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10 Dinge, die 2017 besser werden

, Capital-Redaktion

2016 war schlecht und 2017 wird eh nicht besser? Hier sind 10 Dinge, mit denen es definitiv seit einigen Jahren bergauf geht

1. Kaffee

Kaffeemaschine © Getty Images

Die Kaffeeindustrie hat ja etwas Einmaliges geschafft, nämlich ihre Preise zu vervielfachen – und die Kunden finden es auch noch super. Dafür schmeckt der Kaffee inzwischen fast überall gut, sogar an jedem Eckkiosk und Tankstelle, sei es aus Vollautomaten, Kapseln oder gleich einer chromblitzenden Siebträgermaschine. Die einzigen, die noch schlechten Kaffee trinken müssen, darüber schimpfen und das Wort „Plörre“ benutzen, sind aus unerfindlichen Gründen Tatort-Kommissare.

2. US-Fernsehserien

Fernsehen © Getty Images

Der atemberaubende Nachschub an atemberaubenden US-Fernsehserien hält an. Es gibt einfach mehr gute Serien aus den USA, als man schauen kann. Und zwar nicht nur die üblichen Verdächtigen (House of Cards, Breaking Bad, Game of Thrones, Homeland, Mad Man). Sondern zum Beispiel The Killing (danach will man keinen Tatort mehr schauen), Designated Survivor, Fargo (zwei grandiose Staffeln) und unbedingt Ray Donovan. Also: weiterschauen und sich freuen.

3. Toiletten

Sanifair-Toilette © Getty Images

Eigentlich sollte man nie über Klos schreiben. Aber die öffentlichen Toiletten werden definitiv besser. Zum Ausklang eines bitteren Jahres sollte man mal ein Interview mit dem Sanifair-Geschäftsführer machen, was genau der Masterplan hinter der keimfreien Aufrüstung an Autobahntankstellen war. Auch wenn die wasserlosen Urimate zu dem Monopolisten Tank & Rast gehören: Weiter so! Die 50-Cent-Wertmarken, die man immer vergisst einzulösen und die in Handtaschen und Autokonsolen herumfliegen, eigenen sich übrigens gut als Parallelwährung, sollte der Euro doch auseinanderfliegen.

4. Drinks

Bar mit Spirituosen © Getty Images

Wer glaubt, dass wir seit Jahren auf Partys im Prinzip das gleiche trinken (Bier, Wein, Longdrinks), sollte seine Eltern einmal fragen, wie es war, eine Party mit Kalter Ente (ein Mix aus Wein und Sekt) und Bowle zu schmeißen, in der alte Erdbeeren schwammen. Wein war schon immer facettenreich und deep. Die Bierindustrie erfindet seit dem Markteintritt von „Beck's Gold“ und Flavours wie „Chilled Orange“ automatisch mehr neue Sorten, als man ausprobieren kann. Und beim Gin geht die Wohlstandskurve so: Früher gab es nur den Gordon's. Dann tauchten die Bombay's, Hendrick's und Tanquerays dieser Welt auf. Mit Monkey 47 ging der Manufaktur-Alarm los, und heute gibt es mehr Gin-Sorten in Deutschland als Bundesländer.

5. Telefonieren

Öffentlicher Fernsprecher © dpa

Erinnert sich noch jemand, wie er in den 80ern nicht so lange Ferngespräche am Nachmittag führen durfte, weil die Eltern nach 10 Minuten riefen: „Schluss jetzt“? Eben. Nach der Liberalisierung Ende der 90er ging es los mit dem Call-by-Call-Anbietern (Was ist eigentlich aus denen geworden?) und seit einigen Jahren leben wir im Schlaraffenland der Flatrate. Seit Jahren arbeitet die EU-Kommission zudem an der Abschaffung der Roaming-Gebühren (Praise the EU!), so dass man nicht mehr wie früher 8 Euro pro Minute – sondern ab diesem Jahr (fast) keinen Aufpreis mehr zahlen muss.

