12.08.2010
Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen: Alkohol statt Beschäftigung
Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen: Alkohol statt Beschäftigung
Foto: dpa

Uno-Bericht

Zahl junger Arbeitsloser markiert weltweiten Rekord

Die Zahl junger Menschen ohne Arbeit bewegt sich auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg zu. Besonders hart trifft die Krise Jugendliche in Schwellen- und Entwicklungsländern. Deutschand steht im weltweiten Vergleich noch gut da.

Die weltweite Arbeitslosigkeit unter den 15- bis 24-Jährigen steuert in diesem Jahr auf den höchsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg zu. Bis Ende des Jahres werden nach Angaben der Uno-Arbeitsorganisation ILO wegen der Wirtschaftskrise etwas mehr als 13 Prozent dieser Altersgruppe keinen Job haben. Das seien mehr als 81 Millionen junge Menschen.

Die ILO warnt in ihrer Studie über die weltweite Jugendarbeitslosigkeit vor einer "verlorenen Generationen junger Menschen", die jede Hoffnung auf einen Job aufgegeben habe. Jugendliche seien von der Krise härter betroffen als ältere Arbeitnehmer. So sei die Arbeitslosenrate bei den unter 25-Jährigen zwischen 2007 und 2009 um einen Prozentpunkt gestiegen, während bei den Älteren der Zuwachs nur einen halben Prozentpunkt betragen habe.

Die jungen Arbeitslosen liefen Gefahr, sich unnütz zu fühlen, was zu mehr Kriminalität, psychologischen Problemen, Gewalt, Konflikten und erhöhtem Drogenkonsum führen könne, warnte die ILO. Der Trend werde sich 2011 trotz der zu erwartenden globalen Konjunkturerholung sogar noch fortsetzen, wenn auch in den meisten Regionen etwas langsamer.

Deutschland steht vergleichsweise gut da. Im Juni lag die Arbeitslosenquote der Jugendlichen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 8,8 Prozent. Das duale Ausbildungssystem bewahre hierzulande viele junge Menschen vor der Erwerbslosigkeit, heißt es in der Studie. Allerdings breiten sich auch in dieser Altersgruppe geringfügige und befristete Beschäftigungen aus.

Am schlimmsten trifft es Menschen in den Entwicklungsländern. Ohne Job droht ihnen Armut. Zugleich nehme die Beschäftigung in einem "immer überfüllteren" informellen Sektor zu. Die Autoren des Berichts schätzen, dass 2008 mehr als 150 Millionen Jugendliche - 28 Prozent aller jungen Arbeitnehmer auf der Welt - 2008 trotz Beschäftigung mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen mussten.

Aber auch in den Industrieländern gebe es Grund zur Sorge. In den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, den USA und den ehemaligen kommunistischen Ländern außerhalb der EU seien Arbeitsplätze verschwunden. Ende 2009 waren 17,7 Prozent aller potenziell erwerbsfähigen jungen Menschen in den wichtigsten Industriestaaten ohne Arbeit, so viele wie noch nie. Im Vergleich zu 2008 betrug der Anstieg 4,6 Prozentpunkte.

Die ILO-Experten befürchten, dass auch die Erholung verspätet bei den Jugendlichen ankomme. In erster Linie profitierten ältere Arbeitnehmer mit Berufserfahrung.


Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

Was die Leser sagen

Benedikt-Gruppe
31.10.2010 | 16:29
Was hat Jugendarbeitslosigkeit mit Verlängerung der Lebensarbeitszeit bei Älteren zu tun?

Die Politiker propagieren, dass die Rente mit 67 kommen wird?
Dabei übersieht die Regierung, dass die Meinung des Volkes,
von denen sie gewählt wurden, momentan anders ist. Hier muss
man der Regierung vorwerfen, dass sie nicht willens ist nach
Alternativen zu suchen. Dass wir in der BRD unter den jugend-
lichen zwischen 18 und 24 Jahren über 8 % Arbeitslose -Job-
suchende haben kann doch niemanden zufriedenstellen?! Sollten
wir uns nicht im Bezug auf das Rentenalter den anderen EU-
Ländern anpassen? Die Kinder fragen die Mutter, ob sie wirk-
lich bis 67 arbeiten will? Mami haben wir nicht auch ein
Recht auf Arbeit?

(Kommentare 1-1 von 1)

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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