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Blessings Abschiedsvorstellung

, Kai Beller

Commerzbank-Chef Blessing präsentiert zum Abschied einen Milliardengewinn. Außerdem: Vonovia und Twitter.

Commerzbank: Erste Dividende seit 2007

Commerzbank-Chef Blessing
Milliardengewinn: Commerzbank-Chef Martin Blessing sieht sich in seiner Strategie bestätigt - Foto: Getty Images

Die Banken haben eine äußerst schwierige Woche hinter sich. Vor allem die Deutsche Bank wurde an der Börse ordentlich durchgeschüttelt. Der gesamte Bankensektor hat zurzeit bei den Investoren einen schweren Stand – auch die Commerzbank. Für sie endete die Woche immerhin versöhnlich. Nach Vorlage der Jahresbilanz machte die Aktie der zweitgrößten deutschen Bank einen Riesensatz nach oben und holte die zuvor im Windschatten der Deutschen-Bank-Krise erlittenen Verluste wieder auf.

Commerzbank Aktie

Commerzbank Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Die Banken haben eine äußerst schwierige Woche hinter sich. Vor allem die Deutsche Bank wurde an der Börse ordentlich durchgeschüttelt. Der gesamte Bankensektor hat zurzeit bei den Investoren einen schweren Stand – auch die Commerzbank. Für sie endete die Woche immerhin versöhnlich. Nach Vorlage der Jahresbilanz machte die Aktie der zweitgrößten deutschen Bank einen Riesensatz nach oben und holte die zuvor im Windschatten der Deutschen-Bank-Krise erlittenen Verluste wieder auf.

„Wir haben erstmals seit fünf Jahren wieder ein Konzernergebnis von über 1 Mrd. Euro erzielt.“, sagte Vorstandschef Martin Blessing zufrieden. Er hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, die Position an der Spitze der Bank aufzugeben. Zum Abschied gibt es auch noch eine Dividende für die Aktionäre: „Der Vorstand plant, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 20 Cent je Aktie vorzuschlagen“, sagte Blessing. Darauf mussten die Anteilseigner seit 2007 warten.

Die Commerzbank war im Zuge der Finanzkrise in eine gefährliche Schieflage geraten. Um einen Zusammenbruch zu vermeiden, stieg der Staat bei dem Institut ein. Nach wie vor ist der Bund mit 15,6 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Die Dividende kommt also auch Finanzminister Wolfgang Schäuble zugute: 39 Mio. Euro fließen in den Haushalt.

Gut läuft es für die Commerzbank vor allem im Privatkundengeschäft. Etwa 800.000 Kunden hat die Bank in den letzten drei Jahren gewonnen. Doch auch wenn Blessing die Zahlen als Bestätigung seiner Strategie sieht, bleibt für seinen Nachfolger noch genug zu tun. Denn bei der Rentabilität hat das Kreditinstitut den Anschluss noch längst nicht gefunden. 2015 lag die Netto-Rendite nach Steuer bei lediglich 3,8 Prozent. Das ist zwar eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, doch von den angepeilten zehn Prozent ist das Kreditinstitut noch weit entfernt.

Vonovia: Deutsche-Wohnen-Übernahme geplatzt

Vonovia-Zentrale
Vonovia: Das Übernahmeangebot überzeugte die Deutsche-Wohnen-Aktionäre nicht - Foto: dpa

Nach monatelangem Gezerre ist die geplante feindliche Übernahme des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen durch den Konkurrenten Vonovia gescheitert. Das Angebot des größten deutschen Wohnungskonzerns hat die Deutsche-Wohnen-Anteilseigner mehrheitlich nicht überzeugt. Nur 30 Prozent der Aktien hätte Vonovia zusammenbekommen, viel zu wenig für den Deal. „Das Ergebnis ist nicht das, was ich mir gewünscht habe“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch.

Ganz anders die Reaktion bei Deutsche Wohnen: „Wir freuen uns und bedanken uns bei unseren Aktionären, Mitarbeitern und Mietern für die Unterstützung“, sagte Konzernchef Michael Zahn. „Unsere Argumente gegen die Transaktion haben den Markt überzeugt.“ Das auf den Berliner Raum konzentrierte Unternehmen hatte die Vonovia-Offerte stets als nicht annehmbar bezeichnet.

14 Mrd. Euro wollte sich Buch die Übernahme kosten lassen. Entstanden wäre ein Immobilienriese mit mehr als 500.000 Wohnungen in Deutschland. So bleibt es bei den knapp 370.000 Einheiten. Vonovia ist damit aber immer noch unangefochtener Marktführer vor der Deutschen Wohnen, die über knapp 150.000 Wohnungen verfügt.

An der Börse wurde das Scheitern des Deals positiv aufgenommen. Die im Dax notierte Vonovia-Aktie legte am Mittwoch gut sechs Prozent zu, das im MDax gelistete Deutsche-Wohnen-Papier gewann zwischenzeitlich sogar fast sieben Prozent.

Twitter: Ohne Wachstum

Twitter-Logo
Bald ausgezwitschert? Der Kurznachrichtendienst hat den Anschluss verloren - Foto: Getty Images

Von Twitter gab es zuletzt wenig gute Nachrichten. Den Anschluss an andere soziale Netzwerke wie Facebook hat der Kurznachrichtendienst schon lange verloren. Doch nun schrumpft auch noch die Zahl der aktiven Nutzer: 305 Millionen Menschen nutzten im Schlussquartal den Dienst, zwei Millionen weniger als im Quartal zuvor. Auch der Verlust von rund 90 Mio. Dollar kam bei den Investoren nicht gut an.

An der Börse knickte die Twitter-Aktie ein: Sie verlor mehr als vier Prozent. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Viele Nutzer und Investoren haben das Unternehmen bereits aufgegeben. Großen Unmut unter den Usern löste Twitter mit Umbauplänen aus: Danach sollen Tweets künftig nicht mehr chronologisch, sondern nach Relevanz sortiert angezeigt werden. Die Folge war ein Sturm der Entrüstung, weil Nutzer fürchten, dass ihre Tweets nicht mehr gelesen werden.

Twitter-CEO Jack Dorsey sah sich zu einem Dementi gezwungen: Die Timeline werde vorerst nicht geändert. 


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