Er ist zwischen allen großen Währungen zu Hause: Charles Wyplosz studierte in Paris und Harvard, forschte und lehrte bei Insead und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Er leitete das Programm für internationale Makroökonomie des europäischen Ökonomennetzwerks CEPR und ist heute Professor am Graduate Institute in Genf. Auch die EU-Währungspolitiker in Brüssel suchen regelmäßig den Rat des Franzosen. Für das Europäische Parlament schreibt Wyplosz vierteljährlich den Bericht zur Geldpolitik.Mythos 1: Griechenland ist bankrott
Staaten können nicht bankrottgehen. Regierungen können nur den Schuldendienst einstellen. Da es dafür keine regulären Mechanismen gibt, entsteht ein Chaos, in dem Regierungen mit Gläubigern verhandeln.
Fakt: Die griechische Regierung hat keinen Grund, ihre Zahlungen einzustellen. Das ist nicht in ihrem Interesse, und außerdem kann sie ihre Schulden bedienen. Die sind nur halb so groß wie die Japans und so hoch wie die vieler anderer Länder auch (bald inklusive der USA). Märkte können eine Regierung jedoch in die Zahlungsunfähigkeit zwingen, wenn sie sich weigern, fällige Schulden zu refinanzieren. Das ist dann ausschließlich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.
Weiterer Fakt: Diese Krise begann als Panikreaktion, weil es die Angst gab, der Schuldendienst werde eingestellt. Aber wie immer wetten nun auch einige Spekulanten auf die Zahlungsunfähigkeit. Die Marktreaktion ist defensiv und offensiv zugleich.
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Mythos 10

















