Kein Happy End für die deutsche Industrie zum Jahresausklang: Ihre Geschäfte schrumpften im Dezember den zehnten Monat in Folge. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 0,8 auf 46,0 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Er blieb damit deutlich unter der Marke von 50 Zählern, ab der ein Wachstum im Vergleich zum Vormonat signalisiert wird. "Wenngleich die Hersteller bemüht sind, an die Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen, so scheint sich die Lage in diesem Winter doch weiter zugespitzt zu haben", sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Deutschland ist ein Spiegelbild der Euro-Zone. Dort fielen die Ergebnisse der Umfrage ähnlich aus.
Sorge bereitet den Firmen die maue Nachfrage. Die Neuaufträge fielen bereits den 18. Monat in Folge. "Besonders schwach war die Nachfrage aus dem Ausland", hieß es. Die Unternehmen versuchen zwar, dies durch die Arbeitung bestehender Aufträge und Preissenkungen auszugleichen. Trotzdem mussten sie den neunten Monat in Folge ihre Produktion drosseln.
Die Industrie strich deshalb den dritten Monat in Folge Jobs. Allerdings fiel der Stellenabbau moderat aus. Entlastet wurden die Firmen auf der Kostenseite. Zum ersten Mal seit August mussten sie weniger für Rohstoffe und Zwischenprodukte zahlen. "Dies sollte den Druck auf die Gewinnmargen zu Jahresbeginn vermindern und damit für ein wenig Entlastung bei den Industriebetrieben sorgen", schrieb Markit.
Bessere Daten ermittelte das Institut im gebeutelten Großbritannien. Dort stieg der Einkaufsmanagerindex für den Dezember auf ein 15-Monats-Hoch. Er legte von 49,2 bis 51,4 Punkte zu, überwand also erstmals seit langer Zeit die 50-Punkte-Marke. "Ein guter Start ins Neue Jahr, die Zahlen sind gerechtfertigt", sagte Alan Clarke, Ökonom mit Großbritannien-Schwerpunkte bei der Scotiabank. Er glaubt gar, dass ein weiterer Anstieg wahrscheinlich ist. Die gute Stimmung unter den britischen Einkaufsmanagern wird getrieben von einer stärkeren Inlandsnachfrage.
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