15.09.2008
Seite  1 | 2


Foto: Shutterstock

Steuerbetrug

Geheime Geldgeschenke

Vom Kuvert mit ein paar Scheinen unter dem Weihnachtsbaum oder großzügigen Geldpräsenten als vorweggenommene Erbfolge erfährt das Finanzamt oft nichts. Denn anders als bei Todesfällen muss die Bank nicht melden, wenn Sparguthaben oder Wertpapiere den Besitzer wechseln.

So schummeln Familien bei Geldgeschenken

Die Überweisung von Geldern auf den Nachwuchs oder Nichten und Neffen werden dem Finanzamt trotz der gesetzlichen Verpflichtung nicht angezeigt, um die Schenkungsteuer zu vermeiden. Daher erfahren Finanzbeamte von den zu Weihnachten und anderen Anlässen wie Geburtstag oder Jubiläum überreichten Paketen, Schecks oder Briefumschlägen meist nichts.

Ähnlich sieht es bei Sachwerten aus, die tauchen in keiner Steuererklärung mehr auf, seit die Vermögensteuer 1996 abgeschafft worden ist. Die Schenkung von Schmuck, Pkw oder Sammlungen wird daher eher rein zufällig bekannt. Das Risiko gehen Familien ein, indem sie die verschenkte Yacht oder die Briefmarkensammlung dem Fiskus unterschlagen.

So gehen Finanzbeamte in der Praxis vor

Besonders großzügige Familien bewegen sich schnell in den Bereich der Steuerhinterziehung hinein, denn für sie besteht eine gesetzliche Anzeigepflicht. Innerhalb von drei Monaten müssen dem Finanzamt Präsente gemeldet werden. Das kann sich im Nachhinein rächen. Denn eine Schenkung verjährt steuerlich nicht. Zwar lösen nicht alle Gaben sofort Abgaben aus, da Gelegenheitsgeschenke wie das neue Handy oder ein Laptop zum Geburtstag von der Steuer verschont bleiben. Hierunter fallen aber nicht mehr teure Sach- oder Geldpräsente, die oberhalb der allgemeinen Auffassung für ein Gelegenheitsgeschenk liegen und Steuern auslösen.


Was die Leser sagen

unwichtig
11.09.2009 | 15:35
Definition Gelegenheitsgeschenk

Ich denke, weder Einladungen, wie sie yahbluez beschreibt, noch z.B. Eltern, die ihrem Kind eine teure Privat(hoch)schule und die Miete für eine schöne Wohnung, sowie Lebenshaltungskosten zahlen, machen sich schuldig. Zu letzterem gehört in meinen Augen u.U. auch der PKW, wenn er denn nötig ist, um im Rahmen des Studiums Orte zu erreichen, die ohne zu den benötigten Zeiten nicht mehr erreicht werden können - oder wenn z.B. das Kind aus gesundheitlichen Gründen oder wegen zu viel Material (Beispiel angehende Lehrer im Ref.) die Strecken nicht mit Öffis bewältigen kann.
Gelegenheitsgeschenke und deren Wert sind einfach abhängig von der Gesellschaftsschicht, in der jemand lebt.
Vielleicht ist es ja in manchen Schichten üblich, zum Abi die ganze Klasse des Kindes ins Super-Chick-Lokal einzuladen. Wenn dass nun als Steuerhinterziehung zu werten wäre, weil es vielleicht auch mal einige tausend kostet, unterlässt es die Familie vielleicht. Dann entgehen aber dem Staat ganz gut Steuern und wenn viele so handeln gehen auch die Arbeitsplätze in den Nobellokalen kaputt. Ob sowas in der Krise - und auch sonst - sinnvoll ist?
Leute, bei denen es sich richtig lohnt, könnten auch
einfach in Länder gehen, wo es solche Steuern nicht gibt und dort ihr Geld vererben.
Wenn der deutsche Staat nicht möchte, dass das Geld hier in den Umlauf und in den Wirtschaftskreislauf eingebracht wird, dann sind solche Ansätze ein guter Weg dahin ...

Klaus Bieg
11.08.2009 | 18:00
Steuern

Wenn denn Rambo Steinbrück Herrn Jung so auf die Finger schauen würde, wie es die Verschwendung beim Militär verdient hätte - ganz zu schweigen vom Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler und den Beispielen darin - alle Deutschen hätten ein Leben wie im Schlaraffenland - und dann noch die Entwicklungshilfe wirklich sinnvoll und ehrlich, effizient, einsetzen:das Paradies in D wäre nicht mehr weit!Endlich Amtshaftung einführen und durchsetzen:nur drei Dinge, die mir spontan einfallen.MfG, Klaus Bieg

yahbluez
26.05.2009 | 13:33
Das Deutsche Steuersystem ist krank

Wenn ich den Artikel bezgl. der Geschenke an Lebensgefährten richtig verstanden habe.
So macht sich meine Freundin der Steuerhinterziehung schuldig wenn ich sie jedes Jahr zum Urlaub in die Sonne einlade.
Schöner kann man den Irrsinn des perversen Deuschen Steuersystems kaum aufzeigen.
Einmal im Jahr in die Karibik und schwubs man ist Kriminell...

(Kommentare 1-3 von 3)

Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
Aktualisierte Fassung 2012
PartnerangebotImmobilien suchen in ...