Gegen Berlins früheren Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Dabei gehe es um einen 99 Jahre laufenden Pachtvertrag des Landes Berlin mit dem Golf-Club Wannsee, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft Martin Steltner.
Es gebe zwei Anzeigen gegen Sarrazin, sagte er. Jetzt werde geprüft, ob der Pachtvertrag angemessen sei. Der Golfclub soll das Gelände gegen eine Einmalzahlung von mehr als 3 Millionen Euro gepachtet haben. Kritiker werfen dem früheren Senator Sarrazin vor, einen zu niedrigen Pachtzins für das landeseigene Grundstück in dem noblen Villenvorort Wannsee angesetzt zu haben.
Beim Tatbestand der Untreue muss ein Schädigungsvorsatz vorliegen, der nach Einschätzung von Justizexperten jedoch schwer zu greifen ist. Wie lange sich das Ermittlungsverfahren hinziehen wird, ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar.
Die Bundesbank in Frankfurt wollte den Vorgang nicht kommentieren. Sarrazin ist im Mai von der Politik in die Chefetage der Bundesbank gewechselt. Dort ist er für die Bereiche Bargeld, Informationstechnologie und Risiko-Controlling zuständig.
Der SPD-Politiker Sarrazin hatte in seiner Zeit als Finanzsenator Berlins immer wieder mit flotten Sprüchen für Schlagzeilen gesorgt und zugleich einen eisernen Sparkurs gefahren. Die oppositionelle CDU wirft dem rot-roten Senat im Zusammenhang mit der Golfplatzaffäre vor, einen Vermögensverlust für das Land Berlin hingenommen zu haben.
Quelle: ftd.de
© 2009 capital.de
















