11.06.2010
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Sorgenkind Spanien: Zuletzt waren die Sparkassen in Geldnot geraten.
Sorgenkind Spanien: Zuletzt waren die Sparkassen in Geldnot geraten.
Foto: Getty

Krise in der Eurozone

EU rüstet sich für Spanien-Pleite

von Peter Ehrlich, Mark Schrörs und Doris Grass

Erst Griechenland, dann Spanien: Die Länder der Eurozone stellen sich auf die nächste finanzielle Nothilfe ein. Der iberische Staat soll im Ernstfall Kredite aus dem milliardenschweren Rettungsschirm für die Europäische Union erhalten.

Die Euro-Staaten stellen sich auf finanzielle Nothilfe für Spanien ein. Wenn sich die Probleme im Bankensektor des Landes verschärfen, soll der iberische Staat nach Financial Times Deutschland Informationen Kredite aus dem 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) erhalten. Mit dem Geld sollen von der Pleite bedrohte spanische Sparkassen und Banken gestützt werden, falls das Land die Schieflage nicht allein in den Griff bekommt.

Die Pläne der europäischen Finanzministerien und Notenbanken unterstreichen die Sorge, dass die Euro-Krise trotz aller milliardenschwerer Sicherungs- und Sparpakete nicht entschärft ist. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy befeuerte Spekulationen, dass die Rettung der europäischen Gemeinschaftswährung mehr kosten wird als bisher angesetzt.

Man könne sich "natürlich auch vorstellen, über die 750 Milliarden Euro hinauszugehen", sagte der Belgier am Donnerstag in Berlin nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Für diese Notwendigkeit gebe es aktuell aber keine Anzeichen.

Beim Beschluss über den Rettungsschirm Anfang Mai hatte vor allem Portugal als erster Kandidat gegolten, der nach Griechenland auf Kredite aus dem Rettungsfonds angewiesen sein könnte. Inzwischen bereitet Spanien mehr Sorgen. Seit Tagen ist der Interbankenhandel in Südeuropa praktisch blockiert. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sprach "von anhaltenden Spannungen in einigen Segmenten des Finanzmarkts".

Spanien leidet - anders als Griechenland - nicht unter einem gigantischen Staatsdefizit, sondern unter einer Überschuldung seiner Bürger. In dem Land war es zu extremen Preisübertreibungen am Immobilienmarkt gekommen. Als die Blase platzte, mussten die Banken - insbesondere die Sparkassen - enorme Kreditausfälle verkraften. Ein Ende der Misere ist nicht absehbar. Mehrere Geldhäuser mussten schon gerettet werden. Ein Flächenbrand könnte den nationalen Rettungsfonds und damit den spanischen Staatshaushalt überfordern.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, es gebe "derzeit" keine Anzeichen für einen spanischen Hilfsantrag. Nach FTD-Informationen geht es eher um ein Szenario für die nächsten Monate. Madrid selbst soll EU-intern die Dramatik bestritten haben. Am Donnerstag nahm Spanien über eine dreijährige Staatsanleihe 3,9 Milliarden Euro ein.


Was die Leser sagen

Europäer
11.06.2010 | 17:55
Wieso keine Verleumdungskampagne gegen Spanien?

Als es mit Griechenland anfing konnte keine Verleumdung Griechenlands stark genug sein. Jetzt wo es mit Spanien weiter geht, scheint der Elan der Beschimpfer gebrochen zu sein. Freuen wir uns darüber, aber offen bleibt ob sie verstanden haben was in der Eurozone nicht richtig funktioniert. Nämlich die deutsche Gier nach Export auf Kosten der anderen Euro-Ländern.

(Kommentare 1-1 von 1)

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Ratenkredite (36 Monate)6,82%4,33-11,99%
Quelle: FMH-Finanzberatung
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