Italiens oberster Mafia-Jäger, Roberto Scarpinato, sieht Deutschland als Paradies für Geldwäscher. "Wenn ich Mafiosi wäre, würde ich in Deutschland investieren", sagt der Oberstaatsanwalt aus Palermo im Capital-Gespräch. Scarpinato wirft den deutschen Behörden vor, "Geldwäscher schlimmstenfalls wie einen Steuersünder zu behandeln". Die deutsche Strafrechtsausübung gleiche der Allgemeinmedizin: "Die gültigen Gesetze sind wie alte, nicht sterile Instrumente."
Dabei habe die Mafia "immer mehr Gesellschaften in Deutschland etabliert. Sie unterwandern die Wirtschaft", warnt Scarpinato. Dabei werde sie unterstützt von Rechtsanwälten, Notaren und Steuerberatern. Der hohe Bargeldumlauf und liquide Finanzmärkte würden dabei helfen, Spuren zu verwischen. Zu laxe Kontrollen und beschränkte Ermittlungsmethoden der Fahnder würden zudem die Wahrscheinlichkeit aufzufliegen senken.
Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) weiß um die Missstände und moniert: "Es ist paradox, dass der Staat die Verdachtsgewinnung auf die Privaten übertragen hat. Die Ermittlungsbehörden stehen in der zweiten Reihe." Schließlich gebe es auch aus den bargeldintensiven Betrieben wie Immobilien, Spielbanken, Casinos oder Restaurants seit Jahren so gut wie keine Verdachtsanzeigen: "Dabei werden diese Bereiche von uns als hochintensiv eingeschätzt."
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Den ausführlichen Artikel finden Sie in Capital Heft 02/2012, das ab dem 19. Januar im Handel erhältlich ist. |
Quelle: Capital
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