Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verspricht sich von der
Renminbi-Aufwertung positive Effekte für die Exporteure. "Unter dem Strich ist das positiv für unsere Wirtschaft", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. "Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit unserer Waren nimmt zu. Unsere Exporte werden deshalb anziehen."
Die Aufwertung habe aber auch eine Kehrseite. "Chinesische Importe werden teurer, vor allem Konsumgüter wie Spielzeug, Textilien und Elektronik", sagte Treier. "Das erzeugt einen leichten Preisdruck bei uns." Die Vorteile würden aber überwiegen. "Viele Chinesen können sich bislang deutsche Waren nicht leisten, weil sie durch den künstlich niedrig gehaltenen Yuan teuer bezahlt werden müssen", sagte Treier. "Eine Aufwertung erlaubt es den Chinesen, mehr Güter aus dem Ausland einzukaufen. Das sind unsere Exporte."
Am Wochenende hatte die staatlich gelenkte Zentralbank Chinas eine schrittweise Flexibilisierung des Renminbi signalisiert. Die chinesische Währung war seit knapp zwei Jahren fest an den
Dollar gekoppelt.
Gute Aussichten für deutsche Maschinenbauer
Die exportabhängigen deutschen Maschinenbauer könnten zu den Gewinnern einer Aufwertung des chinesischen Renminbi gehören. "Es hilft uns natürlich", sagte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers. "In China geht eigentlich alles über den Preis."
"Der Schritt ist überfällig, weil die Chinesen über die Wechselkurse ihre Exportchancen positiv beeinflusst haben", sagte Wiechers. Auf den Weltmärkten könnte der Preisdruck durch die chinesische Konkurrenz zurückgehen. Allerdings sei hier der Druck durch Wettbewerber aus den USA und Japan noch größer.
Für die deutschen Maschinenbauer ist China in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Exportland geworden. Selbst im Krisenjahr 2009 hat die Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Unternehmen wie
ThyssenKrupp,
Gea oder
Gildemeister gehören, ihre Exporte in das Land noch ausbauen können. Rein rechnerisch geht inzwischen jede zehnte ins Ausland gelieferte Anlage in die Volksrepublik. Einige Unternehmen haben auch eine Produktion in China aufgebaut. Da diese aber vor allem für den chinesischen Markt produzierten, seien hier die Auswirkungen einer Aufwertung des Renminbi eher gering, sagte Wiechers.
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Quelle: ftd.de
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