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19.08.2010
US-Arbeitslose
US-Arbeitslose
Foto: Getty

"Double-Dip"-Ängste

US-Konjunkturdaten belasten Weltbörsen

Seit Wochen machen sich Investoren Sorgen um die amerikanische Wirtschaft. Aktuelle Daten zum Jobmarkt und zur Region Philadelphia geben den düsteren Ahnungen neue Nahrung: Die Börsen in Europa und den USA fallen.

Hiobsbotschaften aus den USA haben den Kapitalmarkt kräftig durchgeschüttelt. Zahlen zum Arbeitsmarkt, aus der Region Philadelphia und die Frühindikatoren schürten am Donnerstag Rezessions- und Deflationsängste - und bescherten Börsianer deutliche Verluste.

In der vergangenen Woche stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 12.000 auf 500.000. Das ist der höchste Stand seit November. Insgesamt beziehen damit 4,48 Millionen Amerikaner Stütze. Der Philadelphia-Fed-Index fiel auf minus 7,7 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit August 2009. Werte über null signalisieren Wachstum. Der Index der Frühindikatoren des privaten Forschungsinstituts Conference Board kletterte um 0,1 Prozent.

Europas Aktienmärkte bauten nach der Veröffentlichung des Philly-Fed-Indexes ihre Verluste aus. Der DAX sank um 1,4 Prozent auf 6101 Punkte. Noch am Mittag hatte die verbesserte Bundesbank-Prognose für die deutsche Wirtschaft den DAX beflügelt. Der Leitindex hatte kurz nach 12.00 Uhr 0,4 Prozent fester bei 6214 Punkten notiert, nachdem er unmittelbar vorher noch 0,2 Prozent im Minus gelegen hatte.

Die Börsen in Paris und London fielen noch deutlicher urück. Zuvor hatten bereits die Daten zum US-Arbeitsmarkt den Indizes einen Dämpfer verpasst. Auch in den USA ging es bergab: Der S&P 500 verlor 0,8 Prozent und ging auf 1086 Punkte zurück. Der Bund-Future markierte ein neues Rekordhoch bei 132,53 Zählern. Der Euro schwächte sich nach einem kurzen Anstieg wieder auf 1,2863 Dollar ab.

Trotz eines moderaten Aufschwungs halten sich die amerikanischen Unternehmen mit Neueinstellungen zurück. Im Juli schufen die Firmen nur 71.000 Jobs. Die Arbeitslosenquote verharrt mit 9,5 Prozent in der Nähe des 26-Jahreshochs von 10,1 Prozent. Volkswirte halten es für möglich, dass die Quote wieder auf zehn Prozent ansteigt, wenn Amerikaner, die zwischenzeitlich die Stellensuche aufgegeben hatten, wieder auf den Jobmarkt zurückkehren.

Die "Jobless Recovery" dürfte dafür sorgen, dass der private Konsum nicht anzieht. Er macht rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Im Zuge der Rezession, die im Dezember 2007 begann, verlor die US-Wirtschaft mehr als acht Millionen Stellen. Sollte das Tempo nicht zulegen, dürfte es Jahre brauchen, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist.


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Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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