In Bayern hat man sich bereits formiert. Mehrere Telefonbuchverlage haben sich zusammengeschlossen, auch Privatleute legen sich ins Zeug. Gemeinsam wollen sie um den Namen ".bayern" kämpfen. Sie haben die Punktbayern GmbH & Co. KG gegründet, und geht alles nach Plan, gibt es ab 2013 Internetadressen mit der Endung .bayern im Netz.
Die Zeit, in der jede Internetadresse mit dem Kürzel eines Staats oder auf .com oder .net endet, läuft ab. Ab 2013 wird es im Netz auch Adressen geben, bei denen hinter dem Punkt die Bezeichnung von Wirtschaftszweigen, Städte- und Markennamen stehen. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann), die weltweit Internetnamen verwaltet, lässt neue sogenannte Top-Level-Domains zu - und hat mit dieser Entscheidung ein ganzes Fass neuer Rechtsprobleme aufgemacht.
Vor allem mit Markenrechtsstreitigkeiten ist zu rechnen. Derzeit gibt es rund 200 Länderendungen und 22 TLDs wie .com oder .biz. Die Icann erwartet, dass 500 neue dazukommen werden. Davon werden die Hälfte Markennamen sein, prognostiziert Tobias Malte Müller, Anwalt bei Wirsing Hass Meinhold und Mitglied im Internetkomitee der European Communities Trade Mark Association (ECTA).
Die Bewerbungsphase beginnt zwar erst 2012. Konsortien, die sich Endungen wie .invest oder .bank sichern wollen, leiten ihre Bewerbung aber bereits in die Wege. "Die Mandanten melden sich nicht unbedingt, weil sie selbst aktiv werden möchten, sondern weil sie befürchten, dass jemand sich eine Top-Level-Domain sichert und damit gegen ihre Markenrechte verstößt", sagt Ulrike Grübler, Rechtsanwältin bei Hogan Lovells.
Die Icann versucht, Markenstreitigkeiten durch ein transparentes Vergabeverfahren vorzubeugen. Zwischen Mitte Januar und Mitte April 2012 können Interessierte ihre Bewerbung einreichen. Sobald die Frist abgelaufen ist, werden die Anträge veröffentlicht. Dann können Dritte Widerspruch einlegen, wenn sie selbst das Markenrecht an einem Namen halten, den ein anderer eintragen lassen will, oder eine Verwechslung mit ihrer Marke fürchten.
Konkurrieren mehrere Bewerber um eine TDL, setzt die Icann zunächst darauf, dass sie sich untereinander verständigen. Geschieht das nicht, entscheidet eine Auktion darüber, wer die TLD bekommt. Als offenes Geheimnis gilt beispielsweise, dass die Icann die TLD ".con" gar nicht vergeben wird, "was auch immer die Buchstabenfolge im Einzelfall bedeuten mag", sagt Markus Bahmann, Anwalt bei Maiwald Patentanwälte. "Con" ist einfach zu leicht mit der Firmenendung .com zu verwechseln.











