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27.10.2011
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Akropolis-Griechenland
Akropolis-Griechenland
Foto: Getty

Rekordrezession

Akropolypse now

von Mathias Ohanian

Seit Beginn der Krise in Griechenland scheinen sich die Probleme des Landes kaum verändert zu haben - ein trügerischer Eindruck, wie Exklusiv-Rechnungen der Berenberg Bank zeigen. Capital.de nennt die wichtigsten Kennzahlen.

Für Griechenland kommen die vergangenen zwei Jahre einer gigantischen Umwälzung gleich, wie sie kein anderes westliches Industrieland seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Dazu zählt, dass die Griechen ihren Konsum gegenüber Ende 2008 um enorme 15 Prozent eingeschränkt haben und dass die Wirtschaftsleistung um rund 13 Prozent gesunken ist.

Das geht aus Berechnungen der Berenberg Bank für die Capital-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland hervor.

Die Krise erreicht damit eine Dimension, die nicht ansatzweise vergleichbar ist mit etwa den Veränderungen, die Deutschland in der Zeit der Agenda 2010 erlebt hat. Die Zahlen lassen auch an der Diagnose deutscher Ökonomen wie Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zweifeln, wonach es in Griechenland keine ökonomischen Anpassungen gibt. Umstritten ist gleichwohl, ob damit die Basis für eine Wende zum Positiven gelegt wird. "Schon jetzt ist die griechische Wirtschaftsleistung um etwa 13 Prozent gegenüber Ende 2008 eingebrochen," sagt Berenberg-Ökonom Christian Schulz.

Und die Talfahrt scheint noch weiterzugehen. Bis zum Tief im kommenden Jahr könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Berenberg-Schätzungen um 14,3 Prozent einbrechen. Wie die Troika aus IWF, EU und EZB rechnet auch Berenberg erst ab 2013 wieder mit einer deutlichen Erholung der Gesamtwirtschaft. Für 2012 erwartet die Privatbank ein Minus von 2,2 Prozent.

Bedenklich ist, dass die Wirtschaft auch ihre Investitionen in der Krise dramatisch gekappt hat. Die entsprechenden Ausgaben dürften bis Mitte 2012 um sage und schreibe fast 40 Prozent eingebrochen sein. Erst danach erwarten die Berenberg-Ökonomen eine leichte Erholung.


Was die Leser sagen

Ron777
29.10.2011 | 13:31
Scherbenhaufen

Die Eurobürokratie hat es geschafft, dieses Land innerhalb von 2 Jahren in eine tiefe wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise zu führen, in dessen Folge die Schulden noch einmal sprunghaft angestiegen sind. 200 Mrd. Euro an EU-Geld wurden verbrannt mit dem Ergebnis, dass nun ein Land vor einem noch größerem Scherbenhaufen steht. - Man hätte das nicht vermeiden können? Doch! Der Euro ist der Hauptschuldige an der eklatanten Schuldenentwicklung der Südländer. Es passt nicht auf das dort bestehende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Er ist eine Bereicherungsmaschine für Finanzjonleure, multinationale Konzerne und Begünstigte der korrupten Systeme. Ihn abzuwickeln, totzuinflationieren unter gleichzeitiger Wiedereinführung nationaler Währungen würde die Schuldenkrise schlagartig beenden. Dabei würden allerdings Mächtige viel Geld verlieren. Und deshalb wird dieser Weg so entschieden verhindert. Für alle Länder der Noch-Euro-Währung wäre die Abschaffung der Desasterwährung dagegen ein Gottesgeschenk. Jedes Land würde wieder zu dem für ihn sinnvollen Wechselkurs zurückfinden. Auch für Deutschland ein gutes Geschäft.

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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