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15.12.2012
Die Ex-Steuerfahnder wollen Geld vom Land – und verlangen vor allem Rehabilitation.
Die Ex-Steuerfahnder wollen Geld vom Land – und verlangen vor allem Rehabilitation.
Foto: dpa

Fall in Hessen

Rätsel um Gutachten der Ex-Steuerfahnder

Vor Jahren pensionierte das Land Hessen frühzeitig vier Steuerfahnder. Begründung: Sie seien psychisch krank. Nach Informationen von Capital steht der Fall jetzt vor einer dramatischen Wende, denn ein neues Gutachten hält die vier Fahnder für kerngesund.

Der Fall der vier hessischen Steuerfahnder, die mit falschen psychiatrischen Gutachten aus dem Dienst gedrängt wurden, steht nach Informationen von Capital vor einer überraschenden Wende: Ein vom Frankfurter Landgericht beauftragter Obergutachter hat die Fahnder für psychisch gesund und dienstfähig erklärt.

Die geschassten Fahnder verklagen das Land Hessen, das die Zwangspensionierung veranlasst hatte, und seinen Gutachter auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Der Prozess vor dem Frankfurter Landgericht soll nach Capital-Informationen 2013 beginnen. Die Fahnder, die in mehreren großen Fällen von Steuerhinterziehung bei Frankfurter Großbanken ermittelt hatten, sehen sich nicht nur um ihren Beruf, ihr Gehalt und ihre Rentenbezüge gebracht, sondern auch um ihre Reputation. Zwei Untersuchungsausschüsse im Wiesbadener Landtag hatten sich mit dem Fall beschäftigt, ohne dass die Fahnder rehabilitiert wurden.

Paranoia-Diagnose nicht nachvollziehbar

Capital liegen exklusiv bislang unveröffentlichte Prozessunterlagen des Verfahrens um Schadenersatz vor, die eine dramatische Wende in dem seit vielen Jahren brodelnden Fall einleiten könnten: Von entscheidender Bedeutung wird demnach sein, wie das Gericht die Gutachten bewertet, mit denen die vier Beamten vor einigen Jahren für paranoid erklärt wurden. Deshalb hat das Gericht vor der Prozesseröffnung einen der renommiertesten Obergutachter Deutschlands eingeschaltet, der die Beamten erneut untersucht hat: Norbert Nedopil, Chef der forensischen Psychiatrie des Universitätsklinikums München. Seine jeweils rund 50 Seiten umfassende Obergutachten über die Fahnder liegen Capital vor. Nedopils Fazit: Die Paranoia-Diagnose des Landes-Gutachtes ist nicht nachvollziehbar.

Weitere Informationen zu dem Fall finden Sie in der Januar-Ausgabe von Capital, die am kommenden Donnerstag erscheint.


© 1999 - 2013 capital

Was die Leser sagen

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Peter Urban
29.04.2013 | 15:38
Steuerfahnder

Es wirt Zeit das diese Herren? endlich vor ein deutsches Gericht gestellt werden. Es dürfen dann auch keine Ausreden mehr gelten,ich kann mich an nichts mehr erinnern,oder ich weiß von nichts.Sie haben ein Amt und wenn sie mist gebaut haben müssen sie richtig bestraft werden.und zwar alle die etwas vertuscht haben.

Fritz Letsch
23.12.2012 | 15:46
Die verantwortlichen Vorgesetzten haben sich sicher gut schmieren lassen ...

Die Geflechte der Banken und Richter, Anstaltsleiter sind kein Wahn, sie sind allgemein bekannt und tarnen sich als mildtätig und sportlich: Golfclubs und Rotary, Handball wie in Nürnberg, wohl auch Lions und Consorten: Wird zeit, dass wir uns solche Edelbürger sparen und wieder eine Bürgerrepublik werden, in der keine Ehrfurcht vor Steuerhinterziehern wie Beckenbauer und Waffenhändlern wie Diehl herrscht.

