Mag die Statistik an sich richtig sein, sie ist aber falsch interpretiert. Die wenigsten die heute Hartz IV beziehen, die sind von einem mittelmäßig bis gut verdienenden Job sofort ins ALG I bekommen, sondern sie wurden vorher als schlecht bezahlte Zeitarbeiter wieder angestellt, oder aus ganzen Stellen wurden 2/3 Stellen usw.
d.h. von den Geringverdienern in dieser Statistik waren viele vorher in der Mittelschicht. Weil diese Statistik aber nur den letzten - schlecht bezahlten - Arbeitsplatz mit einbezieht, keinen Lebenslauf, kommt der Autor zu dieser Falschaussage.
Die Mittelschicht schrumpft seit 2002 in D, übrigens wie in keinem anderen europ. Land ! In anderen Ländern stagnierten die Werte, oder sie legten sogar zu.
Die typische Agenda-2010-und-ihre-Folgen-Geschichte geht so: Ein langjähriger, leistungsstarker Arbeitnehmer verliert unverschuldet seinen Job. Er sucht und sucht, schreibt zig Bewerbungen. Vergeblich. Weil auch das Arbeitsamt nicht hilft, rutscht der brave Informatiker, Betriebswirt oder Diplom-Pädagoge immer tiefer ab – und endet nach nur einem Jahr total frustriert als Billiglöhner oder, schlimmer noch, im großen Heer der Hartz-IV-Empfänger.
Tina Brockstedt kennt solche Schicksale. Sie leitet in der Arbeitsagentur Berlin-Süd ein Team von zwölf Vermittlern, das speziell für arbeitslose Akademiker nach Jobs sucht. Doch derartige Fälle sind im zweiten Stock des nüchternen Büroklotzes in der Sonnenallee selten. Die Angst vor dem sozialen Absturz – sie ist allzu oft unbegründet.

Nach ein paar Wochen sei der Großteil der Jobsuchenden bereits wieder untergekommen, so Brockstedts Erfahrung. Viele Akademiker haben eine neue Stelle, noch bevor beim alten Arbeitgeber die Kündigungsfrist abgelaufen ist – selbst jetzt, kurz nach der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit. "In Hartz IV landet nur ein Bruchteil", versichert Brockstedt.
Man mag es ihr kaum glauben. Kein anderes Gesetz hat Deutschland in den vergangenen Jahren so aufgewühlt, so zerrissen wie Hartz IV, das Herzstück der Agenda 2010. Seit Ex-Kanzler Gerhard Schröder das Reformpaket für einen flexibleren Arbeitsmarkt vor sieben Jahren im Bundestag präsentierte, macht sich im ganzen Land ein kollektives Unbehagen breit. Die Agenda 2010 gilt als Teufelswerk – und das nicht nur bei Gewerkschaftern und Sozialpolitikern.

Die Angst vor dem Abstieg hat sich vor allem in der Mittelschicht festgesetzt. Seit den Hartz-Reformen gelten Qualifikation und Leistung nicht mehr als Garantie für Wohlstand und gesellschaftliche Stellung. Wenn der Arbeitgeber heute pleitegeht, so die Sorge, droht ein harter Aufschlag. Im schlimmsten Fall werden aus Managern Sozialhilfeempfänger.
Durch Fakten lassen sich diese Ängste bislang nicht belegen. Unter den rund 3,5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland sind ehemalige Mittel- und Gutverdiener eine kleine Minderheit. Eine interne Statistik der Bundesagentur für Arbeit belegt: Weniger als acht Prozent der Menschen, die Ende des abgelaufenen Jahres Arbeitslosengeld I bezogen, erzielten in ihrem letzten Job ein Salär zwischen 3000 und 4000 Euro – brutto, versteht sich. Nur jeder Zwanzigste lag darüber.

Noch seltener fallen Besserverdiener auf Hartz-Niveau ab, offiziell Arbeitslosengeld II genannt: Ganze 0,3 Prozent der Empfänger erhielten bei ihrer letzten Arbeitsstelle mehr als 3000 Euro brutto im Monat, nur jeder Tausendste kam auf mindestens 3500 Euro. Das ergibt eine bislang noch unveröffentlichte Berechnung des Instituts zur Zukunft der Arbeit in Bonn (IZA).
Grundlage ist eine Stichprobe für das Jahr 2007. Neuere Daten liegen noch nicht vor, die amtliche Statistik erfasst die früheren Einkommen von Hartz-IV-Empfängern nicht regelmäßig. Doch die Zahlen sind ein guter Indikator. "Ehemalige Mittel- und Gutverdiener sind bei Hartz IV ein absolutes Randphänomen", sagt IZA-Arbeitsmarktdirektor Hilmar Schneider.
Dieser Befund wird von einer anderen Entwicklung gestützt: Der Anteil der Arbeitslosen, die über eine sehr gute Ausbildung verfügen, ist in den vergangenen Jahren nicht gestiegen. Lediglich einer von 30 Hartz-IV-Empfängern hat studiert – so wie schon beim Start der Reform im Jahr 2005.
Was die Leser sagen
"erzielten in ihrem letzten Job ein Salär zwischen 3000 und 4000 Euro – brutto, versteht sich"
Und was gilt als "letzter Job":
- Kurzarbeit mit reduziertem Einkommen
- zumutbare Arbeit (ab Besten mehrfach angewendet, bis der Betroffene nicht mehr als ehemals als Normal/Gutverdiener (im normalen Rahmen) gilt
Bleibt mir mit diesen gefakten "BeruhigungsFALSCHinformationen" vom Halse
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