Sogar jetzt, da die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) Vorbereitungen für gigantische Rettungsaktionen treffen, halten die Debatten darüber an, ob Griechenland einen Staatsbankrott verhindern kann. Manche sehen in Griechenland eine Neuauflage Argentiniens und weisen auf die erstaunlichen Parallelen zu diesem Land hin, das im Jahr 2001 den weltgrößten Staatsbankrott hinlegte. Andere, wie der griechische Premierminister Giorgos Papandreou, betrachten die Probleme des Landes als schwierig, aber lösbar und beklagen sich über die Einmischung übel gesinnter ausländischer Spekulanten.
Griechenland ist nicht allein. Manchen Ländern steht die Erfahrung einer Rettungsaktion und eines Staatsbankrotts fast unvermeidlich ins Haus. Eine der markantesten Regelmäßigkeiten ist, dass nach einer Welle internationaler Bankenkrisen oft innerhalb von ein paar Jahren eine Welle von Staatsbankrotten und Restrukturierungen folgt. Dieser Zusammenhang ist angesichts des massiven Anstiegs der Staatsschulden, den Länder nach einer Bankenkrise verzeichnen, wenig überraschend. Diesmal stiegen die Schulden in manchen Krisenländern seit 2007 um mehr als 75 Prozent.
Aber obwohl wir wahrscheinlich auch jetzt eine Welle von Bankrotten und IWF-Programmen erleben werden, muss die haushaltspolitische Kernschmelze nicht jedes hoch verschuldete Land treffen.
Da ist der alte Witz von den zwei Männern, die nach einem Flugzeugabsturz im Dschungel von einem Löwen umkreist werden. Als der eine beginnt, seine Turnschuhe anzuziehen, fragt der andere, warum er dies tue. Er antwortet: "Ich mach mich fertig, um wegzurennen." "Aber du wirst nicht schneller sein als der Löwe", sagt der andere. Darauf der eine: "Ich muss nicht schneller laufen als der Löwe, nur schneller als du."
Tatsächlich sollten Staaten wie Griechenland alles in Bewegung setzen, um sich von der ersten und zweiten Welle an Restrukturierungen und IWF-Programmen fernzuhalten. Die politische Elite wird dann die Misere in anderen Ländern sehen, und das wird sie eher davon überzeugen, Reformen zuzustimmen. Wenn nicht, wird Griechenland weniger Kontrolle über die Anpassung haben und möglicherweise ein weit größeres Trauma davontragen und letztlich vielleicht doch den völligen Staatsbankrott erleiden.
Griechenland ist aber noch dabei, die Turnschuhe auszuwählen, während andere angeschlagene Länder wie Irland schon mit massiven haushaltspolitischen Reformen vorgeprescht sind.
Es ist möglich, den Bankrott zu vermeiden, aber einfach wird es nicht. Dazu bedarf es nur eines Blickes auf die offiziellen Daten, etwa auf die Auslandsschulden - 170 Prozent des Nationaleinkommens - oder auf das enorme Hauhaltsdefizit, fast 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.


















