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15.12.2010
Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn
Foto: Frank Bauer

"Jetzt geht es ans Eingemachte"

Ifo-Präsident Sinn fordert harten Euro-Kurs der Bundesregierung

Top-Ökonom Hans-Werner Sinn warnt vor den finanzpolitischen Folgen der Rettungspakete für den Euro-Raum. "Man muss auch mal den einen oder anderen EU-Gipfel platzen lassen." Eine europäische Transferunion würde zu "unermesslichen Lasten" führen.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, rät der Bundesregierung zu einem harten Euro-Kurs. "Es geht jetzt wirklich ans Eingemachte." Gegebenenfalls müsse "man auch mal den einen oder anderen EU-Gipfel platzen lassen". Im Interview mit Capital warnt der Ökonom vor den Auswirkungen der Rettungspakete für den Euro-Raum: "Wir haben politisch verankerte Schuldenschranken und solche, die der Markt setzt. Die politischen wirken kaum, die Disziplinierung durch die Märkte schon. Wenn wir mit den Rettungssystemen diese Marktdisziplin außer Kraft setzen, na dann: Gute Nacht!"

Sollten sich die Regierungen mittels gemeinsamer Euro-Anleihen auf eine europäische Transferunion einigen, würde dies laut Sinn zu "unermesslichen Lasten" führen und eine neue Schuldenlawine auslösen. "Wir müssen dann den Lebensstandard mancher Länder rückwirkend für viele Jahre finanzieren. Das zieht uns in einer Art und Weise hinab, dass uns Hören und Sehen vergehen wird", warnt der Finanzwissenschaftler. "Eine Vergemeinschaftung der Schulden würde uns nicht nur unseres Vermögens berauben, sondern außerdem wieder in die Flaute zurückwerfen, in die uns der Euro ohnehin gebracht hat", so Sinn weiter.

Kritik übte der Ifo-Chef im Interview an der Entscheidung, den Luxemburger Schutzschirm auch über das ursprünglich anvisierte Frist-Ende im Jahre 2013 hinaus weiterlaufen zu lassen. Problematisch sei laut Sinn, dass man unter dem Deckmantel angeblicher Liquiditätshilfe langfristige Finanzierungen gebe. Dies sei ein semantischer Trick, um das Geld ohne Beteiligung der Banken fließen zu lassen, bis Deutschland zum Schluss auch keines mehr habe. "Wenn wir dann auch pleite sind, wird man die Insolvenz der hilfsbedürftigen Staaten ausrufen. Nein danke: Solch ein Insolvenz-System braucht Europa nicht", sagte Sinn.

Darüber hinaus hält Sinn es für einen Fehler, die neuen Anleihen mit so genannten Collective Action Clauses erst 2013 einzuführen. Bei diesen CAC-Bonds können Gläubiger zum Forderungsverzicht gezwungen werden. "Die Bankenbeteiligung soll offenbar auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden. Und vorher wird mit unserem Geld fröhlich gerettet, solange es noch reicht." Es sei ihm unverständlich, warum sich die Bundesregierung hier auf eine Verschiebung eingelassen hat, sagte Sinn.

Wirtschaftsmagazin Capital

Das Interview mit Ifo-Chef Hans-Werner Sinn lesen Sie in Capital Heft 01/2011, das ab dem 16. Dezember im Handel erhältlich ist.

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Was die Leser sagen

Mike 68
22.12.2010 | 18:27
Euroabwicklung

Jetzt rächt sich was einst Bedinnung war! Wer es nicht weis, sollte sich einmal informieren, über das Zustande kommen der Deutschen Einheit! Frankreich, forderte damals eine Europäische Gemeindschaft, mit der Bildung einer gemeinsammen Währung! Frankreich stellte klar, das ein Wiedervereinigtes Deutschland Wirschaftlich ein zu Mächtiges Land würde, und wieder eine Gefahr für die Welt währe!

Ron777
15.12.2010 | 18:27
Es führt kein Weg an der Abwicklung des Euros vorbei

Der Euro sei alternativlos? Warum? Die Schweiz lebt bestens mit ihrem Franken, die Norweger lieben und schätzen ihre Krone, Japan hat den Yen, Kanada den kanadischen, Australien den australischen Dollar. Allen diesen Ländern geht es besser als uns. Warum in aller Welt darf Deutschland keine nationale Währung haben? Wir würden bestens damit leben - und wir haben es in der Vergangenheit auch getan. Selbst das Argument, dass eine D-Mark stark aufwerten würde, ist so nicht richtig. Wenn man der Bundesbank entsprechende neue Statuten zuweisen würde, könnte sie den Außenwert der neuen D-Mark sehr gewinnbringend durch ein größeres Geldmengenwachstum steuern. Auch bei der Rückabwicklung sollte es nicht mehr Probleme geben als bei der Umstellung auf den Euro. Wir können es. Wir brauchen es. Und wir sollten es schleunigst tun. Die geplante Transferunion wird alle schmerzlichst treffen. Auch die Wirtschaft in Deutschland. Weg mit der Euro-Desaster-Währung! Der Euro war eine intellektuelle Kopfgeburt ideologisch verblendeter Hirne. Wir brauchen wieder Verlässlichkeit und nich Chaos ohne Ende!

Ron777
15.12.2010 | 17:48
Es führt kein Weg an der Abwicklung des Euros vorbei

Der Euro sei alternativlos? Warum? Die Schweiz lebt bestens mit ihrem Franken, die Norweger lieben und schätzen ihre Krone, Japan hat den Yen, Kanada den kanadischen, Australien den australischen Dollar. Allen diesen Ländern geht es besser als uns. Warum in aller Welt darf Deutschland keine nationale Währung haben? Wir würden bestens damit leben - und wir haben es in der Vergangenheit auch getan. Selbst das Argument, dass eine D-Mark stark aufwerten würde, ist so nicht richtig. Wenn man der Bundesbank entsprechende neue Statuten zuweisen würde, könnte sie den Außenwert der neuen D-Mark sehr gewinnbringend durch ein größeres Geldmengenwachstum steuern. Auch bei der Rückabwicklung sollte es nicht mehr Probleme geben als bei der Umstellung auf den Euro. Wir können es. Wir brauchen es. Und wir sollten es schleunigst tun. Die geplante Transferunion wird alle schmerzlichst treffen. Auch die Wirtschaft in Deutschland. Weg mit der Euro-Desaster-Währung! Der Euro war eine intellektuelle Kopfgeburt ideologisch verblendeter Hirne. Wir brauchen wieder Verlässlichkeit und nich Chaos ohne Ende!

(Kommentare 1-3 von 3)

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs
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