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26.08.2010
Die Konjunkturaussichten in Deutschland und den USA klaffen damit zunehmend auseinander
Die Konjunkturaussichten in Deutschland und den USA klaffen damit zunehmend auseinander
Foto: Getty

Neue Horrornachrichten

USA verfallen in Angststarre

von Ohanian Mathias, Martin Kaelble, Mareike Scheffer

Bittere Nachrichten von der Konjunktur schüren in den USA die Angst vor einer neuen Rezession: Daten vom Häusermarkt und der Industrie sind deprimierend. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, würde dies die gesamte Weltwirtschaft mitreißen.

Sowohl für die Industrie als auch den Häusermarkt der größten Volkswirtschaft der Welt vermeldete das Handelsministerium in Washington deprimierende Zahlen. Während die Auftragseingänge für langlebige Güter ohne Transporte im Juli um fast vier Prozent sanken, fielen die Neubauverkäufe auf den niedrigsten Stand seit Erhebung der Daten im Jahr 1963. "Die Daten sind äußerst enttäuschend", sagte Aneta Markowska, Ökonomin bei der Société Générale in New York.

Die Konjunkturaussichten in Deutschland und den USA klaffen damit zunehmend auseinander. Deutsche Firmen trotzen bislang den Negativmeldungen aus Übersee. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im August auf ein Drei-Jahres-Hoch, wie das Münchner Institut am Mittwoch mitteilte. Der wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft deutet weiter auf starkes Wachstum - obwohl sich bei zahlreichen Handelspartnern eine konjunkturelle Abschwächung abzeichnet.

Zwar betont die Mehrzahl der Ökonomen nach wie vor, dass ein Rückfall der USA in die Rezession unwahrscheinlich ist. Die jüngsten Negativmeldungen aus Amerika deuten allerdings darauf hin, dass sich die Wirtschaft dort nur äußerst zäh erholt. Einige Geschäftsbanken kündigten an, ihre Prognosen für das zweite Halbjahr nach unten zu korrigieren.

Die Auftragseingänge ohne Transportgüter gingen im Juli so stark zurück wie zuletzt im Januar 2009. Hauptgrund hierfür waren die Aufträge für Maschinen, die um 15 Prozent einbrachen. "Die Investitionen in Maschinen sind zweifellos wichtig für die momentane Erholung", sagte Sam Coffin, Volkswirt der UBS in New York.

Auf dem Häusermarkt sieht es nicht besser aus: Die Zahl der verkauften Neubauten sank im Juli von 315.000 auf 276.000. Die Hauspreise gingen im Juni um 0,3 Prozent leicht zurück. Bereits am Dienstag hatten desaströse Nachrichten für heftige Unruhe an den Märkten gesorgt: Die Verkäufe bestehender Häuser brachen im Juli mit über 27 Prozent heftig ein.

In der Folge waren Anleger aus Aktien geflüchtet und hatten ihr Geld in vermeintlich sicheren Staatsanleihen geparkt. Auch am Mittwoch griffen Investoren wieder verstärkt zu US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen. Der Bund-Future, der die deutschen Bundesanleihen abbildet, erreichte mit 134,73 Zählern ein neues Rekordhoch. Die Märkte reagierten aber weniger heftig als am Vortag.

"Die Leitzinsen der Notenbank sind extrem niedrig, und trotzdem springt der Immobilienmarkt nicht an", sagte Ökonomin Markowska. "Das ist beunruhigend."

Die Lage am Häusermarkt zeigt, wie stark Konjunkturprogramme die US-Wirtschaft noch stützen. Ende April hatte Washington das steuerliche Förderprogramm für Hauskäufe auslaufen lassen. Bis Ende des Jahres dürften alle Stimuli heruntergefahren sein.

Sollte sich die US-Konjunktur in den kommenden Monaten stark verschlechtern, würde dies die gesamte Weltwirtschaft treffen. Jeder fünfte chinesische Exportartikel geht in die USA. Deutschland wäre mit betroffen, weil China ein sehr wichtiger Exportmarkt ist.


Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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