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19.12.2011
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Andres Theyssen leitet das Politikressort der Capital-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland.
Andres Theyssen leitet das Politikressort der Capital-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland.
Foto: ftd.de

Andreas Theyssen

Warum Wulff als Bundespräsident stürzen wird

von Andreas Theyssen

Das Staatsoberhaupt hat sich in einem Geflecht aus Vetternwirtschaft, Teilwahrheiten und Gerüchten verfangen. Er wird sich nicht im Amt halten können. Ein Szenario.

Christian Wulff ist ein netter Mensch. Es ist angenehm, mit ihm zu plaudern. Im Vergleich zu anderen Politikern lästert er nur verhalten über Parteifreunde. Er stört - anders als einige seiner Amtsvorgänger - nicht durch intellektuelle Selbstverliebtheit und erweckt nicht den Anschein, als sei er von der eigenen Bedeutung überwältigt. Er ist ein Typ, mit dem man gern am Tresen ein Bier trinkt. Es wäre in der Kneipe zwar kein beeindruckender, aber wohl ein netter Abend mit ihm.

Was also haben diese Oppositionspolitiker und diese Medien an diesem netten Bundespräsidenten herumzunörgeln?

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Wulff ist dabei, über Fehler in seiner Vergangenheit zu stolpern und über Fehler, die er heute bei der Vergangenheitsbewältigung macht.

Als niedersächsischer Ministerpräsident hatte Wulff qua Amt viel mit Wirtschaftsgrößen zu tun. Darin unterschied er sich nicht von anderen seiner Amtskollegen, etwa von Gerhard Schröder, genannt "der Genosse der Bosse". Weil das Land Niedersachsen an VW beteiligt ist, saß Wulff im Aufsichtsrat des Autokonzerns, pflegte engste Kontakte zu Wirtschaftsgrößen seines Bundeslandes. Und das zeichnet einen guten Ministerpräsidenten auch aus.

Wulff hat sich aber selbst dem Ruch ausgesetzt, von seinen berufsbedingten Wirtschaftskontakten privat profitiert zu haben. Und zwar nicht nur einmal.

Da ist der Fall Air Berlin. Wulff hat sich bei einem Ferienflug nach Florida mit seiner Familie in die Businessclass upgraden lassen. Dies geschah wohl nicht auf eigenen Wunsch, sondern auf Anweisung des damaligen Air-Berlin-Chefs Joachim Hunold, der generell VIPs sehr großzügig mit Tickets bedachte.

Wulff aber hat diesen 3056 Euro werten Vorteil bedenkenlos angenommen, obwohl dies gegen das niedersächsische Ministergesetz verstößt. Erst nach Bekanntwerden des Upgrades zahlte er den Differenzbetrag nach.

Da ist der Fall Maschmeyer. Im Sommer vergangenen Jahres hat Wulff seinen Urlaub in der Mallorca-Villa des höchst umstrittenen Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer verbracht. Für die Unterkunft zahlte er den üblichen Satz, hat also gegen kein Gesetz verstoßen.


Was die Leser sagen

Karl Rixen
10.01.2012 | 22:19
Causa Wulff


Causa Wulff
zum ersten, zum zweiten, zum dritten,
„finito“
Frau Merkel, eine respektable Person, intelligent, diplomatisch und sehr schlau,
wer das in Frage stellt, sorry, der kennt Frau Merkel nicht ganz genau,
ich sehe weit und breit keine Frau und keinen Mann,
der sie ad hoc ersetzen kann.
Ihre Hinhaltetaktik sich wieder einmal hat bewährt,
womit sie ihrem Bundespräsidenten das Leben nicht unnötig hat erschwert.
und dass er nicht bereit ist, freiwillig den Bettel hinzuwerfen,
zeugt einerseits von Uneinsichtigkeit, jedoch gepaart mit starken Nerven.
Der Medienrummel allmählich wird versiegen,
es sieht so aus, als würde er inzwischen auch die Kurve kriegen.
Stahlgewitter hin, Euro-Krisengewitter her,
da fällt mir der Brite ein, der Tony Blair.
Bei reichen Freunden in der Toskana er meistens seinen Urlaub hat verbracht,
was hat unser Bundespräsident da eigentlich so sehr falsch gemacht?
Man denke an die Flut von Skandalen und Eskapaden,
die jahrelang das englische Königshaus erschüttert haben,
von Beschädigung des Amtes keine Spur,
nur dummes Gerede, hot air pur.
Die Medien zu erpressen war töricht und unbesonnen,
Spiegel und Bild haben sich mit ihrer scheinheiligen Medienliebe nicht viel besser benommen.
Interessant in der ganzen Affäre aber ist festzustellen,
dass bisher wenige Oppositionspolitiker sich der Sache ernsthaft stellen,
mit Ausnahme der Katholikin Nahles, die offenbar als Kind in Moralin ging baden,
man sich heimlich fragt, welche Leichen sie wohl noch im Keller haben.
Aber sind wir doch mal uns selbst gegenüber offen und ehrlich,
wer mehr als 50 Jahre das Leben gemeistert hat, nicht selten auch beschwerlich,
und wer dann noch überzeugt ist, dass ihm nie ein Fehler ist unterlaufen,
der hat nicht wirklich gelebt, der ist nur unter ferner mit gelaufen.
Und was Wulff betrifft, ich es prophezei’
ist ohne weitere Sensationsmeldung der „storm in a teacup“ bald vorbei.

cwmaster
20.12.2011 | 14:12
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Sollte Bundespräsident Wulff zurücktreten?
Über folgenden Link gelangen Sie zur Umfrage:
http://graph.me/p154375395/q

(Kommentare 1-2 von 2)

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs
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