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18.01.2012
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Jürgen Trittin
Jürgen Trittin
Foto: dpa

Ratingagenturen

Standard & Poor's hat recht

Die Ratingagenturen sollten nicht kritisiert werden, wenn sie Ramsch als Ramsch bezeichnen. Die Politik von Kanzlerin Merkel ist tatsächlich untauglich, um die Krise in den Griff zu bekommen, meint Jürgen Trittin.

Jürgen Trittin ist Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Bundestag. Von 1998 bis 2005 war er Bundesumweltminister.

Arm in Arm schimpfen Gregor Gysi, Guido Westerwelle und Wolfgang Schäuble auf Standard & Poor's. Die Herabstufung der "AAA"-Staaten Frankreich und Österreich sei eine "Attacke auf den Euro". Reflexhaft gefällt sich eine Allianz aus Neoliberalen und Staatssozialisten im Bashing der - amerikanischen(!) - Ratingagentur. Ratingagenturen werden zum Sündenbock für die anhaltende Krise gestempelt. Da macht sich bei Linken, Liberalen und CDU eine Prise Antiamerikanismus gut. Wer hätte gedacht, dass sich Gysi und Westerwelle hier mal einig sind?

Standard & Poor's kritisiert das schlechte Krisenmanagement Europas. Die Agentur bemängelt, dass die wirtschaftlichen Ungleichgewichte innerhalb der Euro-Zone als Krisenursache ignoriert werden. Und sie brandmarkt die von Kanzlerin Merkel verordnete dumpfe Sparpolitik. Hat sie da nicht recht?

Drei Jahre Krisenmanagement à la Merkozy haben ein fatales Ergebnis: Die Banken trauen sich nicht mehr über den Weg und bunkern Hunderte Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Zinsen für die Peripheriestaaten sind hoch, die Kapitalausstattung der Banken anhaltend schwach. Was bleibt einem Beobachter anderes, als ein schlechtes Zeugnis auszustellen?

Standard & Poor's hat recht damit: Merkels Krisenanalyse ist falsch. Sie macht allein die verschwenderische Politik für die Krise verantwortlich. Sie übersieht dabei, dass Spanien und Irland haushaltspolitische Musterknaben waren - bis die enorme Verschuldung des Privatsektors in der Finanzkrise sozialisiert wurde.

Die Krisenursache liegt viel tiefer, und zwar in den wirtschaftlichen Ungleichgewichten. Für Schwarz-Gelb gibt es bloß ein Problem in Ländern mit Leistungsbilanzdefiziten, nicht in Überschussländern. Dabei ist ein dauerhaftes Exportplus alles andere als nachhaltig. Wenn ein Land niemals Leistungsbilanzdefizite hat, kann es die Forderungen ans Ausland per Definition nicht einlösen. So ergeht es deutschen Banken, Versicherungen und Unternehmen im Fall Griechenlands. Ihre Forderungen sind teilweise wertlos geworden.


Was die Leser sagen

Manuel
18.01.2012 | 21:00
Rating agenturen

Mich wundert es immer wieder das Menschen wie Herr Trittin sich in Sachen einmischen von denen sie nichts verstehen. Einfach was kundtun um in den Medien zu bleiben/ zu kommen.
Tun sie einfach was gutes fuer die Menschheit und erzaehlen ihre Stories Abends am Kaminfeuer mit ihren Gesinnungsgenossen und verschonen sie andere mit ihrer Wichtigtuerei.

(Kommentare 1-1 von 1)

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Girokonto (Dispo)11,03%5,50-13,81%
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Quelle: FMH-Finanzberatung
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