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  • Autobiografie

Uwe Ahrendt: Mercedes 190

, Guido Reinking

Nomos-Chef Uwe Ahrendt hat nicht nur die Uhrenmarke, sondern auch den Mercedes-Oldtimer von seinem Vorgänger übernommen

Uwe Ahrendt mit seinem Mercedes 190 © Stephan Floss
Uwe Ahrendt mit seinem Mercedes 190

Uwe Ahrendt muss sich mit Nomos nicht verstecken: 2016 hat seine Firma 24 Prozent mehr Uhren verkauft – in einem schrumpfenden Gesamtmarkt.


Die Liebe zur Mechanik liegt Uwe Ahrendt im Blut: Der Geschäftsführer und Gesellschafter der Uhrenmanufaktur Nomos in Glashütte spricht etwa mit Begeisterung vom neuen Automatikwerk ihrer Uhren, einem der flachsten in der In-dus-trie: „Gerade so hoch wie neun Briefmarken.“ Oder von der Unruh, die er für 11 Mio. Euro entwickeln ließ, um nicht weiter von der Schweizer Konkurrenz abhängig zu sein.

Klar, dass einer wie er mit einem modernen Auto voller Elektronik wenig anfangen kann. Vor der Firmenzentrale im ehemaligen Bahnhof von Glashütte parkt sein hellblauer Mercedes 190 von 1962, von Kennern einfach „Heckflosse“ genannt – weil die Stuttgarter damals sichtbar der amerikanischen Automode folgten. Angeschafft hatte das Auto Roland Schwertner, der Nomos 1990 gegründet hat. Uwe Ahrendt übernahm mit der Unternehmensführung auch die Heckflosse.

Das Auto gehört seither unter dem Spitznamen „Himmelblau“ zur Familie. „Die Kinder lieben es. Fahrten bis Dresden unternehme ich im Sommer eigentlich nur mit dem Mercedes.“ Das Auto läuft – wie sollte es anders sein – wie ein Uhrwerk. „Der Mercedes hat einen großen Sympathiefaktor. Die Menschen schauen freundlich und winken.“ Das gebe es bei keinem modernen Auto.

Ob solche Benziner gegen das Elektroauto eine Zukunft hätten, weiß er nicht. Bei den Uhren aber ist sich der 48-jährige Wirtschaftsingenieur sicher – trotz Smartphone und Apple Watch: „Es wird immer Menschen geben, die eine schöne mechanische Uhr besitzen wollen.“


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