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Börsenfusion, zweiter Anlauf

, Kai Beller

Das gab es doch schon mal: Die Deutsche Börse und die LSE wollen fusionieren. Außerdem: Bayer, BASF und Hugo Boss

Deutsche Börse und LSE: Hochzeitspläne

Frankfurter Börse
Frankfurter Börse: Hier soll auch nach dem Zusammenschluss mit der Londoner Börse weiter gehandelt werden - Foto: Deutsche Börse

Ein Déjà-vu-Erlebnis wird der ein oder andere gehabt haben, als die Nachricht über die Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Börse und der London Stock Exchange (LSE) über die Ticker lief. Bereits vor etwas mehr als zehn Jahren führten die beiden Börsenbetreiber Gespräche über einen Zusammenschluss. Was damals scheiterte, soll jetzt gelingen: die Fusion zum größten europäischen Börsenkonzern.

Kommt der Deal zustande, stehen bei der Deutschen Börse wesentliche Änderungen ins Haus. Das fusionierte Unternehmen soll nämlich eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht sein. Die Unternehmen geben sich aber alle Mühe, den Zusammenschluss als Fusion unter Gleichen darzustellen. Mit London und Frankfurt werde es zwei Hauptsitze geben, teilte die Deutsche Börse mit. Die Aktie soll an beiden Handelsplätzen notiert werden.

Deutsche Börse Aktie

Deutsche Börse Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Als CEO ist Carsten Kengeter vorgesehen, bisher Chef der Deutschen Börse. Der Chairman kommt mit Donald Brydon wiederum von der LSE. Dessen Stellvertreter wiederum könnte der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse Joachim Faber werden. LSE-Chef Xavier Rolet werde zurücktreten.

Die Pläne sind also schon sehr konkret – nur einen Namen für das neue Unternehmen gibt es noch nicht. Bis zum 22. März muss die Deutsche Börse ein konkretes Übernahmeangebot für die LSE unterbreiten. Die britischen Wähler könnten das gemeinsame Vorhaben noch zu Fall bringen: „Die Parteien wissen, dass eine Entscheidung der Wählerschaft von Großbritannien über das Verlassen der Europäischen Union ein Risiko für das Projekt darstellt“, hieß es in einer Mitteilung der beiden Konzerne.

Der Kassamarkt am Börsenplatz Frankfurt sei durch die Fusion nicht gefährdet, sagte Kengeter. Klar ist aber auch, dass der Finanzplatz London Frankfurt weit hinter sich gelassen hat. Die britische Hauptstadt ist das Finanzzentrum Nummer eins in Europa. Die Mainmetropole kann schon lange nicht mehr mithalten.

Bayer: Abschied mit Rekordzahlen

Bayer-Chef Marijn Dekkers
Bayer-Chef Marijn Dekkers: Rekordzahlen und verhaltener Ausblick - Foto: Bayer

Mit Rekordzahlen verabschiedet sich Konzernchef Marijn Dekkers vom Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Der Betriebsgewinn stieg um 18 Prozent auf knapp 10,3 Mrd. Euro. Unter dem Strich bleibt ein Überschuss von 4,1 Mrd. Euro, 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Entsprechend zufrieden scheidet Dekkers aus dem Amt, er sieht das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt: „Wir haben mit der Neuorganisation von Bayer die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens gestellt“, sagte er.

Die Zukunft muss ab Mai der bisherige Strategie-Vorstand Werner Baumann meistern. Bayer konzentriert künftig auf die Sparten Pharma, Gesundheitsprodukte und Agrarchemie. „Strategisch haben wir alle notwendigen Schritte unternommen, um Bayer zu einem reinen Life Science Unternehmen zu machen“, sagte Dekkers. Das Kunststoffgeschäft wurde im vergangenen Jahr ausgegliedert und unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht.

Bei den Anlegern kamen die Rekordzahlen weniger gut an, was vor allem auf den verhaltenen Ausblick zurückgeführt wurde. Zudem laufen die Geschäfte in der Agrarchemie nicht rund. Das bereinigte operative Ergebnis „planen wir im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erhöhen, ebenso wie das bereinigte Ergebnis je Aktie“, sagte Dekkers. Analysten mutmaßten, dass die Ziele nicht so hoch gesteckt werden, um Dekkers Nachfolger Baumann keine zu große Bürde aufzuhalsen.

Die Aktionäre profitieren auf jeden Fall von dem guten Ergebnis: Die Dividende soll auf 2,50 Euro je Aktie steigen. Im Vorjahr waren es 2,25 Euro.

BASF: schwache Vorzeichen für 2016

BASF-Öltanklager in Ludwigshafen
BASF-Öltanklager in Ludwigshafen: Der niedrige Ölpreis ist ein Problem für den Konzern - Foto: BASF

Trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr und trüber Aussichten für das laufende Jahr will BASF seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen. 2,90 Euro je Anteilsschein will der Ludwigshafener Konzern für 2015 ausschütten, 10 Cent mehr als im Jahr zuvor. „Wir streben auch künftig an, die Dividende jährlich zu steigern, sie zumindest aber auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten“, sagte Konzernchef Kurt Bock.

Es war die einzige rundum positive Nachricht für die Aktionäre. Denn ansonsten sind die Aussichten für BASF nicht allzu rosig. „Das Jahr hat verhalten begonnen, vor allem infolge einer schwachen Mengenkonjunktur in China“, sagte Bock. Die globale Chemieproduktion werde im Jahr 2016 voraussichtlich leicht schwächer wachsen als 2015.

Beim Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen rechnet der Konzern mit einem etwas schwächeren Ergebnis als 2015. „Dies ist in dem derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld ein anspruchsvolles Ziel und insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises abhängig“, so Bock. Die Aktie notierte trotzdem im Plus.

Hugo Boss: Lahrs wirft hin

Hugo-Boss-Chef Lahrs
Hugo-Boss-Chef Lahrs geht "auf eigenen Wunsch" - Foto: dpa

Der Modekonzern Hugo Boss hat eine schwierige Woche hinter sich. Erst gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung heraus, dann nahm auch noch Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs seinen Hut. Er gehe zum 29. Februar „auf eigenen Wunsch“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Die Aktionäre reagierten erleichtert auf den Rücktritt des Chefs. Nach der Gewinnwarnung war der Kurs noch von 70 Euro je Aktie auf 50 Euro abgestürzt. Nach Lahrs Rückzug stabilisierte sich das Papier.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende wird für die Probleme bei Hugo Boss verantwortlich gemacht. Der größte deutsche Modekonzern kämpft in China und den USA mit einem schwierigen Marktumfeld. Deshalb kassierte Hugo Boss auch seine Gewinnprognose: Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen nun mit einem operativen Gewinnrückgang.

Hugo Boss Aktie

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