nach der Fusion der US-Telekomunternehmen Bell Atlantic und GTE im Jahr 2000. Das Schachtelwort Verizon setzt sich aus dem lateinischen Begriff für Wahrheit "veritas" und dem englischen Wort für Horizont "horizon" zusammen. 

Dass neue Namen nicht glücklich machen, zeigt das Beispiel des Schweizer Oerlikon-Konzerns, der sich 2000 in Unaxis umbenannt hatte. Seit 2006 heißt das Unternehmen OC Oerlikon, aber die erneute Namensänderung war mit Rechtsstreitigkeiten verbunden.


Artikel zum Thema