Nobelpreisträger Edmund Phelps fordert von Barack Obama ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik - und geht mit seinen Beratern hart ins Gericht. "Obama hat die falschen Leute um sich", sagte Phelps im Interview mit Capital.
Namentlich nannte er Larry Summers. Der ehemalige Harvard-Präsident sei zwar intelligent und zuverlässig, "aber nicht originell". Obama brauche "kreative, wilde Vordenker mit dem Mut zu neuen Wegen in der Wirtschaftspolitik".
Konkrete Vorschläge wollte Phelps nicht machen, "um keine Namen zu vebrennen". Er nannte Schwerpunkte, die Obama setzen solle. So sei es für die USA notwendig, sich auf die Förderung von Innovationen zu konzentrieren - beispielsweise durch eine Null-Prozent-Gewinnsteuer für Start-Ups und eine staatliche Innovationsbank. Phelps äußerte starke Zweifel, dass der Präsident dafür gut aufgestellt sei. Ein Rückfall in die Rezession hält er für unwahrscheinlich. Die Gefahr eines Double Dip sei "zwar gestiegen - aber nach wie vor gering".
Obama muss sein Wirtschaftsteam umbauen. Anfang September wird Top-Beraterin Christina Romer an der Universität von Kalifornien in Berkeley zurückkehren. Romer ist Expertin für die Zeit der Großen Depression in den 30er-Jahren. Zuvor hatte bereits Haushaltschef Peter Orszag sein Amt niedergelegt. Für ihn rückt Jacob Lew nach. Dennoch: Mit den Abgängen von Romer und Orszag wächst der Einfluss von Summers, der zwar international renommiert ist, aber auch menschlich als schwierig gilt.
Die Personalien kommen für Obama zur Unzeit. Der Ausblick für die US-Wirtschaft trübt sich ein. Im zweiten Quartal wuchs das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in einer ersten Schätzung um auf das Jahr hochgerechnet nur noch 2,4 Prozent. Volkswirte gehen davon aus, dass der Wert am 27. August auf 1,2 Prozent halbiert wird. Der Grund: Die Importe legten deutlicher zu als erwartet. Dementsprechend dürfte das Bureau of Economic Analysis das BIP, das die heimische Produktion misst, nach unten revidieren.









