Mit fast 380.000 lag die Zahl der Neuzulassungen im April um 19,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Das teilte der Importeursverband VDIK am Dienstag mit. In dieser Größenordnung hatten die Zuwächse bereits im Februar und März gelegen. Wäre Ostern 2009 nicht in den April gefallen, wäre das Plus mit gut 30 Prozent noch höher ausgefallen. VDIK-Präsident Volker Lange sagte, die Auftragslage lasse auch in den kommenden Monaten deutliche Zuwächse erwarten.
Der Anteil der ausländischen Hersteller lag im April mit 42 Prozent über dem üblichen Niveau, aber niedriger als im März. Die Autokäufer, die die staatliche Abwrackprämie nutzen, kaufen überwiegend kleinere, billige Modelle, von denen die Importeure mehr anbieten als die deutschen Hersteller.
Branchenverband kritisiert Abarbeitung der Anträge
Der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) widersprach Berichten, wonach zahlreichen Autohändlern die Pleite droht, weil sie Kunden die Abwrackprämie vorgestreckt haben und noch auf deren Erstattung warten. "Das ist nicht der Normalfall in der Branche", sagte ZDK-Geschäftsführer Axel Koblitz. Bei großen Händlern könne das Warten auf die Rückzahlung aber "im Einzelfall bedrohlich werden."
Die Abarbeitung der Anträge durch das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sei "schon ein bisschen zäh". Derzeit verzeichne man Zahlungseingänge für Anträge, die Ende Februar eingereicht worden seien. Hinzu käme eine Antragsflut aus dem März als viele Käufer ein Ende der mittlerweile aufgestockten Abwrackprämie befürchteten. "Das sind die noch gar nicht bei der Abarbeitung."
Insgesamt hat das Interesse der Deutschen an der Abwrackprämie jedoch nachgelassen. Das für die Vergabe zuständige Bundesamt erhalte täglich noch 5000 bis 10.000 Anträge, teilte ein Sprecher mit. Noch vor wenigen Wochen waren tägliche Eingänge von bis zu 25.000 Stück die Regel. Derzeit liegen dem Bundesamt knapp 1,4 Millionen Anträge vor. Sollten weiterhin bis zu 10.000 Anmeldungen pro Tag eingehen, wäre die Prämie bereits im Sommer erschöpft.
Das Bundesamt rechnet mit einer nicht unerheblichen Zahl von Fällen, in denen eine Prämie nicht ausgezahlt werden kann. So hatten zu Beginn der Vergabe rund 4 Prozent der Antragsteller die geforderten Nachweise nicht vorlegen können. Zu Beginn des Internet-Reservierungsverfahren habe es zudem tausende Doppelungen gegeben. Eine genaue Zahl stehe aber noch nicht fest.
Opel steigert Martanteil
Der von Fiat und dem Zulieferer Magna umworbene Opel-Konzern steigerte nach eigenen Angaben im April seinen Marktanteil in Deutschland auf zehn Prozent. Mit mehr als 38.000 Zulassungen liege man hinter Volkswagen auf Platz zwei der Statistik, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Vor Jahresfrist hatte der Marktanteil 8,8 Prozent betragen. Den Aufwärtstrend begründete Opel mit dem staatlichen 2500-Euro-Bonuns für und dem Erfolg des neuen Mittelklassemodells Insignia. Es habe neben den stark nachgefragten Volumenmodellen Astra, Agila und Corsa einen beachtlichen Teil beigetragen. In den ersten vier Monaten des Jahres sei er europaweit bereits mehr als 100.000 Mal verkauft worden.
Auch der angeschlagene Opel-Mutterkonzern GM erreichte im April einen Absatzerfolg - allerdings in China. Einschließlich Gemeinschaftsunternehmen sei der Fahrzeugverkauf verglichen mit dem gleichen Vorjahresmonat um 50 Prozent auf 151.084 Stück geklettert, teilte GM mit. Dies sei ein neuer monatlicher Absatzrekord. Besonders stark seien dabei die Marken Buick und Wuling nachgefragt worden.
mit Agenturen
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