05.08.2010
Kritiker werfen der Gates-Buffett-Initiative vor, die Steuerlast der Spender drücken zu wollen
Kritiker werfen der Gates-Buffett-Initiative vor, die Steuerlast der Spender drücken zu wollen
Foto: Bloomberg

Karitative Zwecke

Superreiche Amerikaner spenden zig Milliarden

von Felix Wadewitz

Sie sind Geschäftsmänner, Investoren oder Erben und verfügen gemeinsam über rund 250 Milliarden Dollar. Jetzt folgen viele von ihnen einem Appell, mindestens die Hälfte ihres Geldes zu verschenken, um Gutes zu tun. Die Strippenzieher: Bill Gates und Warren Buffett.

Insgesamt 40 Milliardäre in den USA wollen mindestens die Hälfte ihres Vermögens für einen guten Zweck spenden. Die Superreichen haben sich einer im Juni ins Leben gerufenen Initiative des Investors Warren Buffett und des Microsoft-Gründers Bill Gates angeschlossen.

"Wir haben eigentlich gerade erst angefangen, aber wir haben schon eine gewaltige Resonanz", sagte der 79-jährige Buffett am Mittwoch. Die Liste der Unterstützer der Kampagne The Giving Pledge ("Das Spendenversprechen") liest sich wie ein Who's who der amerikanischen Wirtschaftselite. Zu den Spendern gehören neben Warren Buffett und Bill Gates selbst der Medienmogul Ted Turner, Oracle-Mitgründer Larry Ellison, Bankier David Rockefeller, Hotelerbe Barron Hilton, "Star Wars"-Erfinder George Lucas und der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg.

Mit dem schnellen Erfolg dieser beispiellosen Spendenkampagne entsteht eine Sogwirkung, die weitere Superreiche in den Vereinigten Staaten und möglicherweise auch anderen Ländern unter Druck setzt, mit ihrem Vermögen karitative Projekte zu unterstützen. Laut dem Magazin "Forbes", das jedes Jahr die Liste der reichsten Menschen der Welt veröffentlicht, leben in den USA mehr als 400 Milliardäre.

"Wir haben so zwischen 70 und 80 angerufen", sagte Buffett. "Wir haben nicht besonders viel Druck gemacht, aber 40 haben zugesagt."

Die genaue Höhe der Spenden ist noch unklar. Allerdings gilt die Regel, dass Unterstützer der Kampagne geloben müssen, mindestens 50 Prozent ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden - zu Lebzeiten oder nach ihrem Tod. Über die Bestimmung entscheiden die Spender selbst. "Es ist kein juristischer Vertrag, es ist ein moralisches Versprechen", sagte Buffett.

Filmemacher Lucas kündigte an, einen Großteil seines Vermögens für bessere Bildung zu spenden: "Solange ich dazu in der Lage bin, will ich die Messlatte für künftige Generationen von Schülern und Studenten höher legen." Rockefeller begründete sein Spendenversprechen damit, dass "diejenigen, die von unserem Wirtschaftssystem am stärksten profitiert haben, eine besondere Verantwortung haben, der Gesellschaft auf sinnvolle Weise etwas zurückzugeben".

Investor Buffett hatte bereits vor vier Jahren erklärt, er wolle 99 Prozent seines Vermögens von damals 44 Milliarden Dollar für die Stiftung von Bill und Melinda Gates spenden. Der Microsoft-Gründer und seine Frau haben bereits über 28 Milliarden Dollar an ihre Stiftung übertragen. Trotz jährlicher Spenden an insgesamt fünf Stiftungen beläuft sich Buffetts Vermögen heute inzwischen auf rund 47 Milliarden Dollar.

Die Liste der Spender könnte nun zum neuen Statussymbol der Superreichen werden. Ihre Kampagne wollen Gates und Buffett zunächst auf die USA konzentrieren, später soll sie aber auf die ganze Welt ausgeweitet werden.

Stiftungen und Großspenden sind in den USA deutlich weiter verbreitet als in Deutschland. Dies hat zum einen mit dem schwächer ausgebauten Sozialsystem zu tun, das sich stark auf die Kultur privater Spenden verlässt. Darüber hinaus sind Stiftungen ein einfacher Weg, um die eigene Steuerlast oder die der Erben zu senken. Kritiker werfen dies auch der Gates-Buffett-Initiative vor.

Einmal im Jahr sollen sich alle an der Spendenkampagne beteiligten Milliardäre treffen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Bill und Melinda Gates hatten bereits in den vergangenen Monaten exklusive Fundraising-Dinner im kleinen Kreis abgehalten, um für die Initiative zu werben. Die Bill & Melinda Gates Foundation soll bei The Giving Pledge nicht bevorzugt werden.

Gefunden bei
www.ftd.de

Quelle: ftd
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Quelle: FMH-Finanzberatung
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