07.04.2009
Auch Morgan Stanley erwägt, sich über den Kauf von Aktiva an dem Programm zu beteiligen.
Auch Morgan Stanley erwägt, sich über den Kauf von Aktiva an dem Programm zu beteiligen.
Foto: dpa

Bankenrettungsplan

USA weiten Hilfen aus

Über mangelndes Interesse an ihrem Aufkaufprogramm für Problem-Papiere kann die US-Regierung sich wahrlich nicht beklagen - kein Wunder bei den Konditionen. Nun sichern sich kleinere Spieler wie Hedge-Fonds einen Startplatz.

Auch Hedge-Fonds und kleinere private Investoren sollen an dem bis zu 1000 Milliarden Dollar schweren Aufkaufprogramm für toxische Wertpapiere der US-Regierung teilnehmen können. Das Finanzministerium teilte am Montag in Washington mit, eine Öffnung des Programms für kleinere Fonds zu prüfen. Ursprünglich sollten sich nur Fondsgesellschaften beteiligen können, die bereits mindestens zehn Milliarden Dollar an hypothekenbasierten Vermögenswerten verwalten.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama gibt damit dem Drängen von Hedge-Fonds und anderen Investoren nach. Diese hatten auf Zugang zu dem Programm gepocht, weil auch sie von den günstigen Bedingungen profitieren wollen - die Regierung stellt einen Großteil der Finanzierung und trägt das Gros der Risiken. In seiner bisherigen Form würde das Programm nur großen Gesellschaften wie Blackrock und Pimco zu Gute kommen, lautet das Argument der kleinen Akteure.

Dass Washington den Plan nur rund zwei Wochen nach seiner Veröffentlichung bereits ändert, unterstreicht, wie schwierig es ist, eine Balance zu finden zwischen den Interessen privater Investoren und einer grundlegenden Lösung des Problems. Die Entlastung der Banken von risikobehafteten Wertpapieren und Krediten gilt als zentrale Voraussetzung für die Bewältigung der Krise.

Solange sie diese Aktiva in den Büchern haben, drohen weitere Abschreibungen. Diese würden die ohnehin dünne Kapitaldecke der Institute weiter angreifen - was die Banken wiederum dazu treiben würde, die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatkunden zu drosseln. Kritiker bemängeln, das Regierungsprogramm biete zwar viele Anreize für potenzielle Käufer, werde Banken aber nicht dazu bringen, zu verkaufen.

Bewerbungsfrist könnte verlängert werden

Die Regierung erwägt auch, die Bewerbungsfrist für die erste Gruppe von Fondsmanagern, die toxische Aktiva kaufen und verwalten sollen, bis zum 24. April zu verlängern. Ursprünglich sollte sie am Karfreitag enden. Washington könnte auch in dieser ersten Runde bereits mehr als die bisher angestrebten fünf Fonds aussuchen. Bis Mitte Mai will die Regierung die Fondsmanager auswählen. Die erfolgreichen Interessenten haben dann drei Monate Zeit, 500 Millionen Dollar an privatem Kapital einzusammeln - erst dann erhalten sie Kredite von der Regierung.

Darüber hinaus müssen Bewerber auch nicht zwingend alle ursprünglich festgelegten Kriterien erfüllen. Damit könnte das Programm zum Beispiel auch für ausländische Teilnehmer geöffnet werden. Es soll zudem auch möglich sein, dass Banken die toxischen Vermögenswerte von Konkurrenten kaufen. Das ist umstritten, weil das Programm eigentlich dazu dient, die Institute von den Aktiva zu befreien. Verkaufen sich die Banken gegenseitig Papiere und Kredite, wird dieses Ziel konterkariert - und die Banken profitieren erneut von Hilfen des Steuerzahlers.

Das Finanzministerium sagte dazu lediglich, es werde den "gesamten Zustand und die Stabilität" von Finanzinstituten prüfen, bevor es eine Teilnahme zulässt. Institute wie Citigroup und Morgan Stanley denken darüber nach, sich über den Kauf von Aktiva an dem Programm zu beteiligen.


Quelle: capital.de
© 2009 ftd

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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