Nach dem starken Wachstum im ersten Halbjahr und vor allem dem rasanten zweiten Quartal hebt die Bundesbank ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich an. In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht schreiben die Währungshüter, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um "rund drei Prozent" zulegen dürfte.
Noch im Juni waren sie bei ihren halbjährlichen Wachstumsprognosen von nur 1,9 Prozent ausgegangen. "Alles in allem stellt sich die konjunkturelle Grunddynamik in Deutschland derzeit günstig dar, und die wirtschaftliche Aufwärtsbewegung dürfte sich im zweiten Halbjahr fortsetzen", heißt es in dem Bericht.
Die ungewöhnlich deutliche Revision untermauert die überraschend starke Entwicklung der deutschen Wirtschaft nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Vergangene Woche hatte das Statistikamt Destatis mitgeteilt, dass das BIP im zweiten Quartal mit 2,2 Prozent zum Vorquartal so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr gewachsen war. Bereits in den ersten drei Monaten war die deutsche Wirtschaft zudem deutlich stärker gewachsen als bislang gedacht: Die Statistiker revidierten ihre Schätzung von 0,2 auf 0,5 Prozent.
Mit ihrer neuen Prognose gibt die Bundesbank auch die Richtung für die Bundesregierung vor. Sie geht offiziell noch von einer Zuwachsrate von 1,4 Prozent aus. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach angesichts der Zahlen für das zweite Quartal aber von einem "Aufschwung XL". Er sagte, er traue der Wirtschaft zu, im Gesamtjahr "weit über zwei Prozent zu wachsen". Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte noch im Juli nur ein Plus von 1,0 Prozent vorausgesagt.
"Die deutsche Wirtschaft hat sich im Frühjahr deutlich und in diesem Ausmaß unerwartet erholt", schreibt die Bundesbank. Das führt sie vor allem auf den starken Export zurück. Allerdings kommt sie auch zu dem Urteil, dass die Ausrüstungs- und Bauinvestitionen "spürbar Tritt gefasst" haben. Das könne einen möglichen Rückgang der Exporte in Folge der Abschwächung der Weltkonjunktur teilweise auffangen. Auch für den Konsum ist die Bundesbank recht zuversichtlich, nicht zuletzt wegen der guten Lage am Arbeitsmarkt, der die Wende geschafft habe.


















