Alan Greenspan leitete von 1987 bis 2006 die amerikanische Notenbank. Danach arbeitete er als Berater, unter anderem für die Deutsche Bank und den Hedge-Fonds Paulson & Co.
In den Wirtschaftswissenschaften ist ein kontrolliertes Experiment nicht durchführbar. Aber der Wettbewerb zwischen Ost- und Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg kam dem recht nahe. Beide begannen mit identischer Kultur, Sprache, Geschichte und Wertesystem, dann konkurrierten die Länder 40 Jahre lang. Die einzigen großen Unterschiede waren ihre politischen und wirtschaftlichen Systeme - Planwirtschaft gegen Marktkapitalismus.
Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 fand das Experiment ein abruptes Ende, das den wirtschaftlichen Ruin jahrzehntelanger Ostblockwirtschaft aufdeckte. Ostdeutschland mit seiner Planwirtschaft erreichte bei der Produktivität gerade über ein Drittel dessen, was das marktorientierte Westdeutschland schaffte. Ein Großteil der damaligen Dritten Welt zog seine Lehren aus dem Beispiel und stieg still und leise auf Marktkapitalismus um.
Vor allem China wiederholte das erfolgreiche exportorientierte Wirtschaftsmodell der sogenannten Tigerstaaten - eine recht gut ausgebildete, günstige Arbeiterschaft in Kombination mit Technologie aus den Industrienationen. Auf neu geöffneten, konkurrenzorientierten Märkten setzten China und ein Großteil der Schwellenländer ein explosionsartiges Wirtschaftswachstum frei.
Zwischen 2000 und 2007 wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt in den Schwellenländern nahezu doppelt so schnell wie das der Industrienationen. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds arbeiteten 2005 über 800 Millionen Mitglieder der globalen Arbeitskräfte in exportorientierten und damit konkurrierenden Märkten. Das waren 500 Millionen mehr als vor dem Fall der Mauer. Weitere Millionen sahen sich im Inland neuerdings konkurrierenden Kräften ausgesetzt, insbesondere in der ehemaligen Sowjetunion.