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6. Wettervorhersagen

Wettervorhersage Claudia Kleinert © dpa

Das Wetter mag genauso schlecht wie früher sein (oder noch mieser), die Vorhersagen aber werden definitiv besser. Früher waren die Hampelmänner an der Wetterkarte ja eher Folklore, inzwischen stimmt meistens, was die da so sagen und an Wolkenströmen durch Armrudern abbilden. Abgesehen davon, dass man mit Wetter-App und Regenradar ziemlich genau weiß, wann der Wolkenbruch über der Stadt losgeht. Überhaupt Vorhersagen: Staus sehen wir auf Google Maps auch viel besser als früher. Auch die verspätete S-Bahn!

7. Einkaufen

Lieferdienst Lebensmittel © dpa

Früher musste man an die „Tanke“, um dort den vergessenen Liter Milch zu holen. Den es dort nur als 0,5 Liter-H-Milch Packung, aber dafür für 2,50 D-Mark gab. Oder zum „Späti“ oder dem Türken um die Ecke. Nun können wir bis 24 Uhr shoppen oder das Zeug gleich an die Tür liefern lassen. Diese Zeit benötigen wir auch dringend, schließlich ist das Joghurtregal inzwischen so lang wie ein Waldlauf in der Grundschule (800 Meter). Also: Öffnungszeiten werden immer besser. Lieferung auch. Preistransparenz über App sowieso. Und das Zeug, was in den Regalen steht, wird auch immer vielfältiger. Es gab ja Zeiten, da gab es bei Schokolade nur Vollmilch, Nuss und Zartbitter. Nun würden allein die Ritter-Sport-Sorten in einen eigenen Duden passen. Und was sich seit dem Auftauchen von Kessel-Chips am Knabberregal tut, stimmt auch echt optimistisch.

8. Orientierung

Smartphone Navigation © dpa

Eines Tages werden wir unseren Kindern erklären müssen, warum Menschen in Filmen aus den 90er-Jahren nach dem Weg fragen. Wir werden uns auch bessere Ausreden überlegen müssen, wenn man sich nicht mehr verlaufen kann. Weil man sich in jeder Stadt dieser Welt einfach sofort orientieren kann. Klar, kann sein, dass man am Louvre, Big Ben oder Empire State Building vorbei spaziert vor lauter Displaystarrerei. Aber wenigstens kommt man an!

9. Fotos

Urlaubsfoto auf dem Smartphone © Getty Images

Früher kam man aus dem Urlaub, ging zu Budni/DM/Rossmann oder der Drogerie um die Ecke und öffnete zitternd die Filmtasche, wo man eine Woche zuvor die beiden 36er-Kodak-Filme reingeschmissen hatte. Ein Drittel war natürlich nix geworden, ein Drittel war okay, bei dem Rest hatte man vergessen, warum man das Foto überhaupt gemacht hatte. Heute schießen wir nicht 72 sondern 720 Fotos pro Urlaub – aber wissen gleich, wie sie aussehen, löschen oder posten sie sofort. Und was man so jeden Tag auf Instagram sehen kann, ist einfach um Welten besser und kann man mit manchem Hobby-Wichtigtuer mithalten, der früher mit Stativ auf Berggipfeln herumkraxelte. Abgesehen davon, dass die Instagram-Filter so tolle Namen wie die Kinder von Hollywood-Stars (Clarendon, Gingham, Reyes, Lark)

10. Informationen

Wikipedia auf einem Computer © Getty Images

Allem Geblubber über das postfaktische Zeitalter zum Trotz: Der Zugang zu Informationen ist viel, viel besser. Wer früher eine Seminararbeit schreiben musste, musste dafür in der Bibliothek auf Karteikarten nach Sekundärquellen suchen (die immer ausgeliehen waren!) oder gar auf Microfiche. Heute kann man den jüngsten Aufsatz von fast jedem Professoren-Zausel weltweit abrufen - abgesehen von Datenbanken des IWF, Weltbank, OECD und Archiven von Regionalzeitungen. Der Zugang zu Infos ist Top! Dass Fakten dennoch einen schweren Stand haben, liegt an ein paar Dingen, die leider nicht besser werden. Aber dafür haben Sie ja uns, und wir finden übrigens, in aller Bescheidenheit, dass unser Magazin auch besser geworden ist.


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