Flugreisende müssen sich wegen der neuen Flugticketsteuer ab sofort auf höhere Preise einstellen. Die Steuer soll nach dem Willen der Bundesregierung rückwirkend zum 1. September eingeführt werden soll. Stimmt der Bundestag zu, werden alle noch 2010 gebuchten Flüge belastet, die ab dem 1. Januar 2011 von deutschen Flughäfen abgehen.
Damit will die Regierung verhindern, dass sich Reisende bis zum Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens noch schnell mit Flügen eindecken. Vorgesehen ist ein nach Entfernung gestaffelter Tarif von 8 Euro für Kurz-, 25 Euro für Mittel- und 45 Euro für Langstrecken. Kinder unter zwei Jahren ohne eigenen Sitzplatz sind ausgenommen.
Greifen soll die Steuer, die jährlich 1 Mrd. Euro einbringen soll, für Flüge ab 1. Januar 2011. Bis 30. Juni 2012 soll die Regierung dem Bundestag über die Auswirkungen auf die Branche und die Einnahmeentwicklung berichten.
Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte, wie die Fluggesellschaften ihre Kunden mit der Steuer belasteten, sei deren Entscheidung. Sie könnten sie schon jetzt vorsorglich in ihrer Preisgestaltung berücksichtigen oder nachträglich von den Kunden einfordern, wenn die Steuer im Gesetzblatt steht. Das wird voraussichtlich Ende November sein.
Die Fluggesellschaften kritisierten die Steuer als unsozial. "Wenn man sieht, dass eine vierköpfige Familie für den Ägyptenurlaub 120 Euro mehr bezahlen muss, dann trifft es wieder den kleinen Mann", sagte
Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. Die
Lufthansa fürchtet eine Schwächung Luftverkehrsstandort Deutschland. "Die Luftverkehrsabgabe wird zu einem Konjunkturmotor für ausländische Airlines und Flughäfen", sagte ein Sprecher.
Quelle: ftd.de
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