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02.09.2010
EZB-Chef Jean-Claude Trichet greift den Banken weiter unter die Arme
EZB-Chef Jean-Claude Trichet greift den Banken weiter unter die Arme
Foto: Bloomberg

Anhaltender Krisenmodus

EZB gibt Banken, was sie wollen

von Christine Mai

Auch nach dem großen Stresstest bleibt die Lage für viele Banken angespannt: Sie sind auf Geld von der Europäischen Zentralbank angewiesen. Die EZB behält entsprechende Liquiditätshilfen daher bei - auch, wenn sie die Wachstumsaussichten für die Euro-Zone nun positiver einschätzt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) behält die außerordentlichen Hilfen für Banken bei. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kündigte nach der Sitzung am Donnerstag an, die Notenbank werde den Instituten "so lange wie notwendig" so viel Geld leihen, wie sie wollen.

Mindestens soll diese Vollzuteilung zum Satz des Leitzinses - den die EZB bei einem Prozent beließ - aber bis Mitte Januar 2018 fortgesetzt werden. Das gilt für Geschäfte mit einer Woche und einem Monat Laufzeit.

Für Dreimonatsgeschäfte im Oktober, November und Dezember soll es ebenfalls Vollzuteilung geben, der Zins wird sich am Durchschnitt des Leitzinses über die Laufzeit ausrichten. Zusätzlich bietet die EZB von September bis Dezember drei zusätzliche Operationen an, an Tagen, an denen Geschäfte mit sechs und zwölf Monaten Laufzeit enden. Die Entscheidung fiel "im Konsens", das heißt, nicht einstimmig.

Die Zentralbank hob zudem die Wachtumsprognose an. Für das laufende Jahr erwartet sie nun ein Plus von 1,4 bis 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im kommenden Jahr könnte das Wachstum zwischen 0,5 und 2,3 Prozent des BIP liegen. Im Juni hatte die EZB ein Plus von 0,7 bis 1,3 Prozent für 2010 und ein Wachstum von 0,2 bis 2,2 Prozent für 2011 vorhergesagt.

Trotz der optimistischeren Prognose bleibt die Notenbank damit vorsichtig. "Wir müssen zurückhaltend und vorsichtig bleiben, wir rufen nicht den Sieg aus", sagte Trichet. Eine Reihe von Daten deutet darauf hin, dass die Konjunkturerholung in den USA stockt. Das Wachstum in der Euro-Zone ist ungleichmäßig: Während Deutschland die Region zieht, steckt etwa Griechenland noch in der Rezession. In anderen Staaten legt die Wirtschaftsleistung nur sehr langsam zu. Investoren betrachten zudem die Finanzlage einiger Euro-Staaten weiter mit Sorge.

Bundesbankchef Axel Weber hatte das Festhalten an den Liquiditätshilfen für die Banken kürzlich bereits in Aussicht gestellt. Als Begründung hatte er angeführt, dass es zum Jahresende hin an den Märkten traditionell Urnuhe mit Blick auf die Liquiditätslage der Geldhäuser gebe. Eine Reihe von Banken, gerade aus Ländern der Euro-Peripherie, hängen am Tropf der EZB, weil sie anders kein Geld bekommen. Die Mengen, die sie von der Zentralbank ausleihen, haben Rekordwerte erreicht.


Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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