09.03.2010
Urteil: Sparkasse muss Anleger 80.000 Euro Schadensersatz zahlen.
Urteil: Sparkasse muss Anleger 80.000 Euro Schadensersatz zahlen.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Entschädigung

Frankfurter Sparkasse zahlt an Lehman-Opfer

von Ute Goeggelmann

Das Landgericht Frankfurt hat die Frankfurter Sparkasse zu Schadensersatz an einen Lehman-Zertifikate-Anleger verurteilt. Andere Anleger in ähnlicher Situation haben jetzt Grund zum Optimismus.

Wegen schuldhafter Falschberatung muss das Institut einem Kunden 80.000 Euro sowie die Anwaltskosten erstatten. In dieser Höhe hatte der Kläger im Jahr 2008 von der Frankfurter Sparkasse Zertifikate der inzwischen insolventen Bank Lehman Brothers erworben. Die Richter vertraten die Ansicht, dass die Bank ihrem Kunden die Vertriebsvergütungen für die Zertifikate verschwieg.

Die Bank hätte über verdeckte Rückvergütungen, auch Kick Backs genannt, Kunden vor dem Abschluss der Finanzanlage aufklären müssen, sagte Anwalt Christian Seyfert von der Kanzlei Winheller, die den Kläger vertrat. Im vorliegenden Fall hatte die Frankfurter Sparkasse von Lehman Brothers knapp vier Prozent beziehungsweise knapp sechs Prozent der angelegten Summe von jeweils 40.000 Euro als Vertriebsprovision erhalten. Das Urteil von vergangener Woche ist noch nicht rechtskräftig.

Die US-Bank Lehman Brothers war am 15. September zusammengebrochen. Damit wurden die von ihr als Inhaberschuldverschreibung ausgegebenen Zertifikate wertlos. Schätzungsweise 50.000 Anleger haben Geld mit Zertifikaten der pleitegegangenen Bank verloren. Eine ganze Reihe von ihnen geht seither gerichtlich gegen die Banken vor, die die Zertifikate vertrieben haben.

Seyfert ist der Ansicht, dass das aktuelle Urteil ein Grund zum Optimismus für zahlreiche Lehman-Zertifikaten-Anleger sei, da das Gericht hier andere Aspekte der erfolgten Finanzberatung außer Acht lies, die vom Kläger meist schwieriger nachzuweisen seien.

Die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) hatte bereits vor einiger Zeit den Kunden, die auf wertlos gewordenen Lehman-Zertifikaten sitzen geblieben sind, eine 50-prozentige Entschädigung angeboten. Nach der Citibank und der Sparkasse Hannover waren die Frankfurter das dritte Institut, das eine Entschädigungsaktion startete. Die Sparkasse Hannover konnte sich mit 92 Prozent ihrer etwa 1000 Kunden einigen. Bei der Citibank ist die Quote ungleich niedriger. Der Kläger im aktuellen Fall hatte das Angebot der Frankfurter Sparkasse, dass bis Ende Dezember galt nicht angenommen und nun auf dem Gerichtsweg einen kompletten Schadensausgleich erstritten.


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