Grundlage. Ausgangspunkt für die Bewertung geschlossener Fonds sind die zu erwartenden Erträge. Dazu gehören neben den laufenden Ausschüttungen auch der erwartete Erlös bei der Veräußerung des Anlageobjektes.
Zusatzeffekte. Oft vernachlässigt bei der Bewertung werden innere Wertveränderungen des Fonds. Sinkt oder steigt etwa die Liquiditätsreserve laut Planung des Initiators, hat das Auswirkungen auf den Wert. Ebenso erhöht die Tilgung von Verbindlichkeiten den Wert eines Fonds, die Aufnahme zusätzlicher Kredite verringert ihn.
Abzinsungsfaktor. Größter Streitpunkt bei der Bewertung ist die Frage der Abzinsung der künftig erwarteten Geldflüsse auf den aktuellen Verkaufszeitpunkt. Nach Auffassung des Fondsexperten Stefan Loipfinger muss der Abschlag spürbar höher sein als der Kapitalmarktzins für langfristige Anleihen. Der Aufschlag ist wegen des höheren Risikos und der fehlenden Fungibilität unvermeidbar. Loipfinger: „Unter acht Prozent Abzinsung sind deshalb selbst bei guten Fonds kaum möglich.“ Wie wichtig hier der richtige Ansatz ist, zeigt das – inzwischen gescheiterte – Bewertungsmodell der Börse Düsseldorf. Diese hatte als Referenzwert die relativ niedrige Verzinsung von Unternehmensanleihen mit A-Rating angesetzt. Kuriose Folge: Bereits direkt nach dem Vertrieb der Anteile stieg der Wert der Fonds auf über 100 Prozent. Das irritierte Marktbeobachter, denen klar war, dass aufgrund von Vertriebs- und Verwaltungskosten der Wert zunächst deutlich sinken muss.
Zinsniveau. Die in den letzten Wochen gestiegenen Zinsen am Kapitalmarkt drücken die Preise der Beteiligungen. Das erhöht den Abzinsungsfaktor. Zudem müssen auslaufende Kredite teurer refinanziert werden, das drückt die Ausschüttungen.
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