Entgegen meiner Gepflogenheiten reizt mich Herrn Frickes Meinungsäußerung zu einer Antwort. Was mich persönlich betrifft,
ist es allenfalls die Angst vor dem ungewissen Danach, die mich noch am € festhalten läßt. Der Vergleich zwischen Einführungsvereinbarungen und den zig-fach Vertragsverletzungen seit EURO-Einführung bringt mich zu dem Schluß, das der € einen guten Teil seines Weges zum inneren Zusammenbruch bereits zurückgelegt hat. Möge er als Hülle auch noch eine Weile existieren. Interessant ist auch, das sich Herr Fricke auf die eine Meinungsumfrage der EU beruft. Zum einen ist die EU-Kommission in der Eurokrise PARTEI mit recht eindeutiger Position. Gleichzeitig ist die EU-Kommission auch die Institution, welche Griechenland dereinst aufgrund griechischer statistischer Angaben für EURO-fähig erklärte. Dazu fällt mir nur ein: Traue nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast. Wird W. Churchill zugeschrieben.
Jedenfalls hätte sich kein Europaskeptiker eine größere Gemeinheit einfallen lassen können zur Diskreditierung
des Europagedankens als es die Protagonisten des EURO mit der Einführung dieser letztendlich doch labilen Währung getan haben.
MfG
A. N.
Erst mussten die Griechen auf Hilfe warten, weil Frau Merkel vorher die NRW-Wahl überstehen wollte. Dann sollten Banken flugs mitzahlen, weil die Fraktion Angst vorm Wähler hat. Mal hieß es, Rettungsschirme dürften nicht aufgestockt werden, weil die Deutschen das nicht akzeptierten. Dann bibberte die Finanzwelt, weil wahlweise das Bundesverfassungsgericht in Volkes Namen die Euro-Rettung zu stoppen drohte oder die furchterregende FDP sämtliche und wirklich alle Mitglieder zum Euro befragt hatte, gleicher Anlass. Im Namen des Sie-wissen-schon.
Das Phänomen ist zum Standard des Euro-Krisenmanagements geworden. Sobald einer was will, kommt die Kanzlerin und weist bedauernd aufs eigene Volk hin. Das sei halt skeptisch und dürfe nicht verschreckt werden. Weil es sonst den ohnehin nicht geliebten Euro nicht mehr haben und die Mark zurückwill. Maximale Abschreckung.
Nun ist der Wähler natürlich die höchste Instanz. Keine Frage. Der Dauerverweis wirkt nur insofern auffällig, da der deutsche Wähler streng genommen zum Euro nie richtig befragt wurde. Was für Spekulationen auch viel Raum lässt. Könnte ja sein, dass das mit dem großen Misstrauen gar nicht stimmt - was neuere Studien sogar vermuten lassen. Dann hätte das ganze Krisenmanagement womöglich anders ausgesehen. Und die Märkte bräuchten nicht so sehr am Willen zur Euro-Rettung zu zweifeln, was die Krise verstärkt.
Schwindende Mark-Nostalgie
Klingt erst einmal abwegig. Wird nicht ständig von Umfragen berichtet, nach denen die Deutschen den Euro blöd finden oder zu 37 Prozent eine Euro-kritische Partei wählen würden? Ja. Bei näherem Hinsehen erweist sich diese Skepsis nur oft als, sagen wir, interpretationsfähig.
Den krassesten Fall dafür hat gerade der deutsche Wissenschaftler Daniel Gros vom Brüsseler Thinktank CEPS in aufgedeckt. Zusammen mit seinem Kollegen Felix Roth ging er der Frage nach, warum eigentlich die Meinungsforscher von Allensbach 2011 in großen Artikeln und bei der CDU über drastischen Euro-Vertrauensschwund berichteten - während ähnliche Umfragen der EU-Kommission ganz anders ausfallen.
Nach Allensbach-Auswertung gaben zuletzt mehr als 70 Prozent der Deutschen an, sie hätten wenig oder kein Vertrauen mehr in den Euro. Desaster. Eine Währung ist ja Vertrauenssache. Nur: Wie kann es dann sein, dass eine klare Mehrheit (per saldo fast 40 Prozent) selbst im Vollkrisennovember 2011 sagt, sie sei alles in allem "für den Euro", wie es die Eurobarometer-Umfrage ergab?

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