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BASF leidet unter Ölpreiscrash

, Kai Beller

Der niedrige Ölpreis trifft den Chemieriesen BASF hart. Außerdem: Gute Geschäfte bei Siemens und Sorgen bei Samsung und Apple

Gewinneinbruch bei BASF

Öltanklager bei BASF in Ludwigshafen
Öltanklager bei BASF in Ludwigshafen - Foto: BASF

Dass der Ölpreiscrash an BASF nicht spurlos vorbeigehen würde, war klar. Dass es den weltgrößten Chemiekonzern aber so übel erwischen würde, kam dann doch unerwartet. Das Ludwigshafener Unternehmen teilte am Mittwoch mit, dass der Gewinn im vergangenen Jahr vor Steuern und Zinsen um knapp 20 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro zurückgegangen sei. BASF war nur von einem leichten Rückgang des Ebit ausgegangen.

An der Börse wurden die Zahlen mit Enttäuschung aufgenommen. Die Aktie rutschte zeitweise um mehr als drei Prozent ab, bevor sie einen Teil der Verluste wieder wettmachen konnte. Die Aussichten für das laufende Jahr dürften die Aktionäre nicht gerade ermutigen.

BASF Aktie

BASF Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

„BASF erwartet, dass die Öl- und Gaspreise im Jahr 2016 auf einem niedrigen Niveau verbleiben werden“, teilte das Unternehmen mit. Da Vorstandschef Kurt Bock bislang mit einem Ölpreis von 55 Dollar je Barrel kalkuliert hatte, der Preis aber zwischenzeitlich unter die Marke von 30 Dollar gerutscht war, muss der Konzern nun Wertberichtigungen in Höhe von 600 Mio. Euro im Öl- und Gasgeschäft vornehmen. Auch für die Jahre nach 2016 rechnen die Ludwigshafener mit niedrigen Ölpreisen.

Mit Wintershall verfügt BASF über eine eigene Öl- und Gastochter, die in Zeiten hoher Energiepreise eine wesentliche Ergebnisstütze war. Beim aktuellen Preisniveau erweist sich das Geschäft jedoch zunehmend als Belastung. Zwar profitiert der Öl-hungrige Chemiekonzern von den niedrigen Rohstoffkosten, weil die Herstellungskosten sinken. Die Einsparungen bei der Produktion werden jedoch durch niedrige Preise für BASF-Produkte aufgewogen. Wegen des intensiven Wettbewerbs können die Kunden des Chemieriesen ihn zu niedrigeren Preisen zwingen.

Siemens-Höhenflug

Siemens-Chef Joe Kaeser (r.) bei einer Pressekonferenz
Siemens-Chef Joe Kaeser (r.) sieht seinen Konzern in der Erfolgsspur - Foto: Siemens

Während BASF unter dem billigen Öl leidet, verbreitet Siemens Aufbruchstimmung. „Wir sind stark ins neue Geschäftsjahr gestartet, und das vor dem Hintergrund eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds“, sagte Konzernchef Joe Kaeser bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen des ersten Quartals. Er sieht das als Bestätigung seiner Strategie 2020, die den Konzern fit machen soll für die Zukunft.

Die guten Quartalszahlen sind aber auch das Ergebnis von Großaufträgen in der Kraftwerks- und der Bahnsparte. „Der Auftragseingang stieg auf 22,8 Mrd. Euro, ein Anstieg exklusive Währungseffekte um starke 22 Prozent“, sagte Kaeser. So habe Siemens einen Auftrag für den Bau eines Kraftwerks in Ägypten erhalten.

Vor dem Hintergrund des erfolgreichen Jahresauftakts hob Siemens seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Kaeser erwartet nun 5,6 Mrd. Euro, 200 Mio. Euro mehr als zuvor. An der Börse machte die Siemens-Aktie einen Sprung nach oben.

Ende des Smartphone-Booms?

Apple Store
Apple-Store: Die Geschäfte laufen nicht mehr so rund

Das stürmische Wachstum des Smartphone-Marktes schwächt sich ab. Das bekommen die beiden Branchenriesen Samsung und Apple zunehmend zu spüren. Das langsamere Wachstumstempo in China und die schwächeren Währungen in anderen Schwellenländern dämpfen die Nachfrage nach teuren Smartphones, wie sie die Südkoreaner und die Amerikaner im Angebot haben.

Samsung schließt wegen des schwierigen Marktumfeldes einen Gewinnrückgang in diesem Jahr nicht aus. Wegen der allgemein schwächeren IT-Nachfrage werde es schwer, das Niveau des vergangenen Jahres zu halten, teilte der Konzern mit.

Und auch Konkurrent Apple bereitete die Investoren auf schwierigere Zeiten vor: Im Weihnachtsquartal waren die Umsätze noch minimal gestiegen, aber im laufenden Quartal könnte es einen Umsatzrückgang geben. Es wäre das erste Mal seit 13 Jahren, dass die Erlöse des iPhone-Herstellers sinken würden. „Wir erleben jetzt langsam etwas, was wir noch nicht erlebt haben“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Finanzchef Luca Maestri.

Einen Strategiewechsel zieht Apple trotzdem nicht in Erwägung. Konzernchef Tim Cook machte deutlich, dass es unter seiner Regie kein Billig-iPhone geben werde. Er setzt darauf, dass der zuletzt schwächelnden Absatz in China wieder anzieht, weil die wachsende Mittelschicht zu Apple-Produkten greifen werde.

Infografik: China zieht mit Europa gleich | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Zweiter Hoffnungsträger ist Indien: Hier stimmen die Wachstumsraten noch. Und Apple geht davon aus, dass es mit noch höherem Tempo weitergeht. Gut 800.000 iPhones hat das Unternehmen im Schlussquartal in Indien verkauft. Da auch dort die Mittelschicht wächst, erwartet Apple in dem Land weitere Rekordzahlen.


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