Josef Köffer
23.12.2012 | 13:15
Demokratie

Wo ist hier der Aufschrei der Demokraten die dieser Rechtsbeugung widersprechen? Der Rechtsapparat Deutschland Verwaltet sich selbst. Eine Rechtsprechung, wenn, erfolgt zu spät. Das bestehende Recht wird dadurch schon zum Unrecht. Danke das Capital dieses Unrecht zumindest ausspricht. Bin gespannt ob da noch etwas nachkommt?

Dirk Lauer
17.12.2012 | 06:05
Weitere Gutachten aufgetaucht!

Es ist zwar kaum zu glauben aber wahr es sind weitere Gutachten in Hessen aufgetaucht bei denen kritische Mitarbeiter mit Psycho-Gutachten kaltgestellt wurden!
Rechnet man die 4 Steuerfahnder hinzu, so sind es über 10 weitere Fälle!
http://skandale-meldungen.blogspot.com/2012/12/der-11-fall-der-psychiatrisierung.html?spref=tw
Aus diesem Grund wird eine Gruppe von 6 Rechtsanwälten / Juristen und 1 Mediziner und 2 ehemaligen Polizeibeamten die unabhängige Beschwerdestelle für psychologische Gutachten im Lande Hessen gekründet!

B.C.
16.12.2012 | 23:10
Psychiatrische Krankheiten sind eine der grössten Verar***** der Menschheit

.... aber keiner merkt es. Das hier ist nur ein Beispiel. Meist sind es ja die Behörden selbst, die Leute für geisteskrank abstempeln wollen oder "unter Betreuung stellen" möchten. Das ganze hat nicht selten in Wirklichkeit einen ganz anderen Hintergrund und ist eigentlich dasselbe Prinzip wie bei vielem anderen auch. Nur die Mehrheit unter uns erkennt es leider nicht. Liebe Leute, es kann euch alle ganz plötzlich treffen, erst dann ändern sich die Meinungen. Man sollte lieber schon vorher bei bestimmten Themen genau hinschauen worum es wirklich geht. Und nicht erst dann wenn einen selber etwas betrifft. Das geht nicht nach dem Hören-Sagen-Prinzip und auch nicht mal eben auf die Schnelle.... Trotz dem, was sie gemacht haben, kann ich die Betroffenen hier sehr gut verstehen, denn zu Unrecht unterstellt zu bekommen, geisteskrank sein zu können ist nicht nur die schlimmste Beleidigung die es geben kann - sondern nämlich auch eine schwere Form von seelischer Gesundheitsschädigung !

Graf Zahl
15.12.2012 | 21:44
Paranoia

Das muß man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen:Da schickt das Land Hessen 4 Steuerfahnder mit getürkten Gutachten in die Frühpension,weil diese sich einer oder mehreren Banken bei der Steuerhinterziehung ihrer Kunden an den Fersen heften!In welch einer Bananenrepublick leben wir eigendlich?Jeder kleine Steuersünder wird gnadenlos verfolgt und Großbanken mit guten Kontakten in die Politik kommen ungeschoren davon?Jeder Politiker der bei diesem Possenspiel mitgewirkt hat,ist sofort zu entlassen,ohne Pensionsansprüche und gehört umgehend angeklagt!

Markus Georg Harder
15.12.2012 | 19:40
Paranoide Steurfahnder

Einmal abgesehen davon , dass Paranoia durchaus zur Stellenbeschreibung eines guten Steuerfahnders passen kann, ist doch die Ausserdienststellung dieser vier durch ihre vorgesetzten Behörden ein Beleg dafür, dass andere eventuell noch paranoider sind.
Es zählt allein eine Devise (in diesem Geschäft): Ein erfolgreicher Fahnder ist ein guter Fahnder.
Ich gehe davon aus, die waren zu gut.

(Kommentare 1-7 von 8)
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