12.03.2010
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Gefährlich ist ein hoher Schuldenpegel vor allem wegen der Zinslast.
Gefährlich ist ein hoher Schuldenpegel vor allem wegen der Zinslast.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Wege aus der Finanzkrise

So klappt es mit dem Schuldenabbau

von Tobias Aigner und Thomas Schmoll

Die Länder nehmen weltweit Jahr für Jahr neue Milliardenkredite auf, weil sie Haushaltslöcher nicht anders stopfen können. Die Zinslast ist oft einer der höchsten Posten im Staatsetat. Doch das viel größere Problem steht noch an: Der Abbau des Schuldenbergs.

An der Wortwahl erkennt man den Ernst der Lage. "Es sieht aus, als hätte die Wirtschaft gerade den Dritten Weltkrieg durchgemacht", schreiben die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley in einer Studie. Dabei spielen sie nicht auf Griechenland an, das sich laut seinem Regierungschef Giorgos Papandreou gerade in einer "Kriegssituation" befindet. Gemeint sind die USA.

Nur einmal in der Geschichte der führenden Wirtschaftsmacht war die Staatsverschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) höher als heute - nach dem Zweiten Weltkrieg. Fast 110 Prozent machte die Quote damals aus. Jetzt peilt sie die 90-Prozent-Marke an, Tendenz weiter steigend.

Rund 60 Prozent der Amerikaner halten die Senkung des Defizits für die wichtigste Aufgabe der Politik. Ein Job, mit dem sich auch andere Länder herumschlagen müssen. Ob Frankreich, Großbritannien, Spanien oder Japan: Mehr oder weniger Griechenland ist überall.

In fast allen Industriestaaten reißt die Finanzkrise riesige Löcher in die Budgets. Deutschland steht noch ganz gut da. Eine Staatsverschuldung von fast 75 Prozent und ein Haushaltsdefizit, das auf die Marke von mehr als fünf Prozent des BIP zusteuert, bereiten jedoch Kopfzerbrechen.

Gefährlich ist ein hoher Schuldenpegel vor allem wegen der Zinslast. 381 Mrd. $ mussten zum Beispiel die USA ihren Gläubigern 2009 überweisen. Noch genießt Washington das Vertrauen der Finanzmärkte, die Zinsen für Staatsanleihen sind niedrig. Falls sich beides ändert, würde die Zahl jedoch in die Höhe schießen und die Neuverschuldung extrem teuer. So kann das Land schnell in einen Teufelskreis geraten.

"Das ist mittel- und langfristig sehr besorgniserregend", sagt Franklin Allen, Finanzprofessor an der Universität von Pennsylvania. Warum, zeigt eine kleine Rechnung: 2011 werden die USA wahrscheinlich Schulden in Höhe von 100 Prozent des BIP aufgetürmt haben. Das heißt, wenn die Zinsen für Staatsanleihen nur um einen Prozentpunkt klettern, wächst die Zinslast um ein Prozent der Wirtschaftsleistung - und das sind rund 140 Mrd. $.

Die bange Frage lautet also: Wie können die Staaten ihre Schuldenberge abtragen oder wenigstens die Neuverschuldung eindämmen? Und welche Maßnahmen versprechen den größten Erfolg? Wir stellen sechs Möglichkeiten vor:

 1. Auf Wachstum setzen
 2. Inflation zulassen oder herbeiführen
 3. Steuern erhöhen und Vermögen anzapfen
 4. Ausgaben kürzen und Subventionen abbauen
 5. Staatseigentum verkaufen
 6. Eine Schuldenkommission einsetzen


Was die Leser sagen

Heribert Genreith
09.03.2010 | 13:23
Schuldenübel an der Wurzel packen

Zitat aus Ihrem Artikel: "....Dennis Snower, Chef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, will das Schuldenübel an der Wurzel packen....."
Nun ich fürchte, er hat es immer noch nicht begriffen. Die Wurzel des Übels ist der Umstand, das Vermögen grundsätzlich stärker wachsen als das BIP und zudem Geld, im Gegensatz zum BIP, einfach nicht tot zu kriegen ist. Dementsprechend übersteigen die Aktiva/Passiva der deutschen Kreditinstitute das BIP um mehr als das 3-fache, in gesamt Europa ebenfalls, und in den USA sogar locker um das 5-fache. (1950 betrug das Verhältnis BIP : Aktiva in der BRD nur 1:0,4 in 1966 dann 1:1 und im Okt. 2008 bereits 1:3,25).
Der Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Vermögen=Schulden ist dabei volkswirtschaftlich gesehen fast belanglos. Es sind die Zinsforderungen dieser Vermögen, die durch ihr exponentielles Wachstum inzwischen jedes noch möglich BIP-Wachstum sofort eliminieren.
Jede Politik die auf Vermögens- bzw. Geldwerterhaltung abzielt ist daher, so ehrenhaft sie auch erscheinen mag, von vorne herein aussichtslos.
Insbesondere scheint noch niemandem aufgefallen zu sein, dass sogar die Banken noch viel schlimmer verschuldet sind, als die Staaten. Denn wenn Sie mal in die Datenbasis der Bundesbank hinein schauen sehen sie, dass knapp 400 Mrd. Euro Eigenkaptital der Banken fast 1800 Mrd. Inhaberschuldverschreibungen derselben Banken in der BRD gegenüber stehen.
Banken haben daher genau dasselbe Problem wie die Staaten, sie müssen jedes Jahr mehr Altschulden durch neue Anleihenverkäufe refinanzieren. Daher sind diese inzwischen genauso abhängig vom Investmentbanking, weil das normale Kreditgeschäft alleine längts nicht mehr für die jährlich fälligen Refinanzierungen ausreicht.
Es geht in den nächsten zwei Jahren lediglich um die Frage, ob zuerst die Staaten oder vorher die Banken bankrott machen. Denn Schulden zwischen öffentlichen und privaten Marktteilnehmern hin- und her und rund herum zu reichen verringert die Summe aller Schulden und den Zwang zu ihrer Bedienung um keinen einzigen Cent, im Gegenteil. Auch noch so komplexe "Lösungen" dienen nur der möglichst langen Verschleierung des Gesamtbankrotts.
Die einzige Lösung besteht in der Beseitigung des Ungleichgewichtes zwischen Vermögen/Schulden auf der Einen und des, die Vermögen erst ermöglichenden und stützenden, BIP's auf der Anderen Seite. Und das geht prinzipiell nur durch eine Hyperinfaltion und/oder einer unparitätischen Währungsreform. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Und Herr Snower schon garnicht.
Heribert Genreith, http://tandemvipera.blogspot.com

uh68
09.03.2010 | 11:17
Wo ist der Artikel Reiche zur Kasse bitten geblieben?

Die Überschrift steht noch:
"Wege aus der Schuldenkrise
Ein bisschen Athen ist überall
Reiche zur Kasse bitten"
Der Artikel fehlt...
der Artikel wurde wohl schnellstmöglich wieder eingezogen. (lol)

(Kommentare 1-2 von 2)

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Girokonto (Dispo)11,24%5,50-14,50%
Ratenkredite (36 Monate)6,96%4,70-11,61%
Quelle: FMH-Finanzberatung
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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